Salina Raurica: Tramverlängerung Linie 14

  • Ich meinte natürlich Menschen, die keine ÖV-Freaks wie wir sind :)


    Ein weiterer Spezialfall sind vielleicht Behinderte, oder sonst Leute, die irgendwie eingeschränkt sind, aber dafür Zeit haben:


    Wenn man sich so einen unter diesen Umständen äusserst mühsahmen Umsteigevorgang sparen kann, nimmt man dafür auch 20 Minuten mehr Fahrzeit gerne in Kauf.

  • Noch ein weiteres Beispiel bezüglich der ausschliesslichen Beurteilung nur aufgrund von Endstation zu Endstation:


    Nur wenige würden wohl z.B. bei einer 14er-Verlängerung von Pratteln nach Liestal-Waldenburg mit dem Tram von Waldenburg an die Dreirosenbrücke fahren.


    Aber jemand, der vielleicht in den Hochhäusern um Liestal-Altmarkt wohnt und im Gewerbegebiet in Pratteln-Lachmatt arbeitet, würde wohl viel Zeit sparen. Und selbst jemand, der von Waldenburg zum St. Jakob will wäre wohl schon schneller als mit mehrmaligem Umsteigen in Liestal Bahnhof, Basel SBB und Aeschenplatz.

  • Solange die Mehrheit in einem Kanton nicht müde wird zu beweisen, dass ihnen die Blechkarosse um ihren Kopf wichtiger ist als umweltverträglicheren Öffentlicher Verkehr kann ich diesen Kanton auch so bezeichnen wie es mir passt. Wir leben hier noch in einer offensichtlich in einer Demokratie in der jeder denken und sagen kann was er will, solange er niemanden damit beleidigt.

    Diese Demokratie gilt für dein Privatleben, da kannst Du den Kanton BL bezeichnen wie es dir beliebt. Hier im Forum haben wir aber bestimmte Umgangsformen zu beachten. Und da möchte ich, dass der Kanton Baselland weiterhin als Kanton Baselland bezeichnet wird und nicht mit irgendwelchen Spottnamen. Einen gewissen Respekt ggü. den Behörden, den Kantonen und ihren Einwohnern sollte immer noch da sein, mag man noch so enttäuscht über deren öV-Politik sein.


    Danke für die Kenntnisnahme.

  • ja, die Konsequenzen tragen dann die Anrainer und nicht diejenigen die grössten Teils nein gestummen hat.


    Bin gespannt, wie das dort enden wird.


    Vermutlich verschiebt sich dann ein Teil des Verkehrs auf die Strasse oberhalb der Autobahn.

  • Ja man wollte. Leider wird so voraussichtlich zwar gebaut, aber halt ohne Tram. Allällige Bauten und deren planerische Voraussetzungen hätte man wenn schon früher bekämpfen müssen.

  • Wollte man mit dem Nein zum Tram auch gleich das Bauprojekt Salina Raurica zu Fall bringen?

    Das ist in der Tat so, ..., zumindest ein Teil der Gegner wehrt sich jetzt erst, gegen die Bebauungspläne von Salina Raurica. Pratteln hat zweimal abgelehnt, dass gesamte Areal auszuzonen ... mit Recht, denn dadurch würden Schadenersatzklagen in x-facher Höhe gestellt werden. Es ist einmal mehr die unheilige allianz von diversen Interessengruppierungen, welche dazu führen, dass zu solchen "Show-Downs" kommt ...


    Ja ... das ist ein stückweit unsere gelebte Demokratie, aber manchmal werden unsere demokratischen Grundsätze für Ziele eingesetzt, deren Tragweite der einzelne Stimmberechtigte nicht beurteilen kann.


    Schade ist, dass zumindest kommunikativ nie aufgeziegt wurde, was die Folgen eines Neins bdeuten würde ... zumindest sind bei mir diese Argumente (wie z.B. nun die Frage der Kapazität der Erschliessungsstrassen) nie angekommen.

  • Eine Ursache ist vielleicht auch, dass irgendeine so langweilig-trockene "Zonenplanänderung" an vielen wohl vorbei geht.


    Während ein Tramlinie etwas Konkretes und für viele "Emotionales" (in alle Richtungen) ist.


    Gegenüber der Überbauung wäre ich persönlich auch skeptisch gewesen. Nur hätte man da früher opponieren müssen. Nun wurde nur erreicht, dass der ÖV-Anteil dort geringer sein wird und es mehr Verkehr geben wird während es die Überbauung genau so gibt. In einem BZ-Artikel werden nun auch schon breitere Strassen und mehr Parkplätze gefordert.


    Lokale Grüne, die gegen das Tram waren haben sich meiner Meinung nach schlicht übertölpeln lassen.

  • Schade ist, dass zumindest kommunikativ nie aufgeziegt wurde, was die Folgen eines Neins bdeuten würde ... zumindest sind bei mir diese Argumente (wie z.B. nun die Frage der Kapazität der Erschliessungsstrassen) nie angekommen.

    Das fiel mir auch schon beim Margarethenstich auf. Auf gegnerische Argumente ging man gar nicht ein oder versuchte diese argumentativ zu widerlegen, was in vielen Punkten sicher nicht besonders schwer gewesen wäre. Es wurde einfach das ursprüngliche "PR"-Programm abgespielt, in der Hoffnung dass das schon reichen würde.

  • Ich werde die Vermutung nicht ganz los, dass man im Landkanton gegen alles ist, das etwas kostet und für einem selbst keinen direkten Nutzen hat. Aber solches Denken gibt es auch anderswo. Ich habe auch schon etliche Stimmen gehört (von nicht ÖV Nutzern), welche der Meinung sind, der Neubau der WB sei zu teuer. Quasi das hätte man auch billiger haben können (Umstellung auf Bus).

  • Ich werde die Vermutung nicht ganz los, dass man im Landkanton gegen alles ist, das etwas kostet und für einem selbst keinen direkten Nutzen hat. Aber solches Denken gibt es auch anderswo.

    Oh ja. Als im Kt. Zürich vor ein paar Jahren die Limmattalbahn zur Abstimmung anstand, meinte eine Kollegin dazu: "Ich habe Nein gestimmt. Ich fahre nie im Limmattal öV, warum soll ich Ja stimmen? ich brauche so eine Bahn nicht, die nützt mir nichts."

    Ich bin überzeugt, dass es im Baselland ähnlich gelaufen ist.

    Zynisch ausgedrückt kann die BLT vielleicht ganz froh sein, stand die Modernisierung der WB nie zur Abstimmung an. Ich bin nicht sicher, ob das Projekt angenommen worden wäre.


    Es braucht wohl noch etwas Zeit. Wenn der Bus im Stau stecken bleibt, bzw. die Strassen überlastet sind, vielleicht findet dann ein Umdenken statt.

    Im bis anhin öV-feindlichen Tessin hat es auch Jahrzehnte gedauert, bis die Überzeugung für einen guten Nahverkehr sowohl bei der Regierung als auch der Bevölkerung angekommen ist. Nun baut man im sehr autolastigen Lugano ein Tram...