Sofia: Fahrzeuge ex BVB, Be 4/6S 659-686

  • Nun ist es amtlich: Die 28 Schindler Be 4/6S "Sänften / "Guggumere" / "Hängebauchschwein" werden nach Sofia abgegeben. Nachfolgend die entsprechende Meldung:


    Die meisten Trams der bulgarischen Hauptstadt Sofia stammen aus der Zeit der Sowjetunion und müssen ersetzt werden. Da Basel seine Tramflotte erneuert, verfügen die Basler Verkehrsbetriebe über 28 moderne und gut instand gehaltene Trams, die sie nicht mehr benötigen. Der Erweiterungsbeitrag unterstützt den Transport dieser Trams nach Bulgarien.


    Trams in den Farben blau, weiss, orange und gelb prägen das Strassenbild der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Ab Sommer 2016 werden sich die Bewohnerinnen und Bewohner von Sofia an eine neue Farbe gewöhnen müssen: grün. Dies die Farbe der Basler Trams, die künftig in Sofia fahren werden. Ende November 2015 haben die Basler Verkehrsbetriebe den Vertrag für die Fahrzeuglieferung nach Bulgarien unterzeichnet.


    Komfortabel und behindertengerecht


    Die Waggons bieten den Passagieren Komfort, z.B. einen Niederflureinstieg, dank dem Gehbehinderte besser einsteigen und dadurch den öffentlichen Verkehr leichter nutzen können. Nicht zum ersten Mal wird ausrangiertes Rollmaterial in Osteuropa wiederverwendet; das Modell hat Tradition. Bereits mit der Transitionshilfe hat das Staatsekretariat für Wirtschaft ähnliche Projekte unterstützt. So sind beispielsweise Basler Trams in Serbien und Zürcher Trams in der Ukraine unterwegs.


    Nachhaltiges öffentliches Verkehrssystem


    Nebst der Lieferung der Trams unterstützt die Schweiz eine Studie zur nachhaltigen Gestaltung der städtischen Mobilität in Sofia. Die Studie wird als Grundlage für politische Entscheide dienen. Ziel ist es, die Verbindung zwischen Metro-, Bus- und Tramnetz zu verbessern.


    Das Projektbudget beträgt 3 Millionen CHF, wobei die Schweiz 2,55 Millionen CHF und die Verkehrsbetriebe von Sofia sowie die Stadt Sofia 450‘000 CHF beitragen. Damit leistet die Schweiz einen Beitrag zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrssystems in Sofia und somit zur Reduktion von Verkehrsstaus und Luftverschmutzung.


    Bildlegende: In Sofia werden 28 alte Trams durch Basler Trams ersetzt.© SECO

    Quelle: https://www.erweiterungsbeitra…ler-trams-fuer-sofia.html


    Bemerkung: Hmmm ... die genannten (und gezeigten) gelben Fahrzeuge stammen aus Leipzig und sind Normalspurfahrzeuge! Die Basler Fahrzeuge werden also bestimmt nicht diese Fahrzeuge ersetzen.

  • Also laut Wikipedia haben 11 Linien eine Spurweite von 1009mm. Demnach müssten die 28 Fahrzeuge umgerüstet werden??
    Ich weiss nicht ob ich richtig liege; aber hat mann bei uns mit den Wagen nicht Probleme wegen des Durchhängen ( kleine Räder mit Verschleiss bei der Sänfte) und das bei unseren guten Schienen. Werden die Wagen in Sofia lange Überleben?

  • Weitere Details finden sich hier: https://www.erweiterungsbeitra…/home/projekte/fokus.html


    So ist dort davon die Rede, dass die Fahrzeuge von der BVB verkauft werden. Der genau Betrag wird nicht beziffert. In den Projektkosten von 2,55 Mio. Franken ist auch der Transport enthalten. Sehr hoch wird also der Erlös nicht sein. Eingesetzt werden sollen die Fahrzeuge auf den Linien 1 und 12.


    Bezüglich Spurbreite: Diese 9 mm dürften keine allzugrossen Probleme darstellen ... aber hierzu können uns hier sicherlich die technischen Forum-Experten mehr sagen. Wie gross die Freude der Bulgaren an den Fahrzeugen sein wird, wird sich zeigen.

  • Zur Spurbreitendifferenz in diesem Fall würde der Fachmann sagen: «die 9 mm machen doch den Kohl nicht fett»


  • So ist dort davon die Rede, dass die Fahrzeuge von der BVB verkauft werden.


    Es ist eben etwas verwirrend, da in der ersten Zeile von einer "donation" die Rede ist, also einer Schenkung. Später wird allerdings "purchase of 28 [...] trams" erwähnt, was einem Kauf von 28 Trams entspricht.


    Jedenfalls, wie Du es sagst, ein lukratives Geschäft wird das für die BVB natürlich nicht.

  • Es ist eben etwas verwirrend, da in der ersten Zeile von einer "donation" die Rede ist, also einer Schenkung. Später wird allerdings "purchase of 28 [...] trams" erwähnt, was einem Kauf von 28 Trams entspricht.


    Die "donation" wird ja finanziert ("Switzerland will finance"), d.h. die Fahrzeuge werden im Rahmen des EU-Ost-Erweiterungsbeitrages nach Sofia verschenkt, aber gegenüber der Eigentümerin BVB finanziell (minimal) abgegolten. So ist die Transaktion zu verstehen.

  • Zufälligerweise habe ich auf einem Belgrader Forum gesehen, wie die Guggummere im Laufe der Zeit in Sofia umgespritzt werden. Beigelegt findet ihr die neue Fabrgebung.


    Die Guggummere sollten dort auf den Linien 3, 6, 11 fahren.


    Ausserden wurde die Frage gestellt: Wieso darf man die Guggummere in Sofia umlackieren, hingegen die DüWag und 100er in Belgrad nicht?

  • Wollte man die Düwags und 100er in Belgrad überhaupt umlackieren?


    Weil oben noch das Spurweiten-Thema angesprochen wurde, tatsächlich finden sich in Sofia zwei Spurweiten. Die genannten 1009mm wie auch ein paar wenige Normalspurstrecken.


    Spurkranz : Wo genau hast du in diesem Forum die Info gefunden?

  • Meines Wissens war nie geplant, die Basler Fahrzeuge umzuspritzen.


    Auf den Normalspurstrecken fahren Ex- Leipziger Tatras und Ex-Bonner DüWag (Vierachser, Sechsachser sowie Achtachser). Bald kommen noch 20 Tatra T6A5 aus Prag geschenkt.

  • Im neuesten "Facts" ist folgendes zu lesen:


    Ab Ende 2016 werden in Sofia die ersten vier von insgesamt 28 Motorwagen Typ Be 4/6 S (Guggummere) in Betrieb genommen. Im April waren bereits fünf Mitarbeitende aus Sofia für vier Tage in der Hauptwerkstatt der BVB auf Tour, um zu erfahren, wie man die Fahrzeuge wartet und repariert. Der gesamte Wissenstransfer (Elektrotechnik, Fahrzeugmechanik, elektronische, elektrische und mechanische Komponenten, Instandsetzung, technische Störungsbehebung im Betrieb sowie präventive Wartungen und Fahrlehrerausbildung) findet in mehreren Modulen in Basel oder in Sofia statt.
    Da die Linien in Sofia eine um 9mm breitere Spur als bei uns haben, ist es wichtig, dass die Ingenieure wissen, wie die Anpassung der Fahrwerke auf die breitere Spur erfolgen kann. Sie bereiten nun die Umrüstung vor, damit die Fahrzeuge, sobald sie in Sofia sind, angepasst werden können.

    Im Klartext heisst das, dass schon in einem halben Jahr der Abschied der Gugummere Tatsache wird.

  • Warum werden eigentlich die jüngeren Trams nach Sofia abgegeben? Die Guggumere wurden ja erst im Jahre 1990 ausgeliefert. Die Cornichon wären ja auch gut gewesen für Sofia und "nur" etwas älter.

  • Weil durch den Umbau von Gugummere Be 4/6 zu Sänfte Be 4/6S das Tram so ziemlich verbaut ("versaut") wurde.
    Der Umbau von den Sänften Türen an den Be 4/6S für die neuen Höhen Haltekanten wäre noch heikel geworden. Deshalb wurde beim 686 der Umbau auch nicht beendet, hier fehlen noch neue Türen im Sänftenteil.


    Ausserdem kann man mit den Cornichons und B4S dazu flexiblere Züge bilden.

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    Oldtimer Putzdaag, Sommerwagen und Badwännli 8o