Beiträge von TRJS

    Zwei Jahre Ersatzbetrieb - bitte was? Hat hier jemand genauere Informationen dazu? Weil zwei Jahre wären wirklich jenseits von Gut und Böse ... Sind es vielleicht konkret nicht eher kürzere Unterbrechungen während zweier Jahre?

    4123: Dass selbst hier dieser Unsinn verbreitet wird ... Die Abstimmungsvorlage behandelte eindeutig die Finanzierung, nicht das Projekt an sich - kann jeder selber nachschauen. Im Abstimmungskampf wie vor allem auf den damals massenweise aufgehängten Plakaten war das Geld Thema Nr. 1 - aber klar, jetzt plötzlich spielt das Thema Nr. 1 keine Rolle mehr. Je nachdem, wie man es gerade argumentativ benötigt.

    Fakt ist: Das Nein-Lager setzte sich zusammen aus Leuten, die gegen das Projekt an sich waren, aber eben auch aus Leuten, die bloss gegen die Investition waren. Jetzt zu sagen, dass das basellandschaftliche Stimmvolk das Projekt abgelehnt habe, ist eine unzulässige Interpretation des Ergebnisses.

    Gerade angesichts des damals massiven Pushens des Geldes als Thema Nr. 1 ist im Gegenteil wahrscheinlicher, dass das Projekt an sich nur eine Minderheit interessierte. Ich würde darauf wetten, dass auch das basellandschaftliche Stimmvolk ja sagen würde, wenn es gefragt würde: "Nehmen Sie dieses Geschenk zu praktisch keinen Kosten für Sie an?" 😉

    Etwas OT: Ich wundere mich immer wieder darüber, dass die providurische Führung des 15ers so lange Bestand hat. Nach Zurückweisung des ursprünglichen Claragraben-Projekts in den 90ern(?) (es wurde ja nie abgelehnt, nur vom Grossen Rat zurückgewiesen) wurde das irgendwann so eingeführt. Ich kann mich nicht erinnern, dass irgendwer jemals zufrieden mit dieser Linienführung gewesen sei. Sinn macht sie ja nicht wirklich und belastet die Innenstadt-Achse eher unnötig.

    Zeigt anderseits exemplarisch auf, wie schwer es ist, die Innenstadt von Tramlinien zu "befreien". Was gestrichen wird, wird zwangsläufig irgendwem fehlen. Auch wenn es, wie es sich mit einer Verknüpfung vom 15er mit dem 16er ergeben würde, nicht wahnsinnig viele treffen würde.

    Naja, ich denke, dass nur durch das Erreichen des Reiseziels EAP das geplante Angebot überhaupt tragbar ist. Der Viertelstundentakt Richtung St-Louis allein dürfte Defizite ohne Ende generieren und ist wohl rein eine Zwischenlösung, bis die Züge zum EAP fahren können. Würde der EAP-Anschluss gar nicht mehr kommen, wäre das wohl schneller als gedacht auch das Ende eines S-Bahn-Angebotes westlich des Bahnhofs SBB ...

    So sehr ich mich über diesen Ausbau freue, bleibt der Ärger darüber, dass es so langsam vorwärtsgeht. "Grösster Ausbau seit 20 Jahren" heisst eben auch, dass es in den letzten 20 Jahren im Grossen und Ganzen einen Stillstand gegeben hat.

    Es ist traurig, dass der Viertelstundentakt Basel-Liestal "das höchste der Gefühle ist" (wie es eine bedeutende Person einmal formuliert hat): Das S-Bahn-Angebot hätte heute schon weitaus besser ausgebaut sein müssen, scheitert aber seit einem halben Jahrhundert an längstens bekannten Kapazitätsengpässen, deren Beseitigung vom Bund zu wesentlichen Teilen einfach aufgeschoben wird: Kein Juradurchstich in absehbarer Zeit, die Überwerfung Pratteln wurde einfach so vom Bundesrat gestrichen, obwohl die Räte sie in STEP aufgenommen haben, und nicht einmal Richtung Aesch klappt es zeitnah.

    Der Viertelstundentakt Zürich-Dietikon ist vor über 30 Jahren eingeführt worden. Das ist ungefähr die Zeitspanne, die Basel hinterherhinkt. Und während der Angebotsausbau in Zürich die Nachfrage Jahr für Jahr steigen lässt, stagniert Basel - eben gerade weil das Angebot hier nicht ausgebaut wurde. Ich hoffe nun, dass der diesjährige Ausbau zeigen wird, dass die Nachfrage spürbar steigt - und sich Investitionen in die Region Basel eben doch lohnen.

    Immerhin, es bleibt hervorzuheben, dass auch die zusätzlichen Halte in Gelterkinden, Möhlin und Stein-Säckingen einen wichtigen Ausbau darstellen: So erhalten alle grossen Gemeinden im Ergolz- und im Fricktal in Kombination von S-Bahn und Interregios einen ungefähren Viertelstundentakt Richtung Basel, quasi als Ersatz zu einem Viertelstundentakt der S-Bahn. Das ist ein ganz bedeutender Ausbau, der in den Medien häufig etwas untergeht.

    Alle hacken auf den Kosten und den Terminen herum. Dabei wird je länger desto klarer, dass die Kosten durch übervorsichtige Risikozuschläge absurd hoch geschätzt werden. Und die Termine schlicht und einfach noch nicht durchgeplant sind. Bei keinem vernünftig geplanten Projekt werden die einzelnen Ausbauten seriell durchgeführt. Sagen ja auch die Planer selbst, dass noch nicht geprüft wurde, inwiefern welche Arbeiten parallel ausgeführt werden können. Das kommt erst noch - und erst dann wird man seriöse, belastbare Aussagen machen können bezüglich den Zeithorizonten der verschiedenen Meilensteinen.

    Wenn ein Bahnhof nicht mehr für die Einwohner da ist, sondern nur noch aus betrieblichen Gründen, dann kann man die Bahn auch gleich abschaffen.

    Ein Hauptbahnhof muss im Zentrum sein, bestens erreichbar für so viele Menschen wie möglich.

    Klar kann man beispielsweise von Allschwil nach Pratteln zuckeln. Aufgrund der deutlich längeren Reisezeiten würden das aber nur wenige machen.

    Schliesslich: Ein "Hauptbahnhof Pratteln" hat mit der Problematik des Herzstücks - der Schaffung eines echten S-Bahn-Netzes - nichts zu tun und kann somit gar nicht als Ersatz für das Herzstück gelten.

    Weiss man eigentlich, ob von Baselland noch wie früher ein Bericht zur Fahrplananhörung veröffentlicht wird? Klar, praktisch 100% der Eingaben werden jeweils abgeschmettert oder bloss zur Kenntnis genommen, wäre aber schon noch interessant zu sehen, was es für Eingaben gegeben hat. (Und eine Antwort auf meine Eingabe wäre auch noch nett ...)

    Heute fährt man ohne umzusteigen aus weiten Teilen von Basel-Nord zum Bf. SBB den mühsamen und langsamen Weg durch die Innenstadt. Zukünftig könnte man ohne umzusteigen den deutlich schnelleren und direkten Weg via Claragraben und Wettsteinbrücke fahren. Für mich ist ziemlich offensichtlich, dass das eine ganz neue Qualität im Netz der BVB mit sich brächte.

    Das "30er-Tram" fände ich sehr, sehr schön. Aber das Claragraben-Tram könnte man ähnlich schnell, billig und einfach realisieren wie den Margarethenstich oder den Petersgraben. Von daher finde ich es sehr ärgerlich, dass die Regierung hier nicht vorwärtsmacht.

    Ausserdem macht sich die ganze Region beim Bund gerade vollkommen lächerlich: Nach dem Letten-Tram soll nun auch der Claragraben vom Agglomerationsprogramm abgemeldet werden?! Da kann es schnell passieren, dass der Bund zukünftig die nordwestschweizer Projekte entweder gar nicht berücksichtigt oder den Anteil an der Finanzierung zurückschraubt. Bravo, liebe Regierungen, bravo.

    Ja klar, Herr Chefingenieur Grenzacher: Am Schreibtisch und in der Theorie wäre dies in der Tat eine "gute Idee". Scheitern dürfte es, einfach mal laut gedacht, an folgenden Punkten: Grössere Baustelle benötigt längere Vorbereitungszeit bei Projektplanung. Hierzu fehlt es an Fachkräfte. Es braucht zusätzliche Fachkräfte im Baubereich. Die Baufirmen sind derzeit gut ausgelastet und auch dort: Fachkräftemangel. Und bestimmt hat sich die BLT, die doch hier sonst immer wieder für ihr gutes Baustellenmanagement gelobt wird, etwas überlegt ... !

    Naja, bei der Waldenburgerbahn ging es, trotz Fachkräftemangel. Klar, dort wäre wegen der Umspurung kaum was anderes möglich gewesen.

    Wobei, mit dem gleichen Spirit wie beim 14er wäre eine Umspurung der WB in kleinen Schritten mit regelmässigen monatelangen Totalsperrungen innerhalb 10 Jahren sicher doch möglich gewesen :P

    Das Problem ist, dass es eine grosse Überschneidung gibt mit der Meinung der entsprechenden Kommentatoren und den Amigos in der basellandschaftlichen rechtsbürgerlichen Politik. Und die haben sehr wirksame Verbindungen zu sehr wichtigen Personen. Würde mich nicht wundern, wenn das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.
    Aber die Hoffnung stirbt nie.

    Dennoch finde ich die gewählte Lösung sehr suboptimal. Mir ist klar, dass eine bessere Lösung schlicht nicht zum jetzigen Zeitpunkt möglich wäre, resp. eine solche einen sehr viel längeren Planungshorizont verlangen würde.

    Dennoch: Es werden nicht bloss Kapazitäten im Güterverkehr eingeschränkt und wartende Passagiere einer unkomfortablen Situation ausgesetzt. Die linksrheinische Güterverkehrsachsen sollen gestärkt und zur alternativen Transitachse aufgewertet werden. Sofern der Güterverkehr nicht über die (momentan nurmehr bruchstückhaft existierende) Palmrhein-Achse oder allenfalls Müllheim (wobei das kaum Sinn machen würde) geleitet wird, wäre eine möglichst unabhängige Güterachse durch den Bahnhof SBB durchaus wertvoll.

    Aber da hätte man schon seeehr viel früher investieren müssen. Ich erinnere mich an den Masterplan aus den 80er-Jahren: Bereits da waren zusätzliche Perrons und Gleisachsen geplant gewesen, aber bloss in - typisch für diese Region - "1. Etappen" ein bisschen realisiert worden. Der umfassende Umbau inkl. der angrenzenden Brücken wurde bis heute aufgeschoben. So dass nun eben nur eine etwas gebastelt wirkende Lösung innert nützlicher Frist realisiert werden kann. Tant pis!

    Bitte mich nicht falsch verstehen, Förderung des ÖV finde ich grundsätzlich gut. Ich wollte aber zum Ausdruck bringen, dass eine Unterstützung sozial Benachteiligter auch mal auf die Agenda gehört. Denn für diese wird der ÖV nun mal immer teurer. Und nein, es gibt nicht bloss Sozialhilfefälle auf der einen Seite und solche, die es nicht nötig haben auf der anderen Seite. (Davon abgesehen, wird in BL das U-Abo von der Sozialhilfe wirklich übernommen, oder sind dessen Kosten nicht eher Teil des Grundbedarfs? - der ja derart knapp bemessen ist, dass man sich in der Realität dann doch kein Abo kauft, sondern bei Einzelfahrten bleibt, die man partout nicht einsparen kann.)

    Eine solche Unterstützung muss ja nicht einkommensabhängig sein. Ich wäre schon froh, wenn nicht Sparmöglichkeiten gestrichen oder verteuert würden (Gemeinde-Tageskarten), vorhandene Sparmöglichkeiten spürbarere Rabatte ermöglichen würden (Sparbillette allgemein) oder mehr Sparmöglichkeiten eingeführt würden (19-Uhr-Abo/GA Night für alle, und nicht - wieder mal - nur für Jugendliche).

    Wenn ich die Äusserungen der Kommission so lese, bin ich echt froh, aus Baselland nach Zürich gezogen zu sein. BL ist echt lost, was den öffentlichen Verkehr angeht. Völlig vergebene Liebesmüh, hier etwas erreichen zu wollen. Angesichts der nicht endenden Verlogenheit der Argumente, deren Urheber einfach rein gar nichts für den ÖV und ausschliesslich was für den MIV herausschlagen wollen, war mein Wegzug eine reine Wohltat. Zumal in Zürich auch Bürgerliche selbstverständlich verstanden haben, dass der Ausbau des ÖV nur Vorteile bringt, in jeder Hinsicht.

    Als Jugendlicher der Mittelschicht konnte ich überall profitieren noch und noch. Da ein Gratis-Startguthaben, da tolle Vergünstigungen, hier materielle Geschenke. Hatte ich es nötig? Nie und nimmer! Waren diese Vergünstigungen sozial? Träumst du etwa? Waren die Vergünstigungen geil? Aberschosicher!

    Vergünstigungen für Jugendliche haben nur einen einzigen primären Grund: Die guten Kunden von morgen - sobald sie finanziell profitabel sind - zu binden. Mit sozialen Motivationen hat es praktisch nie irgend auch nur entfernt etwas zu tun. Höchstens um kommunikativ sich blendend selbst darzustellen.

    Insofern juble ich ob dieser neuen Meldung nicht. Ich würde jubilieren, wenn endlich mal jemand beweisen würde, wirklich Gutes tun zu wollen, und Rabatte denen zukommen liesse, die es wirklich nötig haben. Vollkommen egal ob jung oder älter.

    Flyer, die gegen die Tramverlängerung Stimmung machen?! Sorry, aber sowas geht gar nicht. Wenn man etwas politisch aufgleisen möchte, dann sucht man die Kooperation mit den Entscheidungsträgern. Dann ist es aber sehr, sehr ungeschickt, wenn man gleichzeitig versucht, Projekten, die dieselben Entscheidungsträger mit viel Mühe aufgegleist haben, ein Bein zu stellen! Wenn die Initianten im gleichen Stil weitermachen, können sie es gleich vergessen ...