Beiträge von TRJS

    Die Reduktion an sich sehe ich auch kritisch, denn sie geht teilweise von der Prämisse aus, dass der 8er nicht mehr in die Innerstadt geführt wird, sondern via Wettsteinbrücke ins Kleinbasel. Und das, mit Verlaub, ist insofern eine Frechheit, als dass sich der Grosse Rat bei mehreren Gelegenheiten klar und deutlich dagegen ausgesprochen hat. Aber das wird vom Baudepartement konsequent ignoriert.

    Ich habe das Ganze nur kurz überflogen, aber grundsätzlich werden ja auch äusserst positive Themen behandelt. Vor allem der lang ersehnte Knoten Markthalle würde einen enormen Fortschritt bedeuten - einerseits von den Quartieren/Vororten zum Bahnhof, anderseits aber auch in Richtung Innerstadt. Ich bin froh, dass dieser Knoten nun Gestalt annimmt. Das wird das Gesicht des Bahnhofs so sehr verändern, dass man ihn kaum mehr erkennen wird. Und das ist in meinen Augen nichts Schlechtes.

    Naja, wenn man so Sachen liest wie 2x Wechsel auf Linksverkehr oder Umleitung des 15ers durch die Gartenstrasse, dann ist die erste Reaktion natürlich *facepalm*. Wenn man einen kommunikativen Schlamassel verhindern will, müsste das Baudepartement offensiver kommunizieren und frühzeitig Pläne sowie Erläuterungen dazu liefern.

    So aber wird Wessels die Tradition der am Aeschenplatz gescheiterten Regierungsräte fortführen ...

    Die Jugend zu sehr zu verhätscheln ist meiner Meinung nach kontraproduktiv: Ab 20, wenn der volle Preis gezahlt werden muss, würde dies nur umso mehr als "überteuert" angesehen. Und darüber nachgedacht, ob man so wahnsinnig mehr Geld als vorher (tja ...) überhaupt sich leisten will. Das eigene Auto ist dann durchaus eine attraktive(re) Alternative ...


    Wenn schon, sollten Verbilligungen unabhängig vom Alter denen zukommen, die darauf angewiesen sind. Oder dann allen - unabhängig vom Alter ...

    Wäre die Eisengasse nicht breit genug für Verkehr in beide Richtungen? Dann könnten die Buslinien via Marktgasse zum Marktplatz, Haltestelle wäre dort, wo früher der Eingang zum Interdiscount war, und weiter würden die Busse via Eisengasse fahren (resp. umgekehrt). So könnte der Umsteigeknoten von der Schifflände an den Marktplatz verschoben werden.


    Am Marktplatz ist auch eine behindertengerechte Haltestelle möglich, was ich mir bei der Schifflände beim besten Willen nicht vorstellen kann ...

    In den 90ern hat man selbst am Barfi während des Betriebs gebaut, wie das bis dazumal üblich war und funktioniert hat. Erst dann ist man aus Kostengründen zu Sperrungen übergegangen, mit den bekannten Folgen: mühsame Umleitungen, demzufolge (welch´ Überraschung) unzufriedene Kunden, demzufolge (welch´ Überraschung) weniger Kunden. Mal schauen, wie lange noch die Betreiber sich denken werden, dass ihnen das egal sein kann.

    Was die Führung des 8ers über die Wettsteinbrücke angeht: Die wird nicht kommen. Warum? Weil es im Grossen Rat keinen Verkehrspolitiker gibt, der diese Variante unterstützen würde, jedenfalls ist mir keiner bekannt. Es ist einzig und allein das BVD, das auf dieser Linienführung beharrt, aus Gründen einer Sturheit, die keine Grenzen kennt. Schliesslich hat der Grosse Rat schon mehrmals zum Ausdruck gebracht, dass eine Herausnahme des 8ers aus der Innerstadt nicht in Frage kommt.


    Die Idee, den 8er noch dazu via Messeplatz einen Umweg fahren zu lassen, ist schlichtwegs Irrsinn. Das BVD weiss genau, dass der Claragraben im Grossen Rat keine Chance hätte, wenn er mit der Herausnahme des 8ers aus der Innerstadt verknüpft wäre. Diese Herausnahme vorzuziehen, bevor der Claragraben in den Grossen Rat kommt, ist ein Winkelzug, um die BVD-Variante gegen den Willen des Grossen Rates durchzuboxen. Deshalb ist es ein Affront gegenüber dem Grossen Rat, und ehrlich: Wer stoppt endlich das BVD und bringt es auf Kurs? Es ist immer noch so, dass der Grosse Rat der Auftraggeber ist, dem sich die Regierung im Zweifelsfall unterzuordnen hat ...

    Böse gesagt: Beim IC Basel-Zürich ist man aufgrund der dauerverspäteten ICE und z.T. auch TGV Ausfälle und Ersatzkompositionen eh´ schon gewohnt. Da macht die eine oder andere ausgefallene Verbindung keinen grossen Unterschied mehr ...


    Aber im Ernst: Mir macht die Perspektive keine Freude, dass es dann noch häufiger heisst: ´Die Verbindung xx fällt aus, Reisende nach Zürich benutzen die Linien via Aarau oder Brugg, ist uns egal, dass Sie eine knappe halbe Stunde zu spät in Zürich ankommen.´ Ist mir nämlich bereits ein paar Mal passiert, und das nicht unbedingt zum günstigsten Zeitpunkt. Irgendwann sollten die Verantwortlichen in Basel bei den SBB einfordern, dass in jedem Fall eine Ersatzkomposition geführt werden muss. Auch wenn das eine Fussballfan-Extrazug-Komposition wäre. (Ok, kann sein, dass wenn ich mal in so einem Zug gefahren wäre, ich vielleicht anders sprechen würde :P )

    Ich finde, unterhaltsfrei hat einen durchaus Diskussions-würdigen Punkt angesprochen. Ich hole kurz etwas aus: Dort, wo ich wohne (in Zürich), wurde letztes Jahr "meine" Haltestelle wegen Bauarbeiten während dreier Monate ersatzlos aufgehoben, was für mich täglich einen mühsamen Umweg bedeutete. Obwohl ich 100% der Abokosten bezahlt habe, habe ich also zu 25% eine deutliche Einschränkung der Angebotsqualität hinnehmen müssen.


    Die zentrale Frage für mich ist nun: Ist es akzeptabel, dass, obwohl der Kunde 100% des Preises gezahlt hat, der Betreiber der Infrastruktur nicht alles dafür unternimmt, dass der Kunde möglichst wenig Einschränkungen hinnehmen muss?


    Bis in die 90er-Jahre war es üblich, dass während des Betriebs gebaut wurde. Ich erinnere mich, dass selbst bei einer Grossbaustelle am Barfi der Betrieb nicht eingestellt worden ist. Erst seit etwas vor dem Jahrhundertwechsel ist man dazu übergegangen, bei grösseren Baustellen den Betrieb vor Ort komplett einzustellen oder Haltestellen aufzuheben, obwohl Ersatzlösungen durchaus möglich wären - freilich zu etwas höheren Kosten.


    Und das ist der Knackpunkt: Es ist eine Kostenfrage! Nun lässt sich darüber streiten: Wer soll durch den Kostenvorteil durch Betriebseinstellungen während Bauarbeiten profitieren? In einer perfekten Marktwirtschaft wäre es in der Tat angebracht, dem Kunden eine Preisreduktion anzubieten. Oder teurere Bauarbeiten in Kauf zu nehmen zugunsten geringerer Beeinträchtigung des Kunden. Realistischer ist es allerdings, dass die "relativ tiefen" Abokosten auch dadurch zustandekommen, dass der Betreiber von vornherein mit "Billiglösungen" bei Bauarbeiten rechnet. So gesehen sind die Komforteinschränkungen während Bauarbeiten quasi bereits im Abopreis miteingerechnet ...


    Es bleibt also die Frage: Was ist uns unser Komfort wert? Wären wir bereit, etwas mehr für unser Abo zu zahlen, wenn dafür der Betreiber die Bauarbeiten bei höheren Kosten wieder während des Betriebs durchführen würde?

    Ich schätze ja mal, dass das BVD einen Ratschlag an den Grossen Rat ausarbeitet, wo penetrant alle Nachteile des Euler-Gleises in den Vordergrund geschoben werden, so dass es als Kamikaze-Aktion aussehen wird, wenn man dem Ratschlag zustimmt.

    Jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass Wessels über Nacht den Plan des BVD kippt, den 8er ab Bf. SBB via Wettsteinbrücke - Claragraben an der Innerstadt vorbei zu leiten (womit das Euler-Gleis ja unnötig wäre). Aber weiss jemand der Insider da mehr?

    Die im Artikel erwähnten "Schwerpunktkontrollen" finde ich eine Frechheit sondergleichen den Fahrgästen gegenüber: Mir ist es in Zürich effektiv mal passiert, dass ich wegen einer solchen Zwangsverzögerung einen Anschluss verpasst habe. Bei Kontrollen während der Fahrt hat man mit der gleichen (grossen) Anzahl Kontrolleuren genug Zeit, alle Fahrgäste zu kontrollieren.

    Und wenn nicht, egal, ist nicht das Problem der zahlenden und auf verlässliche Verbindungen vertrauenden Fahrgäste! Wirklich gute Kontrolleure sollten zudem nun wirklich im Blick haben, wenn sich innerhalb des Fahrzeugs während einer Kontrolle ein Fahrgast verschiebt, um sich der Kontrolle zu entziehen - und diese Person gezielt ansprechen. Und wenn einer durch die Lappen geht, weil er per Zufall an einem Ort sitzt, wo es für die Kontrolle nicht mehr reicht, dann halt! Deswegen ein volles Tram ganz aufhalten, das geht m.M. nach gar nicht.

    Ich denke auch, dass es zum Twindexx zur Zeit keine Alternative gibt. Jedenfalls nicht den RVD ... Bis jetzt habe ich auch noch keinen konkreten Grund gelesen, weshalb es unmöglich sein sollte, die Twindexx auf ein akzeptables Niveau zu bringen (manche schwanken nur wenig, sollte also lösbar sein, Software-Probleme kann man programmiertechnisch beseitigen etc.). Und auch frühere "Pannenzüge" und -lokomotiven hat man mit der Zeit genug optimieren können, dass sie im Alltag funktionierten. Allerdings bin ich kein Experte, was Rollmaterial angeht.

    Ehm, das Einspracheverfahren ist dafür da, um gegebenfalls Einsprache zu erheben ... Ich sehe nicht ein, weshalb jetzt auf jemandem herumgehackt werden sollte, der sich an die gesetzlich vorgegebenen Verfahren hält. Es kann doch nicht sein, dass einem die Legitimität abgesprochen wird, weil er nicht die notwendigen Insider-Connections zu den Staatsangestellten hat, um seine Interessen einzupflegen, bevor einem rechtlich Gehör geschenkt werden muss.


    Wenn überhaupt, dann müsste der Vorwurf an die Verwaltung gehen, dass sie die entsprechenden Verbände nicht rechtzeitig eingebunden hat. Oder dass sie nicht gleich von sich aus die entsprechenden gesetzlichen Vorgaben eingehalten hat ...

    Anfangs war ich begeistert vom Zug: das Interieur gefällt mir (klar, ist Geschmackssache) und das WC ist gross und auch in allen Details durchdacht.


    Aber dann fuhr er los.


    Das Schwanken war deutlich stärker, als ich es mir vorgestellt hatte. Auch auf gerader Strecke rüttelte es, auf gerader Fahrt über Weichen schüttelte es, und auf Abzweigung auf einer Weiche schlug es regelrecht zu. Zugegebenermassen ist die Laufruhe auch eines EWIV nicht gerade toll, wenn man darauf achtet. Aber beim FV-Dosto ist es so stark gewesen, dass, wenn ich der Empfänger wäre, das Teil gleich wieder retour geben würde ...

    Ich mag ja die Leute aus dem Baudepartement eigentlich sehr, aber autsch, mit diesen Plänen tun sie sich selber keinen Gefallen. Keine Verbindung in den Bereich Barfi-Marktplatz für das ganze Bruderholz? Nicht für das Neubad? Das halbe nördliche Kleinbasel auch abgeschnitten? Zusätzlich die Entwicklungsgebiete wie die Rheininsel mit Direktverbindungen nach, naja, quasi nirgendwo?


    Politisch ganz heikel: Den Margarethenstich - obgleich eine der sinnvollsten Neubaustrecken - einfach so in den langfristigen Netzplan einzuzeichnen, kann für Baselland auch als Affront aufgefasst werden.


    Umgekehrt ist der 3,75´-Takt für Münchenstein-Reinach durch die Innerstadt in Form des 12ers immer noch drin - das wird die betroffene baselstädtische Bevölkerung gar nicht ´liken´ (um es zeitgemäss zu formulieren).


    Was wiederum die - entscheidenden! - Politiker dazu verleiten wird, diesen Plänen eine Absage zu erteilen. Besonders schwarz sehe ich unter diesen Vorzeichen für den Claragraben: Im Quartier sowieso verhasst, wird dieses Projekt aufgrund Widerstandes aus Kleinhüningen und dem Neubad exakt Null Chancen haben.


    Damit hätten wir nach dem Erlenmatt- und dem Margarethenstich-Nein einen weiteren Schritt gemacht hin zum Stillstand. Wenn nicht gar dem Kippen der Stimmung, hin zu einem Abbruch aller Erweiterungs-Bestrebungen im Kerngebiet der Agglomeration.


    Edit: Eben gesehen, dass das Komitee der Tram-Initiative der gleichen Meinung ist, siehe bz-Artikel "«Sie ignorieren den Volkswillen» – Masterplan der Regierung kommt nicht überall gut an"