Deutsche Bahn (News, Beobachtungen, Betriebsstörungen)

  • Noch ein kurzer Blick zur DB - gefühlt noch immer im Streik - denn es fährt weiterhin kaum etwas


    9022 ein einziger ICE war im Personenverkehr unterwegs.

    185 109 auf Spazierfahrt

    465 017 in schwarz - daneben Bruuneli 179 Bern abgestellt

    475 421 mit Zug gen Deutschland - der einzige Güterzug


    Basel Streik. Bf. 28.08.2021

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  • Wenn nix fährt, könnt ich ja weiter Ferien machen? :-D


    Da hast du dieses Jahr aber nen langen Winterurlaub.


    Der August ist immer das Sommerloch.

    Ich hoffe ja auf den September... Wenn in Italia die Ferien vorbei sind, rollt wieder mehr auf der internationalen Cargo Schiene.

    Dann bräuchte es aber mal noch so etwas wie Sonne, war dieses Jahr echt Mangelware.

  • Anstatt froh zu sein einen Job in der jetzigen Situation zu haben, werden immer nur Forderungen gestellt.

    Wenn es den Leuten nicht passt, sollen sie sich gefälligst einen anderen Job suchen und nicht die Kunden für ihre Misere verantwortlich machen.

    In dem man nicht mehr von A nach B kommt...

  • Für uns als Schweizer, die das Instrument des Streiks praktisch nicht kennen, ist es umsomehr erstaunlicher, wie die Hundertausende von Pendlern und Fernverkehrreisenden die Situation relativ gelassen nehmen. Ich bin beim ersten Streik am 10. August 2021 von Hamburg nach Basel zurückgefahren. Sogar in der 1. Klasse war "Stehplatz" angesagt für all diejenigen, die nicht das Glück hatten, im richtigen Zug reservierte Plätze vorzufinden. Trotzdem hörte man wenig Fahrgäste schimpfen. Die meisten waren froh, dass überhaupt etwas fährt und sie von A nach B kommen. Seien wir doch ehrlich: Die GDL nutzt den Streik quasi als Erpressungsinstrument. Für mich als Verfechter eines Rechtsstaates eigentlich eine bemerkenswerte Entwicklung (ja, ..., ich bin mir bewusst, dass das Streikrecht in Deutschland und anderen Ländern, einen anderen Stellenwert hat). Schlussendlich wird es nur Verlierer geben!

  • Ein weiterer Schritt noch mehr Kunden zu vergraulen, das klappt ja seit Bahn AG immer besser.

    In Deutschland hat die Bahn eh nen viel kleineren Stellenwert als in der Schweiz.

    Ausser ein paar Ökos, die meinen das sie damit die Umwelt retten können, fahren kaum noch Leute mit der Bahn.

    Ausgenommen die Abhängigen die kein Auto haben.

    Gerade Berufspendler sieht man hier am Oberrhein kaum noch.

    Welcher Chef duldet denn noch Personal das mindestens einmal pro Woche zu spät zur Arbeit kommt.


    Es gibt zu viel Konkurrenz mit anderen Verkehrsmitteln, Bus oder Flugzeug, die weitaus günstiger und zuverlässiger sind.

    Gerade in Sachen Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit hat die DB immer mehr abgebaut.

    Durch viele Baustellen und Streckensperrungen wird es auch immer langsamer.


    Etwa 95% der GDL Lokführer haben für Streik gestimmt, wer kann es denen übel nehmen?

    Die Manager gönnen sich hohe Bonusse, trotz Milliarden Verlust und Missmanagements.

    Ich hätte auch für Streik gestimmt und kenne noch einige meiner Ex Kollegen.

  • Für uns als Schweizer, die das Instrument des Streiks praktisch nicht kennen, ist es umsomehr erstaunlicher, wie die Hundertausende von Pendlern und Fernverkehrreisenden die Situation relativ gelassen nehmen. Ich bin beim ersten Streik am 10. August 2021 von Hamburg nach Basel zurückgefahren. Sogar in der 1. Klasse war "Stehplatz" angesagt für all diejenigen, die nicht das Glück hatten, im richtigen Zug reservierte Plätze vorzufinden. Trotzdem hörte man wenig Fahrgäste schimpfen. Die meisten waren froh, dass überhaupt etwas fährt und sie von A nach B kommen. Seien wir doch ehrlich: Die GDL nutzt den Streik quasi als Erpressungsinstrument. Für mich als Verfechter eines Rechtsstaates eigentlich eine bemerkenswerte Entwicklung (ja, ..., ich bin mir bewusst, dass das Streikrecht in Deutschland und anderen Ländern, einen anderen Stellenwert hat). Schlussendlich wird es nur Verlierer geben!

    Da wäre ich etwas Vorsichtig mit der Äusserung der Erpressung.

    Hier fehlt offenbar etwas Hintergrundwissen.


    Eine Gewerkschaft kann nicht einfach so nach Lust und Laune und als Erpressung streiken.

    Vorausgegangen sind in dem Fall gescheiterte Tarifverhandlungen. Dann kommt es zu einer Urabstimmung, wo das Personal welches in der Gewerkschaft ist , über den Streik abstimmt.

    In diesem Fall haben etwa 95% der GDL Mitglieder für Streik gestimmt.

    In der GDL sind hauptsächlich Lokführer, in geringerem Masse auch Fahrdienstleiter (Stellwerk) und andere DB Mitarbeiter aus Werkstätten….

    Unter den Lokführer sind viele in der GDL, nur wenige in der EVG (die andere Eisenbahner Gewerkschaft)


    Schlussendlich hat also nicht die Gewerkschaft für Streik gestimmt sondern das Personal welches in der Gewerkschaft ist.

  • Anstatt froh zu sein einen Job in der jetzigen Situation zu haben, werden immer nur Forderungen gestellt.

    Wenn es den Leuten nicht passt, sollen sie sich gefälligst einen anderen Job suchen und nicht die Kunden für ihre Misere verantwortlich machen.

    In dem man nicht mehr von A nach B kommt...

    Es gibt keine "richtige" Situation für einen Streik.
    Und die "Leute" machen ihre Arbeit i.d.R. gerne - sie hätten nur auch gern die dafür notwendige Wertschätzung des Arbeitgebers.
    Der Arbeitgeber (in Form des Vorstands) ist damit beschäftigt, sich selbst grosszügige Boni und Gehaltssteigerungen auszuzahlen. Ich finde es durchaus bezeichnend, dass die Gewerkschaft auf ihre schon deutlich reduzierte Forderung ein Angebot einfordert, aber dahingehend einfach ignoriert wird. Dann meint vor dem letzten Streik vergangene Woche der Personalvorstand, er würde auf weitere Teile der Forderung eingehen, schafft es aber binnen fünf Tagen nicht, diese Aussage mit Fakten zu untermauern. Merkwürdiges Spiel...

  • Es ist trotzdem nicht mein bzw. dem Kunden sein Problem, wenn man mit der Geschäftsführung nicht einverstanden ist. Dann sollen sie ihr Zeug packen, zu einer anderen Bahn gehen oder sich einen Job in einer anderen Branche suchen… Es zwingt sie niemand bei der DB zu arbeiten.

  • Da merkt man die deutlich unterschiedliche Herangehensweise an ein Problem zwischen Deutschland und der Schweiz. In der Schweiz wird viel mehr im Stillen verhandelt und sich am Ende geeinigt. Die jetzige Problematik, dass die Arbeitgeberseite sagt "Ich verhandele nicht" gibt es in der Schweiz so noch nicht. Noch vorallem deshalb, weil es mittlerweile zahlreiche Deutsche in der Schweiz gibt, denen das Gespür für lösungsorientiere Pragmatik fehlt. Ich bin sehr gespannt, wie die hiesigen Arbeitnehmervertreter damit in Zukunft umgehen werden.

  • Der hat Mechanismen der westlichen Welt sehr gut verstanden. Es wird fortlaufend betont, wie wichtig systemrelevante Berufe sind - nur bezahlen will sie keiner ordentlich. Also nutzt er seine (von der Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder legitimierte) Position, um Verbesserungen zu erzielen. Das ist doch das, was immer gepredigt wird: "Der Markt regelt das". Jetzt gibt eine Knappheit von Personalen und die Gewerkschaft nutzt diese Marktmacht für Verbesserungen - was ist daran verwerflich? Unternehmen (insbesondere die DB) hat diese Marktmechanismen in den vergangenen Jahren oft genutzt, um Löhne teilweise erheblich zu drücken.
    Dass wir uns nicht missverstehen: Herr W. ist mir aufgrund seines Auftretens zutiefst unsympathisch - aber ich empfinde die aktuelle Vorgehensweise durchaus amüsant: denn "wenn der Markt das regelt", wundert mich, wieso die DB nicht einfach einen Tarifvertrag unterschreibt, anstatt Streiks hinzunehmen, die für das Unternehmen wesentlich teurer sind.

  • denn "wenn der Markt das regelt", wundert mich, wieso die DB nicht einfach einen Tarifvertrag unterschreibt, anstatt Streiks hinzunehmen, die für das Unternehmen wesentlich teurer sind.

    Tja ... genau deshalb bringe ich ja den Begriff "Erpressung" ins Spiel. Bei Verhandlungen geht es immer darum, dass beide Seiten etwas zustimmen und vereinbaren. Wenn 95% der GDLLokführer der Meinung sind, dass sie bestimmen, wie es läuft, dann läuft etwas schief.


    Nicht, dass man mich falsch versteht: Ich kenne in der Tat die Hintergründe nicht und sage auch nicht, dass die Bahn alles richtig macht. Aber wenn man soweit ist, dass man mittels Streik die andere Vertragspartei in die enge treiben will, um nur seine eigenen Interessen durchzusetzen, dann ist dies in meinem Rechtsverständnis eine Art von Missbrauch der Macht.


    So weit sind ja die beiden Seiten nicht auseinander, wenn ich das richtig verstanden habe. Aber wieso gerade die Lokführer eine Coronaprämie bekommen sollen, verstehe ich nicht. Ich denke, dass es andere Berufsgruppen gibt, die wohl eher damit belohnt werden sollten.


    Wie schon erwähnt, können wir wohl hier in CH nicht wirklich mit diesem Instrument umgehen, da Streik hier praktisch ein unbekanntes Wort ist. Wir sind es gewohnt, dass alles wie ein Uhrwerk funktioniert.

  • Verwerflich an der Geschichte ist, dass der Konflikt auf dem Buckel Unbeteiligter (aka Fahrgäste) ausgetragen wird. Im Falle des Güterverkehrs schädigt der feine Herr auch noch die Umwelt, wenn die Kundschaft vermehrt auf LKW setzt.


    Ums Geld an sich geht es ja schon lange nicht mehr, die Lohnerhöhung ist nicht wirklich umstritten. Einzig der Zeitpunkt. Und verwerflich ist zudem, wenn ein Konkurrenzkampf unter Gewerkschaften zulasten Dritter ausgetragen wird. In früheren Zeiten hätte man die beiden Chefs zu einem Zweikampf antreten lassen.

  • Vielleicht noch als Ergänzung.

    Während sich die Lokführer mit gut 3% Lohnerhöhungen zufrieden geben muss.

    (Durch die strake Inflation ist das real ein Minus)

    Die Leute welche den Karren noch halbwegs am laufen halten und sich mit den täglichen Problemen, Pannen und Störungen auseinandersetzen müssen, haben einen fairen Lohn verdient.


    Da genehmigt sich der Bahnvorstand satte 10% Erhöhung.

    Wer jetzt noch gegen den GDL Streik ist, hat sämtlichen Sinn für Realität verloren oder ist selbst ein geldgieriger Manager.

    Die Leute die verantwortlich sind für miesen Service, schlechte Qualität und Billigeinkäufe bediene sich selber und greifen tief in die leere Kasse.


    Älterer Beitrag vom März 21

    https://taz.de/Mehr-Geld-fuer-Bahnchefs/!5757087/

  • Würde man sich die Situation genauer anschauen, würde einem auffallen, dass es hier in erster Linie um einen Machtkampf zwischen den beiden Gewerkschaften GDL und EVG geht. Durch das neue Tarifeinheitsgesetz wird zukünftig vor allem noch eine Gewerkschaft in die Verhandlungen einbezogen, so dass für den ganzen Betrieb nur noch ein Tarifvertrag der mitgliederstärksten Gewerkschaft gilt. Das ist aktuell klar die EVG, was wiederum Weselsky als Vorsitzender der GDL gar nicht passt. Dadurch dürfte seine Gewerkschaft und vor allem er selbst massiv an Einfluss und Bedeutung verlieren, während die EVG Verhandlungspartner Nummer 1 wird. Was kann er nun machen:

    Durch eine Forderung an die DB-Führung versucht er möglichst viele Mitglieder der EVG an die GDL abzuwerben und dadurch möglicherweise die mitgliederstärkste Gewerkschaft zu werden. Um das Bahnpersonal geht es nur sekundär. Stünde tatsächlich das Bahnpersonal im Vordergrund, hätte man eine Einigung mit der DB-Führung gefunden, da die Differenz nicht besonders gross waren und die DB abgesehen vom 600 Euro Coronabonus die Forderungen mehrheitlich erfüllen wollte.


    Damit wird schnell klar, dass hier ein Machtkampf auf Kosten der Kunden, der DB, der Umwelt und vor allem auch des Bahnpersonals ausgetragen wird. Damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich verstehe die Lokführer, die bessere Arbeitsbedingungen, Löhne etc. wollen. Auch ich finde, dass jene Leute, die den Betrieb täglich am Laufen halten anständig behandelt und entlöhnt werden müssen. Jedoch wird durch diesen Streik nichts besser, da es in erster Linie nicht um das Wohl des Personals geht, sondern um einen Machtkampf und den möglichen Mitgliedergewinn geht und sich an der Arbeitsbedingungen rein gar nichts verändern würde. Wäre man an einer nachhaltigen Lösung interessiert gewesen, hätte Weselsky nicht Hals über Kopf die Verhandlungen abgebrochen und den Streik begonnen. Denn eine Einigung mit der DB-Führung wäre für ihn die schlimmste Möglichkeit überhaupt gewesen, da er und seine Gewerkschaft ansonsten ihr Alleinstellungsmerkmal gegenüber der EVG verloren hätten.

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