Neue Tram- und Busstrecken in Zürich

  • Vergleichen wir einfach die letzten 25 Jahre:

    Basel hat das Netz um 5,9 km (oder 8,2 %) erweitert:

    - Bahnhof SBB - Münchensteinerbrücke (2001, 800 m)
    - Kleinhüningen - Weil am Rhein (2014, 2500 m)
    - Burgfelden Grenze - St. Louis (2018, 2600 m)

    Zürich hat das Netz um 18,4 km (oder 23,3 %) erweitert:

    - Messe - Auzelg (2006, 1900 m)
    - Glattpark - Flughafen (2008, 4900 m)
    - Auzelg - Stettbach (2010, 5300 m)
    - Escher-Wyss-Platz - Altstetten Nord (2011, 2800m)
    - Schiffbau - Hardplatz (2017, 700m)
    - Farbhof - Schlieren (2019, 2800m)

  • Ich hab tatsächlich überlegt, was ich einrechne. In Basel wird BLT komplett miteinbezogen, daher Glatttalbahn auch komplett. Bei AVA kann man streiten, ich habe mich jetzt auf den Teil beschränkt, der von der VBZ mit befahren wird, um den Unterschied nicht zu gross werden zu lassen :)

  • Je nach Definition könnte man auch noch die Forchbahn als Teil des (bestehenden) Tramnetzes ansehen, da innerhalb Zürichs auf Tramstrecken verkehrend.

    Technisch gesehen gäbe es aber immerhin den Unterschied zu den BLT-Linien um Basel, dass sich die Stromspannung in Zürich Rehalp bzw. bei der Limmattalbahn Schlieren Geisswald ändert.

    Es gibt nun mal halt keine absolut eindeutige Grenze zwischen "Tram" und "Bahn". (Selbst in Deutschland, wo es zwar die klare Unterscheidung "Betrieb nach Bahn- oder Strassenbahn-Ordnung" gibt. Das betrifft aber nur Streckenabschnitte und nicht Linien, die über beide verkehren können).

  • Stimmt, Forchbahn hast du auch noch.

    In Deutschland gibt es auch den Witz der "EBO-Straßenbahn" (also einer Strassenbahn, die nach Eisenbahnregelwerk (Eisenbahn Bau- und Betriebsordnung, EBO) verkehrt. Wird gern auf Karlsruhe und Saarbrücken bezogen, mittlerweile gibt es aber zahlreiche Anwendungsfälle in Normalspur (Chemnitz, Köln) als auch Schmalspur (Rhein-Neckar, Nordhausen).

  • In der Schweiz neigt man hingegen dazu, fast alle Regionalzüge zu "(Witz-)S-Bahnen" zu erklären, selbst wenn sie nur in einem Zweistundentakt mit Lücken bis 20 Uhr verkehren, siehe etwa die Strecke Cadenazzo-Luino. Während die ursprüngliche deutsche Defintion einer S-Bahn eher ein weitgehend vom normalen Zugverkehr abgetrenntes Netz vergleichbar mit einer U-Bahn meinte (einfach mit weniger unterirdischen Abschnitten und vlelleicht leicht grösseren Haltestellenabständen). Wobei das in letzter Zeit aber auch verwässert wird.

    Aber letztendlich sind diese Defitionsfragen auch nicht so wichtig, Hauptsache das Angebot stimmt, egal unter welcher Marketing-Bezeichnung.

    In Frankreich ist ja auch ein Zug, der überall hält schon ein "Express-Zug" (TER).

  • Oder noch ein Beispiel in Deutschland: ICs waren vor der ICE-Einführung die absoluten Parade-Top-Züge. Während sie heute praktisch eher die Lückenbüsser-Funktion früherer D- und IR-Züge übernehmen. Während in der Schweiz die ICs immer noch die "Top-Züge" sind.

    Die Marketing-/PR-Mechanismen und politischen Wünsche (z.B. "Wir wollen auch einen IC-Halt") führen wohl immer dazu, dass die einzelnen Kategorien immer langsamer werden und am Ende einfach eine vorherige niedrigere Kategorie ersetzen, worauf wieder eine neue Top-Kategorie eingeführt wird :)

  • Basel diskutiert, Zürich setzt um...

    Wobei man das schon in die richtigen Relationen setzen sollte:

    • Tram Affoltern wird vom Kanton aus Kostengründen zeitlich nach hinten geschoben und muss noch zwei Volksabstimmungen und ein PGV mit Einsprachmöglichkeit überstehen. Ob das gebaut wird, steht noch in den Sternen.
    • Glattalbahn ist noch in der Bewilligungsphase, sowohl beim BAV wie auch beim Kanton.
    • Die hier im TV-Beitrag erwähnten 450 Mio. sind erst ein Antrag des Stadtrats 450 Mio als Vorfinanzierung zu sprechen, gerade weil der Kanton aus Kostengründen bei Tramprojekten auf die Bremse stehen will...
    • Problem: Es gibt Stand jetzt noch kein (!) Projekt, geschweige denn Vorprojekt, wofür man diese 450 Mio. ausgeben könnte. Sprich die 450 Mio. sind für Tramprojekte mit Eröffnung Zeithorizont in zehn Jahren (!)...

    Auch in Zürich wachsen die Bäume nicht in den Himmel...

  • Also wenn man schon nur mal hinsieht wie viel Tramstrecken in und um Zürich in den letzten Jahren realisiert wurde dann ist das ein Riesen Unterschied zu Basel. Auch Bern und Genf geht es vorwärts und in Lausanne ist eine Strecke im Bau.
    Nur in Basel wir immer noch fleissig palavert und nichts gebaut. Und das in einer Stadt die sich Umweltstadt nennen will.
    Ich weiss natürlich auch dass man in Basel Stadt keinen Einfluss auf die Entscheide in Baselland hat, und dass die wirklich notwendigen Erweiterungen dort liegen würden.