Verbesserung der Infrastruktur zwischen Lausanne und Renens: Auswirkungen auf SBB-Angebot Basel-Delémont-Biel-Lausanne-Genf, inkl. Doppelspur Laufental

  • Ich habe keinen passenderen, noch halbwegs aktuellen Thread gefunden. Wenn nötig bitte ausgliedern. [Edit: Ich war so frei und habe den Beitrag verschoben; 4106]


    Verbesserung der Infrastruktur zwischen Lausanne und Renens: Spezialfahrplan für eine zehnjährige Bauphase.


    Zitat

    Die Analysen haben gezeigt, dass das aktuelle Angebot des Bahnverkehrs während der zehnjährigen Bauphase mit einigen Anpassungen aufrecht erhalten werden kann. Die Reisezeiten und Anschlüsse, insbesondere zwischen Lausanne und Genf sowie zwischen Basel und der Region Genfersee, müssen während dieser Zeit angepasst werden. Der Fahrplan des ICN Basel-Biel-Lausanne wird um 30 Minuten verschoben. Die Anpassung wurde zwischen der SBB und dem Bundesamt für Verkehr (BAV) vereinbart. Dadurch kann der Halbstundentakt des ICN auf der Strecke Yverdon-les-Bains und Biel sichergestellt werden; derzeit verkehren zwei ICN-Züge im Abstand von 3 Minuten. Zudem kann die künftige Entwicklung der S-Bahnen in den Regionen Genf/Waadt und die Inbetriebnahme der Strecke Delle–Belfort garantiert werden.


    Was da nur angedeutet wird ist, dass die Direktverbindung von Basel nach Genf sistiert werden soll. Die ICN sollen nur noch von St. Gallen nach Genf und (eine halbe Stunde versetzt) von Basel nach Lausanne fahren. Wer von Basel nach Genf fahren will, muss dann wohl in Olten oder Bern umsteigen, falls keine direkten Züge über Bern eingerichtet werden (unwahrscheinlich). Wobei die Verbindung mit Umsteigen in Olten auch heute schon knapp schneller ist als über die Jurabahn, mit dem Wisenbergtunnel wird das noch deutlicher der Fall sein (ist aber leider noch in weiter Ferne).


    Und wer von Laufen, Delsberg oder Münster nach Genf will, ist ver*****t, denn der Anschluss in Biel ist nicht mehr gewährt. Aus diesem Grund wehren sich die jurassischen Behörden gegen die Pläne. Aber ich denke, dass damit zu rechnen ist, dass der RE Biel – Delle (– Belfort) auch um eine halbe Stunde versetzt wird, und mit diesem dann der Anschluss in Biel gewährleistet wird.


    Zwar gibt es dafür einen Halbstundentakt zwischen Biel und Yverdon, aber nicht mehr Kapazität, da es ja (noch) nicht mehr Züge gibt, sondern einfach anstatt 2 ICN hintereinander jede Stunde davon einer jede halbe Stunde. Dabei war vorgesehen, mit dem Ligerzer Tunnel den (richtigen) Halbstundentakt auf den gesamten ICN-Strecken (Genf / Lausanne – Biel – Basel / St. Gallen/Konstanz) einzuführen.


    In den welschschweizer Medien wurde viel darüber berichtet (La ligne directe Genève-Delémont-Bâle sera supprimée dès fin 2015 - rts.ch, 19:30 le journal), aber in den deutschschweizer finde ich nicht einmal eine Kurzmeldung. Spricht man in Basel, Laufen und Biel jetzt klammheimlich nur noch französisch? ?(



    /edit: Ich bin mir ja schon bewusst, dass der Ausbau des Bahnhofs Lausanne umfangreich ist, da die gesamte Gleisanlage samt Perrons und Unterführungen neu erstellt und die Bahnhofshalle verschoben werden muss (Gebäudeverschiebungen scheinen in Mode gekommen zu sein…), aber dass man dafür gleich 10 Jahre braucht… Damit wird der Halbstundentakt erst was für 2025.

    kriminalTANGOderator

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  • :thumbdown: Ganz schwache Leistung. In Oerlikon haben sie es ja auch hingekriegt ohne den gesamten Fahrplan zu würfeln. Und dann noch 10 Jahre? In der hälfte der Zeit baut man einen Wolkenkratzer...


    Frag mich wirklich, wieso das in den Medien bisher nicht stärker thematisiert wurde. Kenne genug Leute, welche diese Strecke Pendeln (mich eingeschlossen) und von den Fahrplanänderungen massiv betroffen sein werden.

    Nimm das Leben mit Humor oder du überlebst es nicht! :]


    Wieso Combino? Tango braucht das Land! :D

  • In den welschschweizer Medien wurde viel darüber berichtet (La ligne directe Genève-Delémont-Bâle sera supprimée dès fin 2015 - rts.ch, 19:30 le journal), aber in den deutschschweizer finde ich nicht einmal eine Kurzmeldung. Spricht man in Basel, Laufen und Biel jetzt klammheimlich nur noch französisch? ?(


    Heute greift auch die BZ das Thema auf einer ganzen Seite auf.


    Quelle: BZ (MZ) vom 04.04.2013

  • Naja, ich kann ja die Akteure im Jura verstehen, aber dass jetzt die SBB eine Salamitaktik betreiben wollen würden, indem die Linie durch das Umsteigen in Biel weniger attraktiv gemacht werde, um die "Schnellzüge" (ICN) später abzuschaffen, halte ich für verschwörungstheoretisches Gejammer auf hohem Niveau.


    Denn wie gesagt: Erstens wird der RE Biel – Delle/Belfort (mit RBDe 562?) konsequenterweise wohl auch um eine halbe Stunde verschoben und kann dann die Anschlüsse von Delsberg und Münster (zudem neu auch noch von Pruntrut) aus in Biel gewährleisten. Angesichts davon, dass der Jura nicht so stark bevölkert ist, dürfte das Umsteigen in Biel vertretbar sein, wenn ein Anschluss besteht. Nur von Laufen aus kommt es wegen den fehlenden Anschlüssen in Basel zu Fahrzeitverlängerungen.


    Zweitens werden die Verbindungen von der Jurabahn nach Basel ganz und gar nicht halbiert, da ja unten im Artikel richtig steht, dass die ICN von/nach Genf durch solche von/nach Lausanne ersetzt werden.


    Und drittens werden die ICN-Verbindungen über die Jurabahn über kurz oder lang wohl sowieso abgeschafft und via Olten geführt, da dieser Weg spätestens mit dem WBT dann kürzer sein wird. Was aber nicht dagegen spricht, die ICN durch RE Basel – Delsberg – Biel zu ersetzen. Wenn die ICN mal weg sind, bräuchte man dafür nicht einmal die Strecke auszubauen.


    Und man darf nicht vergessen, dass der Ausbau des Bahnhofs Lausanne Auswirkungen auf das ganze Netz hat, da dadurch 400 Meter-Züge (TWINDEXX-DT) auf der Ost-West-Achse eingesetzt werden können. Daher ist die investierte Milliarde absolut gerechtfertigt, das hat nichts mit Benachteiligung anderer Regionen zu tun (wenn man mit diesem ewigen Gärtlidenken endlich aufhören würde…).


    Der Umbau ist tiefgreifender als in Oerlikon, es ist so wie ich geschrieben habe: Das Empfangsgebäude wird stehen gelassen. Das war's dann. Die Perronhalle wird verschoben, der Rest alles abgebrochen und neu gebaut. Natürlich könnte man auch wie z.B. in Wien einen provisorischen Bahnhof erstellen und alles auf's Mal (ohne laufendem Betrieb) umbauen, dann würde es wohl auch schneller gehen. Ich frage mich, ob diese Variante überhaupt in Betracht gezogen oder aus politischen Gründen von vornherein verworfen wurde.

    kriminalTANGOderator

  • Eben: Weil (wieder mal) etwas für die Ost-West-Achse ausgebaut wird, müssen die anderen Verbindungen darunter leiden. Die Fahrpreise werden dann trotzdem für alle erhöht mit ebendiesen Ausbauten als Begründung. Wahrscheinlich gibt es bei den SBB und den politischen Entscheidungsträgern folgende Prioritätsstufen:
    1. Paradestrecke Genf-St. Gallen
    2. Knoten Zürich
    3. NEAT
    dann ganz ganz lange nichts mehr und dann noch unter "ferner liefen":
    Rest der Schweiz

  • Das ist jetzt aber masslos übertrieben. Abgesehen davon: Auf der Ost-West-Achse verkehren auch am meisten Fahrgäste von allen FV-Verbindungen. Da fahren durchgehend Doppelstockzüge und die sind fast den ganzen Tag gut ausgelastet bis überfüllt. Was man von den Verbindungen von/nach Basel nur in der HVZ behaupten kann, dies auch weil da bereits längere Züge eingesetzt werden können! Auch die Zürcher S-Bahn transportiert am meisten Fahrgäste von allen und hat am meisten Engpässe. Das kommt nicht von ungefähr. Und im Gegensatz zu Basel wurden dort Projekte vom Kanton vorfinanziert (es gibt ja auch nur einen Kanton!), deswegen wurde da auch vorwärts gemacht. Und die NEAT ist halt sauteuer.


    Ob für den Rest was übrig bleibt, hängt von der Politik ab. Nichtsdestotrotz profitieren wirklich alle vom Ausbau auf der Ost-West-Achse, denn: Längere Züge und breitere Unterführungen usw. –> schnellerer Fahrgastwechsel –> weniger Verspätungen –> weniger Anschlüsse abwarten –> wiederum weniger Verspätungen auf anderen Linien usw..

    kriminalTANGOderator

  • ... und hier noch die Links zu den an der gestrigen Landratssitzungen eingereichten Interpellationen zum Thema "Abbau SBB im Laufental" (Interpellationen verlangen eine in der Regel mündliche Auskunft über grundsätzliche Fragen der kantonalen Politik):


    Interpellation von Andreas Giger-Schmid, SP-Fraktion: Abbau der SBB Linie Basel-Laufen-Delémont-Biel-Lausanne-Genf


    Interpellation von Julia Gosteli, Grüne Fraktion: Verschlechterung der Bahnverbindung Basel - Genf

    Einmal editiert, zuletzt von 4106 ()

  • Lustig, die beiden BaZ-Artikel sehen einander verdächtig ähnlich aus. Das ist die heutige BaZ-Qualität: Copy & Paste. :rolleyes:




    Interpellation von Andreas Giger-Schmid,…l-Lausanne-Genf


    Der Link funktioniert nicht…




    Interpellation von Julia Gosteli, Grüne Fraktion: Verschlechterung der Bahnverbindung Basel - Genf


    Wie ich sehe, hat sich die liebe Frau Gosteli (wie auch die anderen erwähnten Akteure) überhaupt nicht mit der Sache auseinandergesetzt: :rolleyes:



    Zitat

    Die sieben direkten Intercity-Neigezüge (ICN) durch das Laufental nach Genf werden gestrichen.


    Falsch, sie fahren einfach nach Lausanne. Gestrichen wird gar nichts.



    Zitat

    Nun müssen die Zugreisenden entweder in Olten oder Bern umsteigen!


    Was sowieso schneller ist.



    Zitat

    Der ICN Basel-Biel-Lausanne wird um 30 Minuten verschoben. Die Anschlüsse an die Buslinien werden massiv verschlechtert.


    Klar, die Anschlüsse werden extra nicht angepasst, einfach nur um die Kund_innen zu verärgern. :rolleyes:



    Das einzige, was bedauernswert ist, ist der Entfall der Direktverbindung Basel – Genf, und dass man allgemein halt häufiger umsteigen muss. Aber angesichts der ausserordentlichen Umstände sollte das vertretbar sein. Bedauerlich ist darüber hinaus halt auch, dass das ganze 10 Jahre dauern soll. Nichtsdestotrotz: Ja, das sind "einige Anpassungen". Von einem Abbau kann nicht die Rede sein. Die befürchtete MIV-Lawine ist selbstverständlich ebenfalls ein Mythos sondergleichen.


    Ansonsten verweise ich auf oben, mit einer Ergänzung: Auch von Laufen aus kommt es in Richtung Genf zu keiner Fahrzeitverlängerung, man muss nur in Delsberg und in Biel umsteigen (S3 –> RE –> ICN).

    kriminalTANGOderator

  • basel - biel ist zur zeit mit 63 minuten kürzer über delemont als über olten
    und mit dem wiesenberg wen der mal komt ist eine gute frage
    und vorallem müste man wieder bauen vorallem in olten
    den die züge die nach geneve fahren fahren ja nicht nach lausanne die fahren bei rennenes oder wie das kaff bei lausanne heist direkt nach genf und nicht nach lausanne darum verstehe ich die schlaumeier der sbb nicht wiso man die direkten züge basel genf kappen will
    sory wen alles klein ist ist wegen meiner behinderung

  • Die Frage, über welche Strecke es vielleicht 5 Minuten schneller ist, ist meiner Meinung nach ohnehin relativ belanglos. Angenommen, zwischen zwei Städten, die eine niedrige dreistellige Kilometerzahl entfernt sind, gibt es jeweils kurz hintereinander zwei Verbindungen. Die eine dauert 5 Minuten länger, ist aber ohne Umsteigen und die andere ist 5 Minuten schneller, aber mit Umsteigen. Welche der beiden Verbindungen würde wohl ein grosser Teil der Reisenden wählen?


    Rein theoretisch könnte man den Fernverkehr ab Basel auf Shuttle-Züge Basel-Olten beschränken und die Reisezeit zu praktisch allen Orten würde nicht länger werden oder zumindest im selben Taktfahrplan-Raster bleiben ...


    Zum Glück gibt es noch Bahnstrecken ab Basel, bei denen es etwas noch klein wenig längere Zugläufe gibt als bei den SBB (siehe mein Profilbild :) )

  • Der Ausbau der Linie Basel - Delémont auf Doppelspur ist unbestrittenermassen dringend notwendig und es ist unverständlich, dass dieses Vorhaben nicht umgesetzt wird. Um via Finanzausgleich den Rest der Schweiz zu finanzieren ist Basel gut genug, aber wenn es darum geht, Bundesmittel zu erhalten, um den dringend notwendigen Infrastrukturausbau zu finanzieren, wird die zweitgrösste Wirtschaftsregion der Schweiz stiefmütterlich behandelt.


    Nur hat diese ganze Sache direkt keine Auswirkungen auf die Fahrplanänderungen ab 2015. Der Doppelspurausbau im Laufental wäre bis dahin sowieso nicht realisiert, und an der Belegung des Bahnhofs Lausanne würde sie auch nichts ändern. Die Verknüpfung der beiden Anliegen ist vielleich politisches Kalkül, um Druck zu erzeugen, aber ein direkter Zusammenhang besteht nicht.

  • Dringend notwendig vielleicht schon, nur fragt sich aus wessen Sicht eben. Ausserdem kommt es darauf an, wer wie gut oder effektiv lobbyiert. Im Ergebnis sieht es halt dann so aus, dass ein Brüttenertunnel oder Zimmerberg II als bedeutender eingestuft wird als z.B. Laufental oder Wisenberg. Ob das zutrifft oder nicht, ist eine politische Frage. Wahrscheinlich müsste man in der NW-CH vermehrt darlegen, dass ein Projekt nicht nur regionalen, sondern auch nationalen Interessen dient.


    Im Laufental ist letzteres m.E. nicht so einfach zu vermitteln. Der einzige Weg wäre, wirklich mit den Romands zusammenzuspannen. Wisenberg ist vermutlich tot, da der Güterverkehr mit dem Neubau am Bözberg vermehrt anderswo durchgehen wird. Und nur für den Personenverkehr baut man keinen neuen Tunnel mit Milliardenkosten. Hart, aber leider realistisch.

    Ich bin auch ein Pendlerman.

  • Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Zu wünschen wäre es ja, aber allein mir fehlt der Glaube...


    Vorliegend zeigt sich halt, dass die politsch zersplitterte und unter sich zerstrittene NWCH gesamtschweizerisch nichts zu melden hat. Ausser in den Finanzausgleich zu zahlen.

    Ich bin auch ein Pendlerman.

  • Durchbruch: Dank Baselbieter Vorfinanzierung soll der laufentaler Doppelspurausbau ab 2016 erfolgen


    Quelle: bz (MZ) vom 10.01.2014


    Kommentar: Klingt ja im ersten Moment sehr vielsprechend, aber ganz so einfach, wie sich das unser "Sabinli" vorstellt, dürfte es nicht werden. Bin gespannt auf die Reaktionen der übrigen Regierungsmitglieder (interessant, dass man so etwas nicht vorgängig im Gremium vorbespricht!) und aus dem Parlament.


    Was ich aber nicht verstehe: Die Kurzvariante von 2 km zwischen Duggingen und Grellingen kostet 100 bis 130 Mio. CHF. Für den gesamten Ausbau zwischen Aesch und Laufen sind im Fabi 100 Mio. CHF vorgesehen ... ???

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