ÖV-Drehscheibe Bottmingen

  • Seit 2019 plant der Kanton Basel-Landschaft mit der Gemeinde Bottmingen und der BLT die Umgestaltung der ÖV-Drehscheibe bei der Haltestelle Bottmingen Schloss. Für die Planung und Realisierung des Teilprojekts Bushof beantragt die Baselbieter Regierung beim Landrat 18 Millionen Franken. Die Teilprojekte Tramhaltestelle und Tramwendeschlaufe werden durch den Bund finanziert und durch die BLT geplant. In der Landratsvorlage beantwortet der Regierungsrat zudem offene Fragen aus der Petition gegen die Tramwendeschlaufe.

    Verkehrssicherheit für alle, Barrierefreiheit, viel Grün und kurze Wege beim Umsteigen: Das soll die neu gestaltete ÖV-Drehscheibe beim Bottminger Schloss ab 2030 auszeichnen. Die Haltestelle Bottmingen Schloss ist der wichtigste Umsteige- und Zugangspunkt für die umliegenden Gemeinden und das Leimental insgesamt. Im Schnitt frequentieren pro Werktag knapp 6800 Busfahrgäste sowie rund 4800 Trampassagiere die Haltestelle (Zahlen von 2024). Das Bottminger Dorfzentrum ist zudem ein wichtiger Strassenverkehrsknotenpunkt und viele Schülerinnen und Schüler sind auf ihrem Schulweg entlang der Schlossgasse unterwegs. Dies unterstreicht die Dringlichkeit, den Raum bevölkerungsfreundlicher und sicherer zu gestalten.

    Barrierefreies Einsteigen, mehr Aufenthaltsqualität

    Der Kanton Basel-Landschaft möchte den sanierungsbedürftigen Bushof erneuern, damit dort ebenerdiges Ein-, Aus- und Umsteigen möglich wird und die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes erfüllt werden. Ebenfalls sollen die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden sowie die Aufenthaltsqualität erhöht werden. Dazu hat der Regierungsrat dem Landrat am 21. April 2026 eine Vorlage unterbreitet. Diese umfasst den Antrag zur Genehmigung des generellen Projekts. Zudem wird die Bewilligung von 18 Millionen Franken beantragt, als Beitrag des Kantons an die Erneuerung und Umgestaltung des Bushofs der Haltestelle Bottmingen Schloss. Der Bund wird sich über seine Agglomerationsprogramme voraussichtlich mit maximal 5,8 Millionen Franken beteiligen.

    In der Landratsvorlage beantwortet der Regierungsrat auch nochmals offene Fragen aus der Petition «Keine Wendeschlaufe und Verkehrsdrehscheibe im Dorfkern im Umfeld des historischen Weiherschlosses Bottmingen». Diese wurde vom Landrat bereits im April 2024 behandelt und abgeschrieben.

    Tramhaltestelle und -wendeschlaufe neu durch Bund finanziert

    Der Kanton Basel-Landschaft, der bisher die Federführung des Gesamtprojekts innehatte, ist ab der nächsten Projektphase ausschliesslich für die Planung und Finanzierung des Teilprojekts Bushof verantwortlich. Die beiden Teilprojekte Tramhaltestelle und Tramwendeschlaufe hingegen werden von der BLT geplant. Neu ist, dass nicht nur die Haltestelle, sondern auch die Wendeschlaufe ganz durch den Bund finanziert werden. Die BLT ist aktuell daran, das Plangenehmigungsverfahren nach eidgenössischem Eisenbahnrecht für die Streckenerneuerung Ettingen–Zoo vorzubereiten und dabei auch den Abschnitt in Bottmingen zu koordinieren. Weil die Teilprojekte der ÖV-Drehscheibe Bottmingen eng miteinander verbunden sind, erfolgt die Planung aber weiterhin koordiniert zwischen BLT, Kanton und Gemeinde.

    Beliebte Angebote bleiben erhalten

    Im Vergleich zur aktuellen Situation wird der Bushof um 90 Grad gedreht, fünf parallele Haltekanten werden in Ost-West-Richtung ausgerichtet. Eine sechste Haltekante wird entlang der Schlossgasse zu liegen kommen. Um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, wird der Bushof zudem mit Witterungsschutz, schattenspendenden Bäumen, Sitzmöglichkeiten, einem Brunnen sowie mit bis zu 120 Veloabstellplätzen ausgestattet.
    Das ehemalige Postgebäude wird dem Bushof Platz machen müssen. Für die darin untergebrachten Nutzungen (Bibliothek, Migrolino mit Postagentur) werden gute Anschlusslösungen gesucht, sodass diese Angebote für die Bevölkerung erhalten bleiben. Die vorliegende Planung bietet dafür verschiedene Optionen an.

    Baustart frühestens ab 2028

    Die Tramhaltestelle wird um rund 40 Meter nach Norden Richtung Basel verschoben und die Tramwendeschlaufe ist hinter dem Kioskhäuschen auf der Ostseite der Tramlinie geplant. Die gesamte ÖV-Drehscheibe – Bushof, Tramhaltestelle und Tramwendeschlaufe – soll im Vergleich zur aktuellen Situation deutlich grüner gestaltet werden und mehr Aufenthaltsqualität bieten. Alle Teilprojekte nehmen zudem Rücksicht auf die sensible Lage in unmittelbarer Nähe zu Weiherschloss und Bottminger Dorfzentrum. Gemäss Zeitplan wird das Bauprojekt Bushof bis 2027 ausgearbeitet. Der Baustart ist frühestens 2028 geplant. Das Ziel ist es, dass der Bushof 2030 in Betrieb genommen werden kann. Weil die Teilprojekte eng miteinander verbunden sind, sollen sie nach Möglichkeit zeitgleich umgesetzt werden.

    Alle Informationen zum Projekt ÖV-Drehscheibe Bottmingen sowie Bilder sind abrufbar unter diesem Link.

    Landratsvorlage

    Projekt wurde durch Mitwirkung und Einbezug von Fachleuten deutlich verbessert

    Um die Umgestaltung der ÖV-Drehscheibe im Zentrum Bottmingens möglichst den Bedürfnissen aller Verkehrsteilnehmenden, Anwohnerinnen und Anwohnern sowie der gesamten Bevölkerung anzupassen, hat der Kanton Basel-Landschaft gemeinsam mit den Planungspartnern BLT und Gemeinde Bottmingen im März 2023 einen öffentlichen Partizipationsanlass durchgeführt. Gegen Ende 2023 hat ein mobiles Planungsbüro vor Ort Rückmeldungen aus der Bevölkerung entgegengenommen. Das Ergebnis haben Kanton, BLT und Gemeinde gemeinsam mit beigezogenen Fachleuten aus Städtebau und Landschaftsarchitektur im Rahmen eines Workshopverfahrens aufgearbeitet. Zu den Ergebnissen hat der Kanton im Sommer 2024 eine öffentliche Mitwirkung durchgeführt. Die Ergebnisse wurden am 19. März 2026, nach Abschluss des technischen Vorprojekts, publiziert. Im Rahmen des technischen Vorprojekts wurden alle Eingaben aus der Mitwirkung geprüft und wo möglich und machbar berücksichtigt.


    Quelle: bl.ch

  • Was ich mich schon länger frage, und zumindest ein klein wenig hier hin passt:

    Bei der jetzigen Situation in Bottmingen finde ich die Haltestellenzuordnung der Linien 59 und der Linie 60 Richtung Biel-Benken etwas unlogisch:

    Der 59er hält auf der Schloss"-gasse" vor dem Bettenladen und muss danach ohne Halt über den "Bushof" wenden. Während der 60er Richtung Biel-Benken im "Bushof" hält und diesen somit auch befahren muss.

    Würde man diese beiden Haltestellenkanten tauschen, könnte der 60er direkt fahren und der Bushof wäre etwas weniger belastet.

    Ist wohl einfach historisch gewachsen, da es den 60er oder Vorläuferlinien schon länger als den 59er gibt.

    Bezüglich der umstrittenen Wendeschlaufe: Ist natürlich visionär, aber bei einem Teil-Rückwechsel auf Zweirichtungsbetrieb wäre das einfacher. Wenn man die Limmattalbahn zum Zürcher Tramnetz zählt, ist Basel mittlerweile das einzige Tramnetz in der Schweiz, dass ausschliesslich auf Einrichtungsbetrieb setzt (in Bern sind zwar alle regulären Endhalte einrichtungskompatibel, man beschafft aber trotzdem auch neu eine gewisse Zahl Zweirichtungsfahrzeuge, um bei Baustellen mit zusätzlichen Gleiswechseln flexibler zu sein).

  • Der 59er hält auf der Schloss"-gasse" vor dem Bettenladen und muss danach ohne Halt über den "Bushof" wenden. Während der 60er Richtung Biel-Benken im "Bushof" hält und diesen somit auch befahren muss.

    Würde man diese beiden Haltestellenkanten tauschen, könnte der 60er direkt fahren und der Bushof wäre etwas weniger belastet.

    Kann es sein, dass die Haltekannte an der Schlossgasse zu kurz ist für einen Normalbus?

  • Natürlich hat es in der Schlossgasse nur in einer Richtung eine Haltestellekante (die laut oberflächlicher Betrachtung auf Luftbildern aber gleich lang aussieht, wie der 34er-Halt, der für Gelenkbusse reicht).

    In der anderen Richtung kann der 60er ja gleich wie heute verkehren. Eine Verbesserung wäre das ja trotzdem.

    Aber wahrscheinlich macht eine Busdurchfahrt alle 15 Minuten den Braten auch nicht mehr viel heisser, so dass sich das vielleicht nicht lohnt, insbesondere aufgrund dem ohnehin unabhängig davon nützlichem Ausbau.

  • die laut oberflächlicher Betrachtung auf Luftbildern aber gleich lang aussieht, wie der 34er-Halt, der für Gelenkbusse reicht

    Möglicherweise könnte sie auch lang genug für Doppelgelenkbusse sein, denn am Morgestraich wurden solche auf dem 34er eingesetzt und sie mussten im Kreisel wenden und durften den Platz nicht befahren.

    Aber wir schweifen wieder mal ab...

  • Lange gebug ist sie sicher, aber sie ist für normale Busse etwas schmal, was nicht ideal ist wenn die Kurse der Linie 60 dort ihre Zeit abwarten. (Die Sprinter sind ja deutlich schmaler und sogar diese füllen die Breite der Bucht komplett aus).


    Ausserdem wechseln deutlich mehr Leute 10er/ 17er <-> Linie 60 wie Linie 10/17 <-> Linie 59.


    Der Bettenladen ist übrigens kein Bettenladen mehr, dort ist seit längerem die Prodoba zuhause.

  • An Kante C im Bushof, wo der 60er Richtung Biel-Benken hält, ist ein Endaufenthalt sehr störend oder gar unmöglich, ohne den Bushof zu blockieren. Die Kante dürfte daher für die endende Linie 59 ungeeignet sein.

    Alex247 Die Doppelgelenkbusse zum Morgestraich mussten aber vermutlich keinen Endaufenthalt machen und bedienten die Haltestelle Schloss nicht (Einstieg erst ab Blauenstrasse).

  • Was ich mich schon länger frage, und zumindest ein klein wenig hier hin passt:

    Bei der jetzigen Situation in Bottmingen finde ich die Haltestellenzuordnung der Linien 59 und der Linie 60 Richtung Biel-Benken etwas unlogisch:

    Der 59er hält auf der Schloss"-gasse" vor dem Bettenladen und muss danach ohne Halt über den "Bushof" wenden. Während der 60er Richtung Biel-Benken im "Bushof" hält und diesen somit auch befahren muss.

    Würde man diese beiden Haltestellenkanten tauschen, könnte der 60er direkt fahren und der Bushof wäre etwas weniger belastet.

    Ist wohl einfach historisch gewachsen, da es den 60er oder Vorläuferlinien schon länger als den 59er gibt.

    Bezüglich der umstrittenen Wendeschlaufe: Ist natürlich visionär, aber bei einem Teil-Rückwechsel auf Zweirichtungsbetrieb wäre das einfacher. Wenn man die Limmattalbahn zum Zürcher Tramnetz zählt, ist Basel mittlerweile das einzige Tramnetz in der Schweiz, dass ausschliesslich auf Einrichtungsbetrieb setzt (in Bern sind zwar alle regulären Endhalte einrichtungskompatibel, man beschafft aber trotzdem auch neu eine gewisse Zahl Zweirichtungsfahrzeuge, um bei Baustellen mit zusätzlichen Gleiswechseln flexibler zu sein).

    Die Mehrausgabe für die Zweirichtungsfahrzeuge mit den damit verbundenen Platzeinbussen halte ich nicht für sinnvoll. Möglicherweise bestehen Vorteile bei Baustellen, aber diese rechtfertigen deren Beschaffung nicht. Wenn irgendwo Platz für eine Schleife ist, soll man diese bauen. Eventuell muss man den Platz weiter aussen an der Strecke suchen.

    Eine fahrplanmässig betriebene Stumpf-Endstelle bräuchte hier ausserdem noch ein drittes Gleis.

    Im Bereich der Limmatttalbahn befindet sich aus guten Grund die Schleife "Geissweid" für die innerhalb der Stadt verkehrenden Linien. Die Limmattalbahn die in ZH-Alt-Stetten endet, ist eher wie die BD als Kleinbahn des Kantons Aargau zu sehen. In Bern ist das blaue Bähnli (Worb) als Grund für die Beschaffung der Zweirichtungstrams anzuführen.

    Die nicht gebaute Wendeschleife war eine der Haupttodesursachen des bei der Bevölkerung beliebten Lörracher Trämli. Danach folgt die Durchfahrt durch die Turmstraße.

    Einmal editiert, zuletzt von Thomas Kirchmeier (6. Mai 2026 um 19:21) aus folgendem Grund: Ergänzung und Satzbauberichtigung.