Beiträge von Baragge

    Und die Leser-Kommentare: Tja ... sie widerspiegeln unsere Gesellschaft aufs Treffendste. Und glaubt mir, ..., ich habe täglich mit solchen Zeitgenossen zu tun! Seine (sachlich-konstruktive) Meinung abzugeben ist absolut korrekt und auch erwünscht. Seinen allgemeinen Frust gegen alle und jeden abzuladen (v.a. an alles, was obrigkeitlich beschlossen wird) ist für diejenigen, die als "Fussvolk der Obrigkeit" an der Front arbeiten nur frustrierend.

    Wobei es aber (optimistisch "zum Glück"/pessimistisch "hoffentlich") kein represäntatives, sondern ein verzerrtes Wiederspiegeln ist. Wer eine "einfache" Meinung hat und von dieser absolut überzeugt ist, kann diese schnell in Kommentaren dahinrotzen. Manche nutzen es wohl auch nur als Möglichkeit um Frust abzulassen (der vielleicht nur beschränkt mit dem eigentlichen Thema zu tun hat). Wer hingegen differenziertere Meinungen hat verzichtet wohl eher darauf, sei es weil man sich als zu unsicher ansieht oder die Längenbeschränkungen der Kommentare für Differenzierungen nicht reichen oder weil man davon ausgeht, dass es ausserhalb der Maulhelden-Kommentare untergeht. Also mehr oder weniger der Dunning-Kruger-Effekt.


    Wie schön waren doch die Zeiten, als man sowas nur am Stammtisch dahinmurmeln konnte oder allenfalls klassische Leserbriefe (da ist der Aufwand grösser) oder nur in "exotischen" Foren in den Tiefen des Internets.


    Wobei sich die Kommentarqualität auch je nach Medium stark unterscheiden kann. Positives Beispiel ist für mich Watson, wenn diese Werbung erlaubt ist, während man bei 20min oder Nau die Kommentare besser nur ansieht, wenn man eine masochistische Ader hat.

    Bei der ehemaligen Haltestelle Schänzli fiel mir, da ich gerade zum richtigen Zeitpunkt mit dem Velo vorbei fuhr, ein kleine Kuriosität auf:


    Die Haltestelle ist seit grob geschätzt bald mal seit knapp einem Jahrzehnt ausser Betrieb, aber die alten Lautsprecher für Störungs- und Umleitungsinformationen sind immer noch vorhanden und funktionsfähig in Betrieb. Wurden wohl schlicht vergessen abzubauen.

    Falls du dich im Joggeli-Schwimmbad richtig auf der Wiese oder auf der Terrasse über dem Umkleidegebäude beim Sportbad mit guter Sicht auf die Tramstrecke positionierst und falls dieses Tram auch auf der Linie 1/14 eingesetzt werden könnte und falls man mit einer auffälligen Fotoausrüstung in ein Schwimmbad gelassen wird, bestünde zumindest eine winzige Chance, das zu kombinieren. :)

    Wäre in den den 70er- bis 90er-Jahren schon alles so mit Sensoren und hyperventilierender Software vollstopft gewesen wie heute, wäre die damalige Infrastruktur wohl komplett zusammengebrochen :)


    (Aber in einigen wenigen Fällen hätte es wohl auch Leben gerettet.)

    Ich spekuliere mal, die müssen ja auch mit sinnvollem Aufwand und Zeitbedarf und ausserhalb einer Werkstatt entfernt werden können, wenn ein Pannen-Tram per Not-Kupplung abtransportiert werden muss. Von dem ist das (neben Stossfängerfunktionen) wohl eher eine vor allem rein optische Abdeckung, die leicht austauschbar ist.

    Schade ist, dass zumindest kommunikativ nie aufgeziegt wurde, was die Folgen eines Neins bdeuten würde ... zumindest sind bei mir diese Argumente (wie z.B. nun die Frage der Kapazität der Erschliessungsstrassen) nie angekommen.

    Das fiel mir auch schon beim Margarethenstich auf. Auf gegnerische Argumente ging man gar nicht ein oder versuchte diese argumentativ zu widerlegen, was in vielen Punkten sicher nicht besonders schwer gewesen wäre. Es wurde einfach das ursprüngliche "PR"-Programm abgespielt, in der Hoffnung dass das schon reichen würde.

    Eine Ursache ist vielleicht auch, dass irgendeine so langweilig-trockene "Zonenplanänderung" an vielen wohl vorbei geht.


    Während ein Tramlinie etwas Konkretes und für viele "Emotionales" (in alle Richtungen) ist.


    Gegenüber der Überbauung wäre ich persönlich auch skeptisch gewesen. Nur hätte man da früher opponieren müssen. Nun wurde nur erreicht, dass der ÖV-Anteil dort geringer sein wird und es mehr Verkehr geben wird während es die Überbauung genau so gibt. In einem BZ-Artikel werden nun auch schon breitere Strassen und mehr Parkplätze gefordert.


    Lokale Grüne, die gegen das Tram waren haben sich meiner Meinung nach schlicht übertölpeln lassen.

    Noch ein weiteres Beispiel bezüglich der ausschliesslichen Beurteilung nur aufgrund von Endstation zu Endstation:


    Nur wenige würden wohl z.B. bei einer 14er-Verlängerung von Pratteln nach Liestal-Waldenburg mit dem Tram von Waldenburg an die Dreirosenbrücke fahren.


    Aber jemand, der vielleicht in den Hochhäusern um Liestal-Altmarkt wohnt und im Gewerbegebiet in Pratteln-Lachmatt arbeitet, würde wohl viel Zeit sparen. Und selbst jemand, der von Waldenburg zum St. Jakob will wäre wohl schon schneller als mit mehrmaligem Umsteigen in Liestal Bahnhof, Basel SBB und Aeschenplatz.

    Ich meinte natürlich Menschen, die keine ÖV-Freaks wie wir sind :)


    Ein weiterer Spezialfall sind vielleicht Behinderte, oder sonst Leute, die irgendwie eingeschränkt sind, aber dafür Zeit haben:


    Wenn man sich so einen unter diesen Umständen äusserst mühsahmen Umsteigevorgang sparen kann, nimmt man dafür auch 20 Minuten mehr Fahrzeit gerne in Kauf.

    Selbstverständlich darf jeder in einer Demokratie und bei Meinungsäusserungsfreiheit äussern, dass einem ein Resultat nicht passt.


    Aber jeder darf genau so auch die Meinungäusserungsfreiheit herausnehmen, dass einem diese Meinungsäusserung von jemand anderem nicht passt.


    Meinungsfreiheit heisst nur "Ich darf meine Meinung äussern (nicht mehr und nicht weniger)", aber nicht "Niemand darf meine Meinung kritisieren".


    Subjektiv kann ich das mit dem "Blechkanton" absolut verstehen und nachvollziehen. Aber es hilft praktisch nicht wirklich weiter.

    Da kann ich Dome zustimmen.


    Die Frage war letztendlich in etwa "Soll diese Tramstrecke (nach Plan XYZ) gebaut werden oder nicht?", nicht mehr und nicht weniger. (Was wie beim Margarethenstich das Hintertürchen offen lässt, dass es nicht heisst, "Soll dort niemals - mit evtl. anderen Finanierungsplänen - eine Tramstrecke gebaut werden?").


    Wenn man diese Frage mit "Ja" oder "Nein" beantwortet, auch wenn man eigentlich anderes meinte, das gar nicht gefragt wurde ("Gebiet überbauen oder nicht?", "Sind Trams generell gut oder schlecht?"), ist man "selber schuld".


    Ich kann aber auch Gummikueh 476 zustimmen, dass es nicht begrüssenswert ist, dass es bei Abstimmungskampagnen immer öfter um die Benennung (etwa bei Initiaven) oder (evtl. PR-gesteuerte) Emotionen geht, die gar nicht mit den eigentlichen Inhalt zusammenhängen.


    Aber wenn das die Mehrheit der Bevölkerung leider so will, ist es auch dessen demokratische Entscheidung.

    Übersetzung bei uns wäre wohl "Gemeindeverband". Saint-Louis, Huningue, Hégenheim, Hésingue, Blotzheim, Kembs usw., wohl etwa mit dem Distribus-Gebiet überdeckend. Weiss aber nicht, ob es auch eine eigene "Steuerhoheit" gibt.


    Edit: Mein Halbwissen war veraltet, mittlerweile wurde es in einem grösserem Gebiet um Sierentz zur "Saint-Louis Agglomération" zusammengeschlossen. Aber "Communauté d’agglomération" scheint laut dem Wikipedia-Eintrag tatsächlich eine offizielle Rechtsform im System zu sein, was es bei uns nicht gibt.

    In einem Punkt ist da vielleicht sogar Frankreich ein Vorbild. Klar kann man die Systeme nicht vergleichen und im allgemeinen ist der Flächen-ÖV ausserhalb Grossstädten und je nach Region Mittelstädten und TGVs massivst schlechter. Aber bezüglich diesen "Zwischenebenen" sind sie flexibler, wie etwa im Raum Saint-Louis mit der "Communauté d’agglomération des Trois Frontières" (ähnliches könnte bei uns vielleicht die "Birsstadt" sein). Und dort scheint es akzeptiert zu sein, das Tram vor der Überbauung zu bauen, wie bei den Planungen zwischen Saint-Louis Bahnhof und Flughafen.


    Vielleicht macht es das grundsätzlich zentralistische System (das andere grosse Nachteile hat) diesbezüglich einfacher, die regionalen Strukturen sind weniger historisch belastet.

    Wenn sich der ganze Kanton finanziell beteiligen muss verstehe ich es schon, dass es auch im ganzen Kanton eine Abstimmung gibt. Als ich mal in Witterswil wohnte, konnte ich auch über eine Umfahrungsstrasse im Raum Olten mitabstimmen.


    Vielleicht wäre es gut, wenn es für solche Projekte (mehr als "lokal" also Gemeindeebene, aber weniger als "regional") eigene Strukturen und Kassen gäbe, etwa über Bezirke oder Agglomerationsräte oder sonst was in diese Richtung. Aber bei den vermurksten Kantonsgrenzen in der Nordwestschweiz ist das wohl unrealistisch.

    Bei 95 % der Abstimmungen ist man nicht ganz direkt unmittelbar betroffen. Manchen denken halt weiter als nur bis zu ihrer Nasenspitze. Sonst könnte man ja auch sagen (Achtung, extra überzogenes und unrealistisches Beispiel, es geht um das Prinzip) "Es soll die Todesstrafe für Falschparken eingeführt werden - mir doch egal, bin als Nicht-Autofahrer nicht betroffen!".


    In diesem Fall war das Problem wohl einfach eine unheilige Allianz jener, die sämtliche ÖV-Ausgaben grundsätzlich ablehnen und jener, die den Sack meinen und den Esel schlagen und das Tram nur ablehnten, weil sie gegen die Überbauung des Gebiets sind (mit dem Resultat, dass das Gebiet dann genau so überbaut wird, nur einfach mit noch mehr Verkehr).

    In oder um Zürich wurden im etwa selben Zeitraum doch auch neue Tramlinien gebaut? Glatttalbahn, Limmattalbahn usw.


    Während in BL eine Tramstrecke, die nicht mit einer Autobahn zwangsverbunden gewesen wäre, abgelehnt wurde.

    Dann dürfte ja auch die Problematik bezüglich Schienenersatzverkehreinsätzen bald behoben sein.


    Mein Vorschlag eines automatischen Akkuwechselsystems nehme ich somit zurück, dass macht unter diesen Umständen wirklich keinen Sinn mehr :)


    Gescheit wäre es aber sicher, wenn es bei jetzigen oder bald zu beschaffenen (grösseren) E-Bussen, die noch Aufladungen tagsüber brauchen, mit relativ kleinem Aufwand möglich wäre, die Akkus mal mit neueren zu tauschen, die das nicht mehr brauchen. Zumal da die Fortschritte ja offenbar recht zügig sind.