Hindernisfreie Haltestellen / Umsetzung Behindertengleichstellungsgesetz

  • Erste hindernisfreie Tramhaltestelle in Basel wird in Betrieb genommen


    Am Montag, 22. Juli, wird im Rahmen der Verlängerung der
    Tramlinie 8 nach Weil die erste hindernisfreie Tramhaltestelle in Basel
    in Betrieb genommen. Diese bietet dank höherer Haltekante und geringerem
    Abstand zum Fahrzeug einen einfachen Einstieg für alle. Am nächsten
    Sonntag, 21. Juli, einen Tag bevor die Strecke wieder normal befahren
    wird, können betroffene Verbände und die Bevölkerung die hindernisfreie
    Tramhaltestelle in Kleinhüningen in Ruhe testen.


    Für Rollstuhlfahrende, Gehbehinderte, aber auch für viele ältere Menschen,
    sind hohe Haltekanten unentbehrlich um den öffentlichen Verkehr selbstständig
    zu benutzen. Andere sind temporär auf hohe Haltekanten angewiesen, sei es mit
    Kinderwagen, Gepäck oder einem Gipsbein. Insgesamt ist der hindernisfreie
    Zugang also für alle Nutzerinnen und Nutzer komfortabel. Ein einfacher
    Einstieg steigert generell die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs. Die
    Ein- und Aussteigezeiten der Fahrgäste sind kürzer und ermöglichen einen
    stabileren und somit zuverlässigeren Fahrplan.


    Gemäss Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) werden in Basel – wie auch
    in der ganzen Schweiz – die Tram- und Bushaltestellen hindernisfrei
    gestaltet. Bei der schrittweisen Umsetzung stehen der Kanton Basel-Stadt und
    die BVB vor verschiedenen Herausforderungen. Rund die Hälfte der Haltekanten
    in Basel liegt in einer Kurve, was einen hindernisfreien Zugang zu Tram und Bus
    nach BehiG erschwert. Diese Haltestellen müssen deshalb vertieft untersucht
    werden. Auch kombinierte Tram- und Bushaltestellen verlangen wegen der
    unterschiedlichen Fahrzeugabmessung nach individuellen Lösungen. Insgesamt
    müssen in Basel in den nächsten zehn Jahren 212 Tram- oder Bushaltestellen
    umgebaut werden.


    Zurzeit werden sämtliche Tram- und Bushaltestellen in Basel katalogisiert, um
    die Anpassung ihrer Haltekanten mit anstehenden Unterhaltsarbeiten und
    Baustellen abzustimmen sowie einen Zeitplan für die Umsetzung zu erarbeiten.
    Parallel zu den Arbeiten an den Haltestellen läuft die schrittweise
    Auslieferung der neuen Niederflurfahrzeuge der BVB (Flexity-Tram) und der BLT
    (Tango-Tram) und die Anpassung der bestehenden Fahrzeuge für die neuen, hohen
    Haltekanten.

    Schweiz Magazin
    19.07.2013

  • Heute 21.07.2013 ist das Gleis 1 fertiggestellt. Die Haltekante ist sichtbar, deutlich höher.
    Also kann der Betrieb wahrscheinlich am Montag aufgenommen werden.


    Am Perron des Gleis 2 muss noch gearbeitet werden.
    Haltekanten und Belag fehlen noch.

  • Bis 2023 müssen Haltestellen behindertengerecht sein – im Baselbiet
    streiten Gemeinde und Kanton um die Kosten. Dass die Gemeinden die
    Hälfte der Umbaukosten übernehmen müssen, sorgt bei diesen für rote
    Köpfe.


    Artikel in bz vom 20.07.2013

  • Hier mal ein Bild zum Vergleich. ;) Da die alten Schienen in einer leichten Kurve lagen und die Neuen gerade verlegt sind, ist dass noch schwierig zu sagen.



    Würde sagen, es ist etwa gleich. Liegt wohl am weiterhinten gebauten Tramhäuschen...

  • Bis 2023 müssen Haltestellen behindertengerecht sein – im Baselbiet
    streiten Gemeinde und Kanton um die Kosten. Dass die Gemeinden die
    Hälfte der Umbaukosten übernehmen müssen, sorgt bei diesen für rote
    Köpfe.


    Artikel in bz vom 20.07.2013



    Ich bleibe dabei, dieses Gesetz ist ein Witz, und kostet einfach extrem Geld...


    Ohne dieses Gesetz hätte man wohl auch nicht alle Flexitys auf einman bestellen müssen.
    Dann kommt der Umbau sämtlicher Haltestellen dazu.
    Hier nochmals einige Knackpunkthaltestellen, bei denen ich mir nicht gerade ein einfaches Anpassen vorstellen kann:


    - Barfüsserplatz -> lange, kurvige Haltestelle in einem engen Bereich, schwer eine Begradigung zu erstellen. Schon gar nicht als Doppelstation.
    - Biningen Kronenplatz -> Haltestelle in einer Schlaufe, Abstand von Sänfteneingang zur Kante extrem gross. Müsste dann evt. alles nochmals umgebaut werden.
    - Riehen Grenze -> Tram kommt grösstenteils in einer Kurve zu stehen, dazu nur ein kleines Inselchen. Muss wohl mind. aufs andere Gleis rüber.
    - das gleiche Problem bei mehreren Schlaufenendstationen, Aesch, St-Louis Grenze (gut wird, neu erstellt), Birsfelden, Burgfelden Grenze, Neuweilerstrasse, und und und


    dazu kommt, all die Haltestellen, die momentan erneuert wurden, wie z. Bsp. Luzernerring. Das kann dann alles nochmals schön aufgerissen werden.
    Ich frage mich oftmals, was unseren Politikern manchmal durch den Kopf geht.


    Leute mit einer Behinderung verdienen den grösstmöglichen Anteil an Unterstützung. Aber es muss real bleiben.

  • Da stimme ich dir zu. Zur Haltestelle Kronenplatz stand etwas im BZ Artikel BZ


    "Eine Ausnahme ist der Kronenplatz in Binningen. Die Endstation des 2er-Trams ist eine Schlaufe. Eine gerade Station ist unmöglich. «Aber der Chauffeur hat genügend Zeit, um einem Rollstuhlfahrer zu helfen», sagt Mühlemann."


    Immerhin eine die von einem erneuten Umbau verschont bleibt! :thumbsup:

  • naja, bis dahin werden die Sänften nicht mehr fahren, und verm. Combinos oder Flexitys fahren.
    Momentan sehe ich das aber nicht, dass ein WGF z. Bsp. einer Person im Elektrorollstuhl helfen kann.,

  • zwar kein direkter Bezug zu Tram/Bus ... aber dieser Artikel passt in die laufende Diskussion zum Thema "Gleichstellungsgesetz / hindernisfreier Zugang für Gehbehinderte".


    Quelle: BaZ vom 22.07.2013

  • Auch in der Stadt Basel müssen in den nächsten Jahren zahlreiche
    Haltestellen des öffentlichen Verkehrs behindertengerecht gestaltet
    werden. So verlangt es das Gesetz. Dies ist jedoch nicht ganz
    unproblematisch für die Velofahrer, wie ein Beispiel in der
    Elsässerstrasse zeigt.
    Bei der Neugestaltung der Elsässerstrasse, die derzeit im Gang ist,
    plante das Basler Tiefbauamt ursprünglich eine sogenannte
    Kap-Haltestelle. Das heisst: Die Tramschienen werden an das Trottoir
    herangeführt und dort wird die Haltestellenkante erhöht auf rund 27
    Zentimeter. Mit dieser Lösung hätte der gesetzlich geforderte
    barrierefreie Zugang zum Tram gewährleistet werden können.
    Nachdem die Pläne bekannt wurden, hat jedoch die Umwelt-, Verkehrs- und
    Energiekommission des Grossen Rats interveniert. Die Kommission
    verlangte eine bessere Lösung für die Velofahrer. Die Kap-Haltestelle
    ist nicht unproblematisch für Velofahrer, weil der Abstand zwischen
    Trottior und Schienen kleiner und die Sturzgefahr grösser wird.
    Bei der Verzweigung Elssässertrasse / Hünigerstrasse wird nun der
    Veloweg in Zukunft quasi über das Trottoir geführt. Damit es nicht zu
    einem Zusammenstoss zwischen Trampassagieren und Velofahrern kommt, wird
    zudem eine Lichtsignalanlage nur für Velos installiert.
    Wie der Konflikt zwischen Velo und behindertengerechten Haltestellen an
    allen übrigen Haltestationen gelöst wird, sei laut Roger Reinauer,
    Leiter des Basler Tiefbauamts, noch offen. «Wir haben noch über zehn
    Jahre Zeit, um Erfahrungen zu sammeln», so Reinauer gegenüber dem
    «Regionaljournal Basel» von Radio SRF.


    Quelle: Radio SRF

  • Das kostet wieder eine Stange Geld so eine Lichtsignal-Anlage.
    Da sind schnell mal 50'000 CHF verbraten.


    Hier noch die QUIZFRAGE des Tages:


    Was ist in diesem Zusammenhang eine VELOMATRATZE (techn. Ausdruck) ?


    Lösung hier

  • Wenn man als Velofahrer so sehr schwankt, dass man es nicht schafft, zwischen Trottoirrand und Tramschiene zu bleiben, dann sollte man vielleicht etwas im Verkehrsgarten üben gehen. Die etwas geübteren Velofahrer, die sich dann auch an solche Regeln, die nur wegen den ungeübten überhaupt nötig sind, halten müssen, wären dankbar dafür.


    Zwischen Riehen Bettingerstrasse und Basel Hirzbrunnen-Claraspital ist die Situation doch auch so, dass die Velofahrer zwischen dem Tramhalt und dem Wartehäuschen durchfahren, ohne dass deswegen bei jeder Haltestelle eine Ampel installiert ist (hoffentlich weckt das jetzt keine schlafende Hunde beim Tiefbauamt :) ). Probleme habe ich bisher dort keine beobachtet, obwohl dank dem Gefälle die Velos recht schnell sein können. Wenn es aber eine Ampel hat, dann schaut jeder nur noch darauf statt auf die Verkehrssituation und Menschenverstand, manche halten sich nicht daran, weil sie den Sinn nicht sehen, deswegen wiederum giften sich die Leute gegenseitig an usw. Ich behaupte, ohne Ampel würde das einfacher und billiger und weniger gefährlich gehen als mit.


    (Edit: Schreibfehler korrigiert)

    Einmal editiert, zuletzt von Baragge ()

  • Wenn man als Velofahrer so sehr schwankt, dass man es nicht schafft, zwischen Trottoirrand und Tramschiene zu bleiben, dann sollte man vielleicht etwas im Verkehrsgarten üben gehen. Die etwas geübteren Velofahrer, die sich dann auch an solche Regeln, die nur wegen den ungeübten überhaupt nötig sind, halten müssen, wären dankbar dafür.


    Zwischen Riehen Bettingerstrasse und Basel Hirzbrunnen-Claraspital ist die Situation doch auch so, dass die Velofahrer zwischen dem Tramhalt und dem Wartehäuschen durchfahren, ohne dass deswegen bei jeder Haltestelle eine Ampel installiert ist (hoffentlich weckt das jetzt keine schlafende Hunde beim Tiefbauamt :) ). Probleme habe ich bisher dort keine beobachtet, obwohl dank dem Gefälle die Velos recht schnell sein können. Wenn es aber eine Ampel hat, dann schaut jeder nur noch darauf statt auf die Verkehrssituation und Menschenverstand, manche halten sich nicht daran, weil sie den Sinn nicht sehen, deswegen wiederum giften sich die Leute gegenseitig an usw. Ich behaupte, ohne Ampel würde das einfacher und billiger und weniger gefährlich gehen als mit.


    (Edit: Schreibfehler korrigiert)

    Dem gibt's eigentlich nichts mehr beizufügen. Ausser vielleicht über die zunehmende Verweichlichung der Menschheit den Kopf zu schütteln...

    Einmal editiert, zuletzt von Stephan Gassmann ()