BVB: Elektrobusse

  • 8112 wurde von der Linie 33 genommen, fährt um 12:57 Uhr über die mittlere Brücke noch bis zum Claraplatz, von dort geht es zum Akku laden.

    8117 auf Linie 31, am Abend sowie am Wochenende fahren teilweise Akkus auf einem der beiden Kurse der Linie 31

    21.01.2023

  • Entgegen der immer wieder verbreiteten Falschinformation gab es zu diesem Thema keine Volksabstimmung , sondern lediglich eine von einem PR-Büro organisierte "Benutzerumfrage". Mit Demokratie hat das nicht viel zu tun.

    Grundsätzlich steht es jedem ja demokratisch frei, eine Initiave zu starten und genügend Unterschriften zu sammeln um eine "richtige" Abstimmung zu erreichen, die bei Annahme die genaue Beschaffenheit von Sitzen im ÖV gesetzlich vorschreibt.

    (Oder man könnte gar entsprechende Demonstrationen veranstalten ;) )

  • Es wurde expliziede erwähnt das die Akkus leer waren, oder zumindest so leer waren das eine Fahrt zur Ladestation kritische gewesen wäre. Das ganze Spiel soll bei den Mercesdes Normalbussen nun schon zweimal vorgekommen sein.

    Das kennt man ja schon vom Stromnibus, der musste des öfteren am Flughafen mit leeren oder fast leeren Akkus abgeholt werden.

    Die Heizung bei solch kalten Temperaturen frisst derart Akku Leistung das die Reichweite stark schrumpft.

  • Die Ladepläne sind so gestalte das die Normal Akku Busse Zyklen zwischen 4 und 8 Stunden fahren, danach werden die Busse zwischengeladet, das hängt auch vom Dienstplan der Busfahrer ab.

    Bei 8 Stunden und viel Heizeinsatz wird das im Winter schon knapp mit der Reichweite, wenn der Bus von der Zwischenladung kommt und nicht ganz voll ist, reicht das eben nicht aus.


    Bei den Hess Doppelgelenkern besteht das Problem nicht, da am Flughafen eine Ladesation ist, an der immer wieder Zwischengeladen wird.


    Ein Vergleich BLT und BVB verbietet sich hier, denn das sind zwei völlig verschiedene Konzepte: Depolader - Zwischenlader.


    Die Angaben vom Hesteller über maximale Reichweite würde ich hier besser nicht heranziehen, das sind Laborwerte die in der Realität nie erreicht werden.

    Im Winter muss man froh sein wenn überhaupt noch die Hälfte von der Reichweite erreicht wird. Im Sommerbetrieb bei Hitze gilt das gleiche, Heizungen und Klimaanlagen sind richtige Stromfresser.

    Das ist aber beim normalen Bus oder Auto auch so, der Tankinhalt reicht nie für die Kilometerangaben vom Hersteller.

  • Aber trotzdem merkwürdig, wenn der Chauffeur einfach stur nach Plan weiter fährt bis der Akku leer ist um danach abgeschleppt werden zu müssen. Das wäre ja auch bei einem Dieselbus nicht anders, wenn man die Tankfüllstandanzeige ignoriert.

    Oder ist es vielleicht so, dass die Ladestandsanzeige zu wenig genau funktioniert?

  • Als rein spekulative Ergänzung zum letzten Satz:

    Nach meinem Halbwissen ist es bei Akkus ein grundsätzliches Problem, dass man den Ladestand nicht einfach mit einem mechanischem Schwimmer messen kann. Nach Aussen veraten sie kaum den Ladestand, einzig kurz bevor er leer ist geht die Spannung etwas zurück. Prozentualle Ladestandsanzeigen auch z.B. auf dem Mobiltelefon sind eine reine Schätzung aufgrund des bisherigen Energieverbrauchs.

    Wenn man da bei der Ladestandsanzeige im Bus zu optimistisch rechnet oder vielleicht den Einfluss der Temperatur zu wenig berücksichtigt, ist der Akku bei einer Anzeige von vielleicht 25% in Wirklichkeit doch schon fast leer.

    Das wäre zumindest eine logische die Chauffeure entlastende Erklärung, falls die Busse tatsächlich wegen plötzlich leerem Akku abgeschleppt wurden.

  • Bei 8 Stunden und viel Heizeinsatz wird das im Winter schon knapp mit der Reichweite, wenn der Bus von der Zwischenladung kommt und nicht ganz voll ist, reicht das eben nicht aus.

    Eben, schlechtes Lademanagement.

    Ein Vergleich BLT und BVB verbietet sich hier, denn das sind zwei völlig verschiedene Konzepte: Depolader - Zwischenlader.

    Bei der BVB sind nur die Doppelgelenkbusse als Gelegenheitslader ausgelegt, d. h. mit kurzer Reichweite und regelmässigem Nachladen an der Endhaltestelle.


    Die Standardbusse (und zukünftigen Gelenkbusse) der BVB sind als sogenannte Kombilader ausgelegt, d. h. die Batterie weist wie bei Depotladern eine möglichst grosse Kapazität auf, kann aber trotzdem mit relativ hohen Strömen z. B. an der Endhaltestelle nachgeladen werden. Letztere Eigenschaft führt allerdings dazu, dass die Batteriekapazität etwas unter der eines (nur langsam ladbaren) Depotladers liegt.


    Der Vergleich zwischen BVB (Kombilader) und BLT (Depotlader) ist zulässig, da die BVB ihre Kombilader bis jetzt wie die BLT nur im Depot nachlädt. Die Anforderung an die Umlaufplanung, nämlich dass die Batteriekapazität bis zum nächsten Nachladen im Depot reicht, ist somit bei BVB und BLT identisch, auch wenn die Parameter leicht variieren.

  • Fairerweise muss gesagt sein, dass die Elektrobusse in diesem Umfang auch für die BVB Neuland sind. Über ein Dutzend Busse ist was ganz anderes als der bisherige einzige.

    Im Mercedes-Prospekt klingen die 140 km Reichweite gut, was es im Winter bei Minustemparaturen bedeutet, lernt die BVB gerade....


    Und gerade bei den Elektrobussen, wo die Reichweite nie Hundertprozentig abgeschätzt werden kann geht es fast nicht anders, als mit Learning-by-Doing und Lehrgeld, weil in der Praxis nie alles aufgehen kann, was man sich in der Theorie ausgedacht hat, gerade weil man - aber nicht nur - eine deutlich grössere Flotte an E-Bussen in Betrieb nimmt, als eine BLT. Darum ist es umso besser, wenn die BVB ihre E-Flotte nur nach und nach in Betrieb nimmt, so hat man immer noch genügend Dieselbusse im Bestand, die aushelfen können.


    Auf was ich hinauswill:

    Bitte etwas Geduld. Ich habe bis jetzt noch wenige Betriebe gesehen, wo die Einführung von E-Bussen problemlos abgelaufen ist.

    Bei den Hess Doppelgelenkern besteht das Problem nicht, da am Flughafen eine Ladesation ist, an der immer wieder Zwischengeladen wird.

    Um mal eine Kenngrösse zu liefern, was so an Strom "verbraucht" wird: Nach meinen Beobachtungen "verbraucht" der Doppelgelenker Flughafen-Basel einfach rund ca. 13% Batterie (Ladestand Flughafen 100%; am Bahnhof 87%).

  • ....

    Um mal eine Kenngrösse zu liefern, was so an Strom "verbraucht" wird: Nach meinen Beobachtungen "verbraucht" der Doppelgelenker Flughafen-Basel einfach rund ca. 13% Batterie (Ladestand Flughafen 100%; am Bahnhof 87%).

    Die Flughafenlinie ist wohl für den Energieverbrauch die optimale Linie. Sie hat kaum Steigungen und relativ wenig Haltestellen, es kann deshalb relativ flüssig gefahren werden. Das dürfte bei den andere Linien nicht so optimal sein.


    Was mich aber sehr verwundert, dass die Ladestationen so dezentral angelegt wurden. Wäre diese beim Bahnhof könnte man dort auch die Busse der Linien 30 und 48 nachladen. Und wo sollen die Ladestationen für die Linien 31, 32, 33, 34 und 38 mal hinkommen?

  • Die Flughafenlinie ist wohl für den Energieverbrauch die optimale Linie. Sie hat kaum Steigungen und relativ wenig Haltestellen, es kann deshalb relativ flüssig gefahren werden. Das dürfte bei den andere Linien nicht so optimal sein.


    Was mich aber sehr verwundert, dass die Ladestationen so dezentral angelegt wurden. Wäre diese beim Bahnhof könnte man dort auch die Busse der Linien 30 und 48 nachladen. Und wo sollen die Ladestationen für die Linien 31, 32, 33, 34 und 38 mal hinkommen?

    Laut Planung waren mal folgende Ladesattionen für Zwischenladungen geplant.

    Linie 50 Flughafen (fertig)

    Linie 36 Kleinhüningen - kann auch von Linie 46 benutze werden) - fast fertig

    Linie 34 Bottmingen

    Linie 38/48 Wyhlen Siedlung

    Ausserdem gibt es im Klybeck Areal mehrere Ladestationen im Freien (fertig)


    Alle anderen Linien müssen die Busse öfter ausgetauscht werden.