BLT übernimmt die Waldenburgerbahn AG

  • Eigentümerstrategien der Beteiligungen am ÖV verabschiedet
    Regierung beabsichtigt Zusammenschluss zweier Bahnunternehmen: Integration der Waldenburgerbahn AG in die Baselland Transport AG


    Der Regierungsrat hat an seiner Sitzung vom Dienstag dieser Woche die Eigentümerstrategien der drei Transportunternehmen Baselland Transport AG (BLT AG), Waldenburgerbahn AG (WB AG) und der Autobus AG Liestal (AAGL) beschlossen. Wesentlicher Aspekt ist die Integration der WB AG in die BLT AG, welche der Zustimmung durch den Landrat und durch die
    Generalversammlungen beider Unternehmen bedarf. Die BLT AG wird dann das Personal der WB AG übernehmen und die Bahn unter dem bisherigen Namen Waldenburgerbahn weiter betreiben.


    Integration der WB AG in die BLT AG
    Die WB AG muss in den kommenden Jahren grosse Teile ihrer Infrastruktur und auch das Rollmaterial völlig erneuern. Dazu gehören: Depotneubau, neue Bahnsicherungsanlagen, elektrische Weichensteuerung, Anpassungen der Haltestellen an die neuen Fahrzeuge und Anpassungen gemäss Behindertengleichstellungsgesetz. In der BLT AG sind Fachkompetenzen sowie praktische Erfahrung für solche komplexe Infrastrukturprojekte vorhanden; die Organisation der WB AG ist dagegen auf den Betrieb der Bahnlinie ausgelegt. Wird die Integration rasch vollzogen, so kann die BLT AG das Erneuerungsprojekt der WB AG übernehmen, was zu Synergieeffekten und Kosteneinsparungen führt.


    Der Regierungsrat hat sich entschieden dafür ausgesprochen, dass sich die Bevölkerung im Waldenburgertal weiterhin auf die gute öffentliche Verkehrsverbindung durch das „Waldenburgerli“ verlassen darf. Der Name „WB – Waldenburgerbahn“ auf den Fahrzeugen muss durch die BLT AG weiterhin verwendet werden; zudem wird die BLT AG das Personal der WB AG
    vollständig übernehmen.


    Weiteres Vorgehen
    Der Regierungsrat wird eine Landratsvorlage ausarbeiten lassen, welche die Umwidmung der Beteiligung an der WB AG aus dem Verwaltungs- in das Finanzvermögen vorsieht. Die WB AG wird voraussichtlich im Herbst 2015 eine ausserordentliche Generalversammlung zum Thema einberufen.


    Eigentümerstrategie
    Die Eigentümerstrategie ist ein Führungsinstrument des Regierungsrates. Sie zeigt die Erwartungen des Kantons auf und legt die mittelfristigen Stossrichtungen und Ziele der Regierung für ihren Umgang mit den Beteiligungen fest. Die Eigentümerstrategien der drei Unternehmen des Öffentlichen Verkehrs (BLT AG, WB AG und AAGL) gelten als Mandat für dieVertreter des Kantons in den Führungsgremien. Sie sind unter bl.ch (Finanzen und Kirchen/Finanzverwaltung/ Beteiligungen) abrufbar.


    Die Eigentümerstrategien sind geprägt durch die folgenden Stossrichtungen
    - Anstreben einer Konzentration der ÖV-Linien
    - Trennung der Eigentümer- und Bestellerrolle.


    Mit der Integration der WB AG in die BLT AG wird ein wichtiger Schritt in diese Richtung getan.

    Parlamentarischer Vorstoss

    Im Landrat ist die Regierung dazu aufgefordert worden, dem Parlament auzuzeigen, wie mit Synergieeffekten die Kosten des ÖV gesenkt werden können, ohne dass das Leistungsangebot reduziert werden muss. Am 9. Februar 2012 reichte Klaus Kirchmayr ein Postulat betreffs Prüfung einer Fusion von kantonalen Verkehrsunternehmen ein. Dieses wurde am 13.
    Dezember 2012 vom Landrat an die Regierung überwiesen.


    Quelle: Medienmitteilung Kanton Basellandschaft

  • Ich dachte, heute ist der 17. und nicht der 1. April. Ob das unter dem Strich gut kommt? Langsam wächst die BLT zu einer kritischen Grösse heran, welche die einstigen Vorteile des Unternehmens (schlank, kurze Wege) wieder aushebelt.



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    Sorry, falls gechattet!

  • Ich dachte, heute ist der 17. und nicht der 1. April. Ob das unter dem Strich gut kommt? Langsam wächst die BLT zu einer kritischen Grösse heran, welche die einstigen Vorteile des Unternehmens (schlank, kurze Wege) wieder aushebelt.



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    Sorry, falls gechattet!


    siehe auch Vergrösserung des Verwaltungstraktes in der Hüslimatt...

  • siehe auch Vergrösserung des Verwaltungstraktes in der Hüslimatt...


    ... mehrmalige Vergrösserung!!


    Ganz überraschend kommt die Nachricht aber nicht ... die Vorboten haben bereits darauf hingewiesen, dass sich etwas in diese Richtung tun wird.

  • Diese Entscheidung dürfte ja gar nicht so schlecht sein für die Waldenburg Bahn, zwar geht die Eigenständigkeit verloren, aber die Zukunft scheint dann doch etwas gesichert zu sein, gerade auch was die Qualität der Fahrzeugbeschaffung betrifft, da hat die BLT ja immer eine gute Hand.

  • Ganz schlüssig finde ich die pro-Argumentation nicht.


    Die WB war und ist immer eine schlanke und sparsame Unternehmung gewesen - leider im Gegensatz zur BLT bei der letzten Rollmmaterialbeschaffung nicht sehr innovativ. Einsparungen hätte man evt. noch bei einer gemeinsamen Betriebsführung (z.B. gemeinsame Betriebs- und Unterhaltsleitungen).

  • Zuviel Sparsinn ist bei der Beschaffung von neuem Rollmaterial nicht immer der sparsamste Weg, jedenfalls wenn man es auf längere Sicht und gnazheitlich betrachtet ansieht. Oft wird dann ein billig eingekauftes Fahrzeug dass dann hohe Folgekosten verursacht später doch noch recht teuer.
    Das ist man bei der BLT doch schon einen Schritt weiter... im Vergleich zu anderen Verkehrsbetrieben der Region...

  • Ich kann den Entscheid durchaus nachvollziehen und finde ihn auch nicht unrichtig. Insbesondere die nachfolgende Begründung leuchtet meiner Meinung nach durchaus ein:


    "Die WB AG muss in den kommenden Jahren grosse Teile ihrer Infrastruktur und auch das Rollmaterial völlig erneuern. Dazu gehören: Depotneubau, neue Bahnsicherungsanlagen, elektrische Weichensteuerung, Anpassungen der Haltestellen an die neuen Fahrzeuge und Anpassungen gemäss Behindertengleichstellungsgesetz.


    In der BLT AG sind Fachkompetenzen sowie praktische Erfahrung für solche komplexe Infrastrukturprojekte vorhanden; die Organisation der WB AG ist dagegen auf den Betrieb der Bahnlinie ausgelegt. Wird die Integration rasch vollzogen, so kann die BLT AG das Erneuerungsprojekt der WB AG übernehmen, was zu Synergieeffekten und Kosteneinsparungen führt."


    Die Kosteneinsparungen dürften bei einem einem Jahresumsatz von etwas mehr als CHF 9 Mio. wohl nicht wirklich so gross sein, weshalb ich mir da an der Stelle des Kantons nicht allzu grosse Hoffnungen machen würde. Die Beiträge für die Leistunsgabgeltung dürften, nach der Integration der WB in die BLT, deshalb nicht massiv sinken.


    Übrigens: Für diejenigen, die es interessiert. Hier noch zwei interessante Dokumente zur WB:


    - Faktenblatt
    - Eignerstrategie


    Quelle: bl.ch

  • Die Nutzung der Erfahrung bei Grossprojekten macht durchaus Sinn. Ob deswegen eine Übernahme nötig ist? Beim Betrieb und Unterhalt sehe ich kaum sinnvoll nutzbare Synergien, wenigstens nicht solche, welche zu massiven Kostensenkungen führen.



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    Sorry, falls gechattet!

  • Beim Betrieb und Unterhalt sehe ich kaum sinnvoll nutzbare Synergien, wenigstens nicht solche, welche zu massiven Kostensenkungen führen.


    Muss den eine MASSIVE Kostensenkung erreicht werden? Reicht nicht auch, dass man einfach ein paar Taler sparen kann, oder einfach nur den Betrieb des Waldenburgerlis auf längerfristig sichern kann? Für mich sind das schon Argumente genug. Oder sind das versteckte Ängste das nun doch auf Meter umgespuhrt wird? :D


    Kommt dazu, dass diese Fusion nur eine logische Weiterentwicklung seid 1974 ist ;) .
    Ein Blick in die BLT Statuten:


    Art. 2,(Zweck der Gesellschaft ist:) b) "...die Übernahme weiterer Betriebe des öffentlichen Verkehrs mit dem Ziel der Schaffung einer einheitlichen Trägerorganisation des öffentlichen Verkehrs im Kanton Basel-Landschaft;"


    http://www.blt.ch/fileadmin/us…T-Statuten_17_05_2010.pdf


    Nun sind wir wieder einen Schritt weiter. Dann noch die AAGL und die BLT ist komplett...

  • Wobei BLT und AAGL zusammen die grösseren Synergien hätten.


    Der klamme Kanton ist doch froh um jeden gesparten Franken.


    Für die Spurbreite kann eine Übernahme nicht ausschlaggebend sein, es gibt Beispiele für Bahnen mit verschiedenen Spurweiten.

  • Ja, der Zusammenschluss allein ist nicht ausschlaggebend allein. Doch genau dieser Zusammenschluss würde den Spahrefekt bei einer Meterspuhr verstärken. Oder umgekehrt, die Meterspuhr verstärkt die Synergien der Fusion. D.h. Die Kosten-Nutzenrechnung könnte nun zugunsten der Umspuhrung ausfallen. Die ganzen Nutzen sind hier im Forum ja schon diskutiert worden. Dazu kommen nun noch die Synergien bei dem Rollmaterial, vor allem wenn die neuen Fahrzeuge aus dem Hause Stadler kommen würden...


    Grenzacher: Bau uns doch mal ein Tango in den WB Farben 8o^^

  • Warum Tangoähnlich? Warum nicht so was wie die neuen Fahrzeuge bei der Uetlibergbahn, einfach 75 cm? Auf jeden Fall braucht es Zweirichtungsfahrzeuge. Wendeschlaufen kommen ja nicht infrage.

  • ... und das kostet doch eine Reihe von Sitzplätzen bzw. reduziert die Kapazität. Nein, trotz aller Sympathie zum Tango: ich denke nicht, dass sich dort Trams eignen. Es sei denn, man baut alles um - und dann sind vermeintliche Kosteneinsparungen wieder dahin.


    Zum Vergleich: Die Glattalbahn soll von Anfang an mit einer Art Zweirichtungstrams betrieben werden. Aber da denke ich, dass die Haltestellen von Anfang an so ausgerichtet und auch entsprechende Fahrzeuge beschafft werden.

  • ... und das kostet doch eine Reihe von Sitzplätzen bzw. reduziert die Kapazität.


    Und das machen andere Hersteller besser??? Das hat doch nix mit Tango oder nicht Tango zu tun. Wenn man beidseitig Türen benötigt, geht das IMMER auf Kosten der Sitzplätze :rolleyes: Das haben die heutigen Wagen auch, das Problem.
    Übrigens, ja man muss so oder so alles umbauen, wegen dem behinderten Gesetz, ähhm Behinderten-Gleichstellungs-Gesetzt.


    Und guck mal zur Appenzeller Bahn; die würd ich auch nicht als Tram bezeichnen und hat doch Tangos bestellt. Gibt ev. sogar WC dazu.....


    Und sag mir ein Grund, warum nicht Zweirichtungs Tangos zum Einsatz kommen sollen? An der Vmax. kann es ja auch nicht liegen ^^

  • Der Tango dürfte problemlos als 750-mm-Wagen adaptierbar sein, ebenso dürfte er in der Länge an die Erfordernisse der Waldenburgerbahn anpassbar sein. Das gilt auch für andere Fahrzeuge die in der letzten Zeit für diverse Meterspurbahnen gebaut wurden.
    Von daher wäre das einzige Argument für eine Umspurung, wenn man die Bahn, an welchem Ende auch immer, mit einer anderen Bahn in einer anderen Spurweite verbinden wollte. Davon ist man aber in Richtung Basler Tramnetz und erst recht in Richtung Balsthal - Oensingen extrem weit entfernt.