Beiträge von Stefan

    Ab Betriebsbeginn Montag, 29. November 2004 wird das Fahrverbot in beiden Fahrtrichtungen zwischen Barfüsserplatz und Burgfelden Grenze sowie die beiden Verbindungsgleise Burgfelderstrasse/Spalenring für Combino-Fahrzeuge aufgehoben. (Quelle BVB)
    PS: Damit sollten an der Fasnacht 05 keine Probleme mehr Auftreten mit Umleitungen.

    Zitat

    Original von Pantograph
    Im entsprechenden Artikel der "baz online" (siehe Newsticker) steht unter anderem:
    "Der Konzern ist weiter verpflichtet, ab dem kommenden 11. Oktober der Stadt jederzeit 19 Trams und ab 2005 die komplette Flotte zur Verfügung zu stellen."
    Wie soll das gehen? Wenn einzelne Fahrzeuge nach Prag oder weiss ich wo zur Sanierung reisen und die ganze Aktion zweieinhalb Jahre dauert, wie soll dann ab 2005 die "komplette Flotte" zur Verfügung gestellt werden?


    Die Antwort im BVB Newsletter:


    ... Der BVB müssen gemäss Vereinbarung während der Sanierungsarbeiten jederzeit genügend Trams zur Aufrechterhaltung ihres Betriebs zur Verfügung stehen, und zwar 19 Trams bereits ab 11. Oktober 2004, und ab Anfang 2005 die komplette Flotte mit Ausnahme weniger Fahrzeuge, die sich jeweils zwecks Sanierung im Siemens-Werk befinden. ...


    Ebenfalls interessant:


    ...Der Life Cycle Costs-Vertrag, mit welchem Siemens der BVB die Wartungs- und Unterhaltskosten auf 10 Jahre garantiert, wird jetzt während zweieinhalb Jahren sistiert und läuft dafür erst zweieinhalb Jahre später ab. ...


    Quelle: BVB Newsletter

    Interview mit dem Podiumsteilnehmer Winfried Wolf:


    Winfried Wolf :«Aluschrott statt Trams»
    Das Combino-Desaster ist noch in frischer Erinnerung, ein Sanierungskonzept wurde von der Herstellerin Siemens bis jetzt noch nicht veröffentlicht. Ein Kritiker von Siemens und Combino ist Verkehrsexperte Winfried Wolf. Er sass bis 2002 für die PDS im deutschen Bundestag und war deren verkehrspolitischer Sprecher. Zurzeit schreibt er an einem Schwarzbuch über den Combino.
    Baslerstab: Winfried Wolf, ihr Buch soll den Titel «Combino – das absehbare Desaster der Siemens Niederflur-Strassenbahnen» tragen. Wieso war das Desaster absehbar?
    Winfried Wolf: Es gab im Vorfeld des Combino-Einsatzes von Fachleuten – darunter dem Verkehrsexperten Harry Hondius – durchaus kritische Analysen. Nach einer ersten Probefahrt von Hondius im Sommer 1996 schrieb dieser betont zurückhaltend: «Die ersten Fahreindrücke waren sicherlich nicht ungünstig. Hoffen wir, dass wir mit der Zeit positiv über Betriebserfahrungen berichten können.» Kurz darauf – ab Ende 1996 – äusserte sich Hondius nur noch positiv zum Combino. Inzwischen arbeitete er als Verkehrsberater für die Potsdamer Verkehrsbetriebe. Diese erteilten im Dezember 1996 den ersten Combino-Grossauftrag. Die geforderten «Betriebserfahrungen» hätten im Fall von Trams jedoch bedeutet, dass man einige 100 000 Kilometer fahren muss, um Erfahrungen zu sammeln. Solche Betriebserfahrungen lagen jedoch nicht vor, als der Vertrag in Potsdam geschlossen wurde.
    Nun gabs dieses «Combino-Grounding». War das Desaster in diesem Ausmass wirklich absehbar?
    In diesem Ausmass ist das wohl einmalig in der Tram-Geschichte. Aber es gab Treffen der Verkehrsunternehmen mit Siemens. Beispielsweise im Dezember 2003 im Frankfurter Sheraton-Hotel. Dort war bereits ein auswärtiger Sachverständiger vertreten, Ulrich Hachmann. Er hatte schon damals festgestellt, dass es «katastrophale Risse in Schwenk-konsolen geben» würde. Viele schwer wiegende Mängel waren den Verkehrsbetrieben bekannt. Zumal in Basel im Sommer 2003 – so damals BVB-Sprecher Pius Marrer – bei allen Combinos «an 28 Stellen Risse zugeschweisst» und «Schrauben zur Verstärkung» eingezogen wurden. Wenn man solche Sachen bei relativ neuen Strassenbahnen konstatiert, dann ist klar, dass etwas Grösseres im Anmarsch ist.
    Was raten Sie den betroffenen Verkehrsbetrieben?
    Erstens Aufklärungsarbeit. Das ist das Gegenteil von dem, was in der neuen Ausgabe der «BVB-Facts» steht. Dort wird beschönigt. Es heisst, man würde einer finalen Sanierung zustreben. Das halte ich für völligen Quatsch – es gibt keine Sanierung. Siemens hat ein halbes Jahr nach dem Grounding immer noch keinen überzeugenden Sanierungsplan vorgelegt. Zweitens muss Siemens in vollem Umfang verantwortlich gemacht werden. Die Firma hat 80 Milliarden Euro Umsatz und 2,7 Milliarden Gewinn gemacht. Da ist der Gesamtschaden von einer Milliarde verkraftbar. Siemens ist verantwortlich, weil sie keine funktionierende Strassenbahn geliefert haben, sondern prospektiv wohl eher Aluschrott. Drittens muss man alles tun, um Schaden von den öffentlichen Verkehrsbetrieben und den Kommunen abzuhalten. Die Gefahr besteht, dass das Revival der Trams gestoppt wird.
    Welche Zukunft sehen Sie für Trams?
    Trams erlebten jahrzehntelang wenig Entwicklung, weil man sie zum alten Eisen erklärt hatte. Dann gab es seit Mitte der 80er Jahre ein Revival. Das hat bewirkt, dass es fantastische neue Entwicklungen gab. Dazu gehört sicher auch die Niederflur-Technik. Es gibt kaum eine bequemere und sicherere Transportweise unter den motorisierten Verkehrsarten in Städten.
    Interview: Ralph Schindel / Baslerstab

    Das Combino-Debakel und die Zukunft der Strassenbahn


    organisiert durch die Grüne Partei


    Montag 20.09.04 19:30h im Grossen Saal Cafe Spitz


    Einführung von Winfried Wolf (Verkehrswissenschaftler Dr. phil.) Autor der Bücher "Eisenbahn und Autowahn"
    und "Combino - Das absehbare Desaster der Siemens-Niederflurbahn" (Erscheint im Oktober)


    Anschliessend Gespräch mit den Podiumsteilnehmern und dem Publikum.


    Auf dem Podium:


    Anita Lachenmeier (Grüne, VR BVB)
    Eric Grasset (Vize TPG, Genf)
    Moderation: Beat Leuthardt (Wagenführer, Mieterverband)

    Was die Konzernzentrale sagt und was die Abteilung, was stimmt nun wohl?


    BaZ vom 07.07.04

    Der Widerspruch von Siemens
    Basel. cm. Siemens-Verkehrstechnik, die für Entwicklung, Bau und Vermarktung der lahm gelegten Combinos verantwortlich zeichnet, sieht rosa. Gegenüber der «Süddeutschen Zeitung» sagte eine Sprecherin, den Betreibergesellschaften sei bei einem Treffen in Bern ein «Reparatur- und Sanierungskonzept» vorgelegt worden. Die Siemens-Zentrale in München dementierte gegenüber DPA die Fehlmeldung aus dem eigenen Haus umgehend: Es bestehe weiterhin keine Lösung für das Problem mit den fehlkonstruierten Combino-Strassenbahnen. Und: Es gibt bisher keine Gesamtlösung.


    Hintergrund für die unterschiedlichen Signale aus dem Haus Siemens könnten die divergierenden Ansichten über die Zukunft der Sparte Strassenbahnen im breiten Konzern-Angebot sein: Während die Zentrale schon mehrfach einen möglichen Verkauf der Sparte angetönt hat, kämpft die Abteilung ums Überleben.

    Letzte Klarheit wird wohl am Schluss nur ein Gang vor's Gericht bringen. Da die BVB ja anscheinend einen Vertrag mit Siemens Schweiz hat, wird der Gerichtsstandort wohl Wallisellen oder Zürich sein. Wieviel Geld dann wohl die Anwälte damit verdienen...?

    Das klingt ja alles schön und gut, aber wie sollen sich die BVB-Verantwortlichen den Verhalten? Den Hersteller die unbrachbare Ware nachbessern lassen und hoffen das alle entstehenden Kosten der Hersteller brav trägt? (Das wird noch eine jahrelange Prozesslawine geben, selbst wenn Siemens die Combino 2005 wieder fit kriegt). Oder sollen sie sich ihrerseits ungesetzlich verhalten, den Vertrag einseitig brechen und Siemens den Bettel vor die Füsse schmeissen? Was geschied dann? Siemens besteht vor Wandlung (Kaufpreis gegen Ware zurück) sicherlich auf Nachbesserung (Reparatur/Sanierung) ihrerseits. Jahrelange teure Prozesse nachdenen dann Siemens (vielleicht) einen kleinen Teil zahlt. Die BVB ihrerseits zahlen dann dafür hohe Anwaltskosten, bleiben auf den Kosten der Wagenmiete BLT, auf den Transport und Umbaukosten Bernmobil und auf den Mehraufwendungen Werkstatt grösstensteils sitzen und müssen auf Ihre Kosten einen Berg Alt-Alu entsorgen und auf Ihre Kosten neue Trams besorgen. Ob das im Moment der bessere Weg ist???

    Nun die neuen Trams von Genf und die Zürcher Blindschleiche haben auch beweglichere Räder als die Rumpelino. Die Cobra hat meines Wissens auch Schwenk-/Wanklager in allen Gelenken. Aber all das muss sich, wie die Rennpappe sagt, noch im längeren Einsatz bei schwierigster Gleisgeometrie (Basel) bewähren...

    Zitat

    Original von Bernd Schröder
    @Martin: ... zudem konnte ich mich durch die Prospekte des Herstellers davon informieren, dass hier ein absolutes Spitzenprodukt, wahrscheinlich das modernste und beste Tram der Welt, für basel gewonnen werden konnte!


    Tja, wer nur dem Hersteller glaubt, ist natürlich bestens informiert :]

    Zitat

    Original von Martin 703
    1983/1984 beschaffte man mit den MB O305G ein bereits über mehrere Jahre bewährtes ERFOLGREICHES Produkt und blieb so von bösen Überraschungen verschont.


    Ausser, das sie mittlerweile den dritten (oder vierten oder fünften) Boden habe. ;) Solche Qualität in der Verarbeitung wie bei den FBWs gibt es wohl nicht mehr.... :(
    Zu den Combinos: Ob man heute mit dem Endlosflickwerk Cobra zufriedener währe...? Und was hätte die breite Bevölkerung wohl gesagt zu 70%-Niederflur, wenn anderswo doch 100% fährt? Ob sich wohl Cityrunner besser bewährt hätten nach 150000 km auf dem (anerkannt) schwierigen Basler Netz (Netzgeometrie)?? Wer kann das heute mit Sicherheit sagen?

    BASEL. - Mit grobem Geschütz fährt der Basler SVP-Grossrat Kurt Bachmann gegen die von OnlineReports erstmals publik gemachten Konstruktionsmängel - Risse an tragenden Teilen - an den neuen Combino-Trams der Basler Verkehrsbetriebe (BVB) auf: Es bestünden "reale Befürchtungen", dass sämtliche 28 Combinos vom Hersteller Siemens "nicht dauerhaft repariert werden könnten. Dies könnte die grösste Tragödie in der Geschichte der Basler Verkehrsbetriebe werden". In einer Interpellation beruft sich Bachmann auf eine von der CDU-Stadtratsfraktion Potsadam herausgegebene Studie "Combino im Städtevergleich" vom 23. September letzten Jahres. Dieses Dokument fördere eine "veritable Combino-Misere ohne sicheren Ausweg in den Städten Amsterdam, Augsburg, Freiburg, Nordhausen und Potsdam" zutage. Die auch an den Basler Combinos aufgetretenen Mängel gingen offensichtlich über das hinaus, was die BVB-Leitung bisher zugegeben habe. Drei Mängelbereiche führt Bachmann auf:


    • Das starre Fahrwerk leite die beim Fahren auftretenden Stösse und Kräfte in horizontaler Richtung völlig ungedämpft an die Wagenkonstruktion weiter. Angeblich wolle Siemens das starre Fahrwerk gegen ein Drehgestell mit begrenztem Drehwinkel austauschen.


    • Für die im grossen Umfang geschraubte Combino-Konstruktion, die in erster Linie aus Kostengründen gewählt wurde, hätten bezüglich Strassenbahnen "keinerlei positive Erfahrungen" vorgelegen.


    • Der beim Combino verwendete Werkstoff Aluminium werde im Zusammenhang mit der Schraubkonstruktion als doppelt kritisch angesehen. Siemens habe sich bei der Combino-Konstruktion offenbar fälschlicherweise davon leiten, "dass Aluminium bei gleicher spezifischer Stossbelastung höhere Stossenergien als Stahl elastisch aufnimmt". Bachmann spricht auch von einem nicht näher ausgeführten "Gefährdungspotenzial" bei einer "zufälligen Berührung der Antriebselemente" und stellt der Regierung zum Combino-Komplex mehrere Dutzend Fragen.


    (© OnlineReports.ch 7. Februar 2004)