[BS: Grosser Rat] Neuorganisation und Umgestaltung des Bereichs Schifflände/Marktplatz für Tram und Bus

  • Der Grosse Rat behandelte heute die "Neuorganisation und Umgestaltung des Bereichs Schifflände/Marktplatz" und bewilligte für die notwendige Projektierung insgesamt CHF 350'000.


    Zusammenfassung der angedachten "Neuorganisation":


    Der Regierungsrat empfiehlt, als Bestvariante die Variante „Tramhaltestellen in der Marktgasse und auf dem Marktplatz“ im Vorprojekt weiterzuverfolgen.

    Die Teilhaltestellen von Bus und Tram werden dabei so platziert, dass:

    – der Bereich um die Schifflände und den Marktplatz optimal erschlossen wird;

    – sie hindernisfrei zugänglich sind;

    – ihre Anzahl insgesamt reduziert werden kann;

    – die Situation für die ÖV-Kundschaft übersichtlicher und verständlicher wird;

    – die Umsteigewege kürzer werden;

    – die Eisengasse ÖV-frei wird und als attraktive Fuss- und Veloverkehrsachse umgestaltet werden kann.


    Hier geht es zum vollständigen Ausgabenbericht.


    Quelle: grosserrat.bs.ch

  • Treffendes Bild oben, Drämmli wartet auf der Kreuzung. Anbei ein Bild durch die Velobrille betrachtet. Das knappe Zeitfenster will genutzt sein. Es fällt mir schwer, die Frau mit dem Velokörbchen als Rowdy zu bezeichnen, falls sie den Moment, wo sich die Drämmlitüren öffen, nicht richtig abgeschätzt hat.


    Eine Velo-LSA statt der Strassenmarkierungen oder Signalisation könnte helfen. Eine solche steht beim Eglisee, programmiert zur Sicherheit und Komfort aller Verkehrteilnehmer.

  • Treffendes Bild oben, Drämmli wartet auf der Kreuzung. Anbei ein Bild durch die Velobrille betrachtet. Das knappe Zeitfenster will genutzt sein. Es fällt mir schwer, die Frau mit dem Velokörbchen als Rowdy zu bezeichnen, falls sie den Moment, wo sich die Drämmlitüren öffen, nicht richtig abgeschätzt hat.


    Eine Velo-LSA statt der Strassenmarkierungen oder Signalisation könnte helfen. Eine solche steht beim Eglisee, programmiert zur Sicherheit und Komfort aller Verkehrteilnehmer.

    An was genau wird auf dem Bild in der Baz ersichtlich, dass das Tram wartet und nicht bereits am Abbiegen ist? In der Regel warten die Trams nämlich VOR der Kreuzung, damit die Linie 34/38 sowie die Velofahrer in die Haltstelle einfahren/durchfahren können.


    Zum Thema Rowdy: Ich fahre selbst Velo. Sogar mehr als dass ich ÖV fahre. Was sich an der Tramhaltestelle Schifflände Richtung Kleinbasel abspielt, ist teilweise haarsträubend. Während die Türen noch offen sind und der Fahrgastwechsel läuft, fahren diverse Velofahrer zwischen den Ein- und Aussteigern in einem Slalom durch die Passage. Ich finde dies eine bodenlose Frechheit und das gehört saftig bestraft. Und nein, normalerweise gehöre ich nicht zu jenen Kreisen, die ständig Bussen für Velofahrer fordert. Aber solche Wild West Szenen gehören abgestellt. Und zu der Frau auf der Kreuzung. Was ist an dieser Situation schwierig?! Entweder die Haltestelle ist frei (=freie Fahrt), die Haltestelle ist von einem Tram besetzt (= man wartet hinter dem Tram solange Platz vorhanden ist) oder es hat keinen Platz mehr hinter dem Tram (= man wartet VOR den Gleisen).

  • Mit der Neugestaltung wäre das Problem an dieser Stelle ja erledigt, wenn nur noch Busse (die man links überholen kann und darf) dort halten. Für die Zeit bis dann lohnt sich eine Lichtsignalanlage wohl kaum noch. Falls man eine provisorische Lösung bis dann will, wäre es wohl einfacher, den Tramhalt jetzt schon in die Marktgasse zurückzuverlegen.


    Ja, nerve mich als Velofahrer auch sehr oft über andere Velofahrer und hätte gerade als Velofahrer nichts dagegen, wenn härter durchgegriffen würde. Insbesondere Handzeichen gibt nur noch eine kleine Minderheit. Schon einige Fast-Unfälle deswegen gehabt.

  • Eine solche Regel würde mich sehr wundern, denn Busse überholen an übersichtlichen Stellen ist überall in der Stadt erlaubt! Sicher auch hier, wo die von der Mittleren Brücke her eintreffenden Drämmlis / Busse für Velofahrer lange vorher gut sichtbar sind.


    Ich beobachte dann und wann, dass Drämmli nicht gleichzeitig sondern gestaffelt Kurven fahren. Ich ging bisher davon aus, dass es einer Regel entspricht, Velos / MIV / andere Kurse NICHT kreuzen zu lassen, um den Plan einhalten zu können. Damit kann ich gut leben. Bei der Schifflände könnten solche Manöver für Velofahrer/-innen aber auch als Schickane missverstanden werden. Ich spaziere fast täglich zum Bachmann an der Schifflände und hole Gipfeli. Bei Interesse kann ich das Spiel gerne dokumentieren.


    Die LSA sollte bis zum Umbau möglich sein, auch wenn sie nur für die Velos leuchtet, wie etwa diejenige beim Eglisee. LSA kommen übrigens bei vielen Baustellen auch nur kurzfristig zum Einsatz, wo gestaffelt werden muss. Das wäre hier wirklich sehr nützlich.

  • Eine solche Regel würde mich sehr wundern, denn Busse überholen an übersichtlichen Stellen ist überall in der Stadt erlaubt! Sicher auch hier, wo die von der Mittleren Brücke her eintreffenden Drämmlis / Busse für Velofahrer lange vorher gut sichtbar sind.

    Um einen Bus zu überholen muss man dort auch *nicht* auf die Gegenfahrspur, von dem her ist der entgegenkommende Verkehr ohnehin nicht relevant.

  • Im Netz zufällig gefunden :


    Darf ein Linienbus an einer Haltestelle überholt werden.

    Ich gehe davon aus, dass dies allgemein es für den rollenden Verkehr gültigkeit hat.


    Es ist erlaubt einen haltenden Linienbus vorsichtig zu überholen, wenn Sie niemanden behindern oder gefährden und der Raum zum Überholen frei und übersichtlich ist.



    Sie dürfen nicht überholen, wenn sich vor dem Bus Hindernisse befinden wie Baustellen, eingespurte Fahrzeuge, Fussgänger welche die Strasse überqueren wollen, in unübersichtlichen Kurven, bei Bahnübergängen ohne Schranken sowie vor Kuppen. Im Bereich von Verzweigungen ist es nur erlaubt, wenn Sie sich auf einer vortrittsberechtigten Strasse befinden oder der Verkehr durch Polizei oder Lichtsignale geregelt wird. (Art. 34, Abs. 3 und 4, Art. 35 SVG)

    In Artikel 33 SVG, Abs. 3 ist geregelt: «An Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel ist auf ein- und aussteigende Personen Rücksicht zu nehmen.»


    Überholen an Haltestellen birgt viele Unfallgefahren. Fahren Sie besonders vorsichtig. Rechnen Sie immer mit Fahrgästen, welche die Fahrbahn vor und hinter dem Bus überqueren wollen. Mässigen Sie die Geschwindigkeit und bleiben Sie bremsbereit.

    Linienbusse die von der Haltestelle wegfahren wollen, zeigen dies mit dem Blinker an. Sie müssen die Wegfahrt ohne weiteres ermöglichen und nötigenfalls anhalten.

  • Gemäss den Regeln des Strassenverkehrsgesetzes.


    Es ist eine Einspurige Führung mit Sperrfläche daneben.

    Und ein Bus darf nur überholt werden, wenn er in der Haltebucht steht oder, falls er auf der Strasse hält, es keine Sicherheitslinie/ Sperrfläche neben dran hat.


    Auch wenn das Velo Plätz hätte Zwischen Sperrfläche und Bus ist es immernoch die gleiche Spur.

  • der rot markierte Punkt hat den gleich auch noch eine Relevanz, den man ist nicht vortrittsberechtigt und einen Fussgängerstreifen hat es auch noch.

    Also gleich nochmals zwei Punkte.

  • Es ist eine Einspurige Führung mit Sperrfläche daneben.

    Und ein Bus darf nur überholt werden, wenn er in der Haltebucht steht oder, falls er auf der Strasse hält, es keine Sicherheitslinie/ Sperrfläche neben dran hat.


    Auch wenn das Velo Plätz hätte Zwischen Sperrfläche und Bus ist es immernoch die gleiche Spur.

    Dann dürfte aber auch kein Auto auf einer nicht-zweispurigen Strecke ein Velo überholen, schliesslich ist es dann ja auch die selbe Spur. Oder es gibt ja auch Haltestellen, wo es keine Bucht hat, aber die Spur (wohl absichtlich) so breit ist, dass ein Auto zwischen Bus und Sicherheitslinie überholen kann. Das wäre so ja auch nicht erlaubt.


    Beispiel an der Thomaskirche:

    Thomaskirche.png


    Ist aber in diesem Fall ohnehin nicht relevant, weil "Im Bereich von Verzweigungen ist es nur erlaubt, wenn Sie sich auf einer vortrittsberechtigten Strasse befinden" es an der erwähnten Stelle verbietet. Das wusste ich nicht.

  • Eine Velo-LSA statt der Strassenmarkierungen oder Signalisation könnte helfe

    Sorry, wenn ich dich jetzt provoziere: Aber seit wann gilt (in der Praxis) eine rote Ampel als Haltsignal für alle Radfahrer? Höchstens noch im Kinder-Verkehrsgarten am Morgartenring. Dort wird die Regel noch gelehrt ...

  • Da zählt die Bushaltestelle vermutlich als Bucht, da man genug Platz geschaffen hat um den Bus zu überholen.

    Eine Spur muss ja nicht immer markiert sein mit Linien.

    Bei Deinem Beispiel sieht man ja anhand der Linienführung, dass quasi um die Bushaltestelle geführt wird.

    Das hast Du an der Schifflände aber nicht.


    Da hast Du knapp einen Meter, wenn überhaupt... und ob ein Fahrrad daneben Platz hat oder nicht ist nich relevant.



    Sorry, wenn ich dich jetzt provoziere: Aber seit wann gilt (in der Praxis) eine rote Ampel als Haltsignal für alle Radfahrer? Höchstens noch im Kinder-Verkehrsgarten am Morgartenring. Dort wird die Regel noch gelehrt ...


    das ist keine Provokation, sondern mehr, leider, ein Fakt. Und wer am stehenden Tram nicht hält, hält vermutlich auch nicht an einer Veloampel.


    Im Moment ist der Verkehrsgarten glaube ich noch wegen Umbau gesperrt, ansonsten wäre das an top Tip. :D



    ...


    Die LSA sollte bis zum Umbau möglich sein, auch wenn sie nur für die Velos leuchtet, wie etwa diejenige beim Eglisee. LSA kommen übrigens bei vielen Baustellen auch nur kurzfristig zum Einsatz, wo gestaffelt werden muss. Das wäre hier wirklich sehr nützlich.

    Welche LSA für Velos meinst Du am Eglisee?

    Da gibt es im Haltestellenbereich keine.


    Da gibt es nur die Ampel an der Kreuzung Fasanenstrasse / Fahrradweg.

  • Eine Regel "Mit dem Velo darf man nur innerhalb der selben Spur überholen, wenn der Platz dafür auch für ein Auto reichen würde" kenne ich nicht. Dass an der Schifflände die Sperrfläche nicht bis zum linken Rand des Bus reicht, was ja problemlos möglich wäre, könnte man auch als "da man genug Platz geschaffen hat um den Bus zu überholen" zählen, zumal ja dort keine Autos (die mehr Platz bräuchten) ohne Sonderbewilligung fahren dürfen.


    Aber eben, in diesem Fall ist es ja wegen der eindeutigen Vortrittsstrassenregelung ohnehin nicht mehr relevant, von dem spalten wir nun Haare.

  • also, wie es der VeloPlus Blog schon sehr schön formuliert:



    Grundsätzlich gelten für Velofahrende die gleichen Verkehrsregeln wie für Automobilisten


    also wo ein Auto an einem Bus nichts links vorbei darf, darf es wohl auch kein Fahrrad und kein Motorrad usw. auch wenn sie Platz haben.


    Du darfst Dich gerne bei der Polizei erkundigen, ob es da erlaubt ist am Bus vorbei zu radeln.

    Ich bin (nicht) gespannt auf die Antwort.



    aber wir driften ab vom ursprünglichen Thema.

  • Ich beobachte dann und wann, dass Drämmli nicht gleichzeitig sondern gestaffelt Kurven fahren. Ich ging bisher davon aus, dass es einer Regel entspricht, Velos / MIV / andere Kurse NICHT kreuzen zu lassen, um den Plan einhalten zu können. Damit kann ich gut leben. Bei der Schifflände könnten solche Manöver für Velofahrer/-innen aber auch als Schickane missverstanden werden.

    Diese Beobachtung hat wohl einen einfachen Grund:


    Wenn ein Tram aus der Marktgasse Richtung Kleinbasel auf Kurve zufährt, darf eines in der Gegenrichtung nicht gleichzeitig durchfahren, weil man ja damit rechnen muss, dass die Weiche fälschlicherweise Richtung St. Johann gestellt sein könnte.


    Für die Wagenführer ist die Situation wohl schon so genug kompliziert, so dass ich mir kaum vorstellen kann, das sie sich Gedanken über absichtliches Schikanieren von irgendwem machen können.

  • Sorry, wenn ich dich jetzt provoziere: Aber seit wann gilt (in der Praxis) eine rote Ampel als Haltsignal für alle Radfahrer? Höchstens noch im Kinder-Verkehrsgarten am Morgartenring. Dort wird die Regel noch gelehrt ...

    Also das ist aus meiner Ansicht wieder mal ein total dummer und absolut unpassender Kommentar. Man könnte genauso ohne weiteres genügend Gelegenheiten aufzählen an welchen eine rote Ampel nicht als Haltesignal für einzelne Autofahrer zu gelten scheint, genauso wie es einzelne Fussgänger gibt welche es mit der roten Ampel nicht sehr genau nehmen. - Der grosse Unterschied ist einfach, dass Fussgänger oder Radfahrer vor allem sich selber gefährden, Autofahrer hingegen gefährden fast immer die anderen.

  • Baragge

    Systematisches Beobachten von Verkehrsteilnehmern liegt mir eigentlich nicht so sehr. An besagtem Ort glaube ich dir sogar. Aber anderso kommt das durchaus öfters vor, so z.B. Aeschenplatz Linien 3+14 stadtauswärts oder Tellplatz Linie 15. Da wird die Kurve bzw. Verzweigung gegenseitig blockiert, als Zugabe dürfen die eigenen Fahrgäste dann warten bzw. verpassen Anschlüsse.


    Und ja, velop.ch : Biker nehmen sich schon Sonderrechte raus. Leider. Mühsam ist auch die Situation für den Bus 80/81 kurz vor Aeschenplatz: von der Zürcherstrasse herkommend werden sie vom Velo rechts! überholt, das dann links abbiegt. Sodann dürfen sie entlang der Alban-Anlage einem anderen hinterherschleichen, dann kommt "Kein Vortritt", nachher "Rechtsvortritt" (Dufourstrasse, warum eigentlich dort?), dann nochmal Nachteil bei Aeschenvorstadt.


    Zurück zum Thema: auch wenn ich selten an der Basler Schifflände bin, habe ich den Eindruck dass da keine einfache, für alle super Lösung in Sicht ist. Der Vorteil des einen wird schnell zum Nachteil des anderen. Eigentlich gehörte die Haltestelle mit Martplatz zusammengelegt. Nur: wo? Vorteil Schifflände: Umsteigen Bus/Tram, Nachteil eng und verworren. Vorteil Marktplatz: eindeutig und weitgehend eigentrassiert, Nachteil weiter Weg zum Bus.


    Die Verlegung der Linie 16 ergäbe schon mal etwas Luft - sofern man nicht gleich was anderes reinquetscht. Warum nicht auch gleich Linie 17 mitnehmen, die muss ja ohnehin nach Kleinhüningen?


    Kann man eigentlich vom Kleinbasel her an der Schifflände wenden?