VBZ-Märlitram

  • Rockstar macht Schweizer Kinder glücklich
    Peter Maffay im Märchentram


    Zusammen mit seiner Drachenfigur Tabaluga begeisterte Peter Maffay gestern 20 Kinder in Zürich.
    Der Samichlaus kutschierte sie im Märli-Tram durch Zürich, während Maffay Weihnachtsgeschichten erzählte.


    Er ist der grösste Rockstar deutscher Zunge, landete mit der neuen Kindermärchen-CD «Tabaluga
    – Es lebe die Freundschaft!» direkt auf Platz eins der Hitparade.
    Bei seinem gestrigen Blitzbesuch in der Schweiz konnte man dem Musiker so nahe kommen wie nie zuvor.


    Maffay fuhr mit 20 Kindern im Märli-Tram durch Zürich.
    Er erzählte ihnen Weihnachtsgeschichten und beschenkte sie mit Süssigkeiten.
    «Diese Kinder sind unsere Zukunft», erklärte der Hit-Sänger bestens gelaunt.
    «Ihr Lachen und ihre Fröhlichkeit sind die Grundvoraussetzungen für das Wohl­ergehen unserer ­Gesellschaft.»


    Maffay hat vor mehr als 30 Jahren die Figur des kleinen grünen Drachens ins Leben gerufen.
    «Tabaluga war damals eine eher infantile Idee für ein Konzeptalbum», erinnert er sich.
    Heute ist Tabaluga eine der bekanntesten Märchenfiguren überhaupt.
    Die Zeichentrick­serie lief in mehr als 100 Ländern.
    «Wir wollen Kinder zum Träumen ermuntern und ihnen dabei Werte wie Empathie,
    Respekt und Grosszügigkeit auf spielerische Art vermitteln», sagt Maffay,
    der mit Tabaluga längstens auch eine Stiftung gegründet hat,
    die jedes Jahr mehr als 1200 Kinder und Jugendliche in Not betreut.


    Zum nächsten Wiedersehen mit Maffay kommt es in einem Jahr:
    Am 17. Dezember 2016 gibt er im Hallenstadion Zürich ein Doppelkonzert mit dem Rockmärchen «Tabaluga».


    Blick 01.12.2015

  • Über eine Stunde Schlange stehen fürs Märlitram

    Zweimal wöchentlich kommt es derzeit zu verrückten Szenen im Zürcher Jelmoli, weil Eltern um begehrte Tickets kämpfen.


    Eigentlich wollen sie zu Weihnachten Freude verschenken. Doch sie sind entnervt und zornig. Weil sie weit hinten in der Warteschlange stehen. Nesa Heschel aus Dielsdorf zum Beispiel. «Es ist der absolute Wahnsinn», entfährt es ihr. Gaby Züst vor ihr dreht sich um und sagt: «Sie haben recht. Wirklich eine Zumutung.» Heschel: «Mich hat fast der Schlag getroffen, als ich all die Leute gesehen habe. Die kamen wohl alle durch den Hintereingang rein.»


    Seit Mitte November bietet sich auf der 4. Etage im Jelmoli jeden Morgen dasselbe Bild: Gegen 150 Kunden stehen an für Märlitram-Tickets. Seit 60 Jahren verkehrt der rote Tramwagen in der Vorweihnachtszeit auf den Schienen in der Zürcher Innenstadt. Der Samichlaus ist am Steuer, zwei Engel erzählen im Wagen eine Geschichte. Täglich werden Tickets für den Fahrtag eine Woche später ausgegeben. 13 Fahrten gibt es unter der Woche, 16 am Wochenende. Im Tram haben 24 Kinder Platz. Mittwochs und samstags ist der Andrang besonders gross, weil die Kinder an diesen Tagen schulfrei haben.


    Die beiden Frauen sind an diesem Mittwochmorgen schon nach neun Uhr vor dem Jelmoli-Eingang gestanden. Zünd ist von Luzern angereist, Heschel von Dielsdorf. Sie wussten, dass sich die Leute lange vor der Ladenöffnung um halb zehn Uhr vor dem schweren Gitter an der Glasscheibe drängen. Gerade so, als gäbe es drinnen für die Vordersten etwas umsonst.


    Doch die Tickets fürs Märlitram gibt es nicht umsonst. Sie kosten acht Franken. Und man muss sie sich erkämpfen. Mit vollem Körpereinsatz. Das hat eine hochschwangere Frau erfahren, als sie sich vor Ort erkundigte, wie das mit den Tickets ablaufe. Sie wurde angeschaut, und man gab ihr unmissverständlich zu verstehen, dass sie mit diesem Bauch keine Chance habe, Tickets zu ergattern.


    Aus Luzern angereist


    Kurz vor halb zehn Uhr öffnet das Gitter, und die Kunden rennen zur Rolltreppe, hasten die drei Rolltreppen hoch. Es scheint, als würde es sie hochspülen. Den ungläubigen Blick des Verkäufers auf der Herrenetage sieht keiner. «Was machen die da alle?», will er wissen. Er lacht herzlich, als er die Antwort erfährt.


    Wer einmal oben ist, wird in der Warteschlange zur Schicksalsgemeinschaft. Vor den beiden Frauen stehen rund 80 Leute. Hinter ihnen sind es weit mehr als zwei Dutzend. Ein Mann liest in einem Buch, eine Frau strickt. Zünd schüttelt nur den Kopf. Mit so vielen Leuten hat sie nicht gerechnet. Und schon gar nicht, dass sie keine Tickets für ihr Gottenkind aus der Ostschweiz bekommen könnte. «Ich habe ihr schon versprochen, dass wir gehen. Da will ich sie nicht enttäuschen.» Heschel sagt: «Ich habe meiner Enkeltochter noch nichts gesagt. Das mache ich erst, wenn ich die Tickets habe.»


    Lächelnd im Dauereinsatz


    Am roten Schalter vorn sind vier Mitarbeiterinnen voll beschäftigt und lächeln dennoch unentwegt. Zwei von ihnen geben Tickets aus und verpacken die Zeichnung für den Malwettbewerb. Die anderen nehmen Telefonate von jenen Kunden entgegen, die eine Jelmoli Card besitzen. Sie dürfen Billette telefonisch reservieren. Am Schalter abholen müssen sie diese aber auch.


    Es ist kurz vor zehn Uhr. Heschel ereifert sich über die Organisation des Verkaufs. «Mir ist ein Rätsel, warum sie das so machen», sagt sie. Züst: «Man könnte das doch alles online schalten», sagt sie. Karin Winter schaltet sich ein: «Das hinterlässt alles einen Nachgeschmack. Man sagt doch: Man vergisst nicht, wie man behandelt wird.» Die Frau aus Bäch hat fürs Anstehen extra einen halben Tag freigenommen.


    Verkauf hat Tradition


    Für Jelmoli hat diese Art des Verkaufens Tradition. Kommunikationsleiterin Monica Monsch sagt: «Wir wollen allen eine faire Chance geben, ein Ticket für das Jelmoli-Märlitram zu erhalten.» Einen Onlineverkauf habe man bisher noch nie in Betracht gezogen. «Dass dies etwas nostalgisch ist, ist uns bewusst, ebenso wie das Jelmoli-Märlitram.» Gemäss Monsch ist die Nachfrage nach Tickets in den letzten Jahren laufend gestiegen und erreichte mit dem 60-Jahr-Jubiläum einen Höhepunkt. Die Ticketstrategie von Jelmoli lautet: «Die beste Chance, ein Ticket zu erhalten, hat man jeweils für die ersten Fahrten Ende November und bei uns vor Ort ab Ladenöffnung.»


    Kurz nach zehn Uhr stehen Züst und Heschel vor dem roten Verkaufsstand. Es gibt nur noch Tickets für die Randzeiten. Züst nimmt zwei für 13.50 Uhr. «Das reicht, aber es wird knapp.» Sie wird von Luzern in die Ostschweiz fahren, das Gottenkind vom Kindergarten abholen und unterwegs mit ihm ein Sandwich essen, damit es für die 20-minütige Fahrt gestärkt ist. Heschel bleibt ein Ticket für 18.30 Uhr. «Normalerweise geht sie um diese Zeit schon fast ins Bett. Aber fürs Märlitram darf sie sicher eine Ausnahme machen.»


    Um 10.10 Uhr sind alle Plätze ausverkauft. Enttäuschte Kunden trösten die Mitarbeiterinnen mit einem Lächeln und der Empfehlung, sich das nächste Mal pünktlich vor Ladenöffnung in der Schlange einzureihen.


    Quelle: tagesanzeiger.ch vom 14.12.2018