Tram Lörrach: Verlängerung 6er

  • Lörrach hat definitv Blut geleckt.


    Bin gespannt über die Trassenvariante.


    So was wie früher liese sich kaum mehr bewerkstelligen.

    Evt. könnte man die S-Bahn Haltestelle zwischen Lörrach, Stetten und Lörrach, Hbf dann aufheben, da fährt die S-Bahn ja schon fast wie eine Tram.


    Ich denke eine Verlängerung, insofern Basel da mitspielen würde, wäre sicher nicht das schlechteste, was man machen könnte.

  • Ich bin auch gespannt, was bei der Tramstudie herauskommt. Inwiefern Basel dabei allerdings mitspielen muss, ist nicht klar (an den zwei Weichen und 100 Metern Gleisen bei der Grenze wird es wohl kaum scheitern).


    Für mich stellt sich die Frage, wer eine solche Tramverlängerung nutzen würde, da (im Gegensatz zu früher) ein gutes, paralleles Bahnangebot vorhanden ist, das noch weiter ausgebaut werden soll (Viertelstundentakt Basel - Lörrach).

  • Für mich stellt sich die Frage, wer eine solche Tramverlängerung nutzen würde, da (im Gegensatz zu früher) ein gutes, paralleles Bahnangebot vorhanden ist, das noch weiter ausgebaut werden soll (Viertelstundentakt Basel - Lörrach).

    z.B. Direkte Verbindung zur Basler Innenstadt und umsteigearme Anschlüsse ans BVB- / BLT-Netz

    Je nach Streckenführung kann auch eine teilweise Verlagerung des Berufspendlerverkehrs entstehen.

  • Ob das bei der langen Fahrzeit des Trams im Vergleich zur S-Bahn genügend attraktiv ist? Erst recht, wenn mal das Herzstück kommt...


    Die Tramstudie solle demnach die Fragen beantworten, ob das Verkehrsmittel Straßenbahn in Lörrach in einem Gesamtzusammenhang sinnvoll für die weitere Stadtentwicklung ist und in welchem Kosten-Nutzen-Verhältnis Investition und Betrieb stehen.

    Genau um die Fragen zu beantworten, wird eine Studie gemacht .... also abwarten ...

  • Ob das bei der langen Fahrzeit des Trams im Vergleich zur S-Bahn genügend attraktiv ist? Erst recht, wenn mal das Herzstück kommt...

    Per Bahn ist die Gesamtreisezeit inklusive Wege zum und vom Bahnhof ja nur deutlich schneller, wenn Start und Ziel in der Nähe des Bahnhofs liegen.


    Von z.B. Pratteln nach Basel ist die Fahrzeit per Bahn ja auch deutlich attraktiver, trotzdem hat es auch im 14er Fahrgäste.

  • Die Situation in Lörrach unterscheidet sich aber in mehreren Punkten vom 14er:

    • Die S-Bahn weist in Lörrach viel mehr Haltestellen auf - der Weg zur nächsten S-Bahn-Haltestelle ist also oft kürzer (siehe auch Beitrag von Dome). Oder anders gesagt: Zwischen zwei S-Bahn-Haltestellen hat in Lörrach nur eine Tramhaltestelle Platz.
    • Die Distanz zwischen S-Bahn und Tramlinie ist in Riehen und Lörrach deutlich kleiner als in Muttenz, ausser man würde das Tram in Lörrach künftig mit einem Umweg der Wiese entlangführen.
    • Die S-Bahn aus Lörrach bedient mit dem Badischen Bahnhof einen wichtigen Umsteigepunkt auf die städtischen Tangentiallinien (z. B. Buslinie 36). An der Haltestelle St. Jakob, die eine ähnliche Funktion im Netz hat, fährt die S-Bahn hingegen vorbei, so dass der 14er dieses Potential abschöpfen kann.

    Das heisst nicht, dass auf dem verlängerten 6er niemand fahren würde. Viel mehr als die Feinverteilung bliebe für die Tramlinie allerdings nicht übrig. Ob das ausreicht, werden die Verkehrsmodellrechnungen, die zur Tramstudie sicher dazugehören, zeigen.

  • Wie sieht die Auslastung der Buslinien in Lörrach zur Zeit aus ? (Habe keine Ahnung)

    Relativ gut gefüllt, einzelne Kurse fahren mittlerweile mit Gelenkbussen.


    Ich schliesse mich aber der Meinung an, dass ein Wiederaufbau der bis 1967 genutzten Trasse wegen Parallelverkehr zur S-Bahn (die ja mittelfristig alle 15 Min fahren soll) wenig sinnvoll erscheint. Ich würde ab dem Zentrum (Kreuzung Basler/Tumringer/Teichstrasse) nach Westen abbiegen (über die Teichstrasse zur Wiese runter) und die noch offene Trasse des ehemaligen Industriegleises (Rümmingerstrasse/Denzstrasse/Promenadenweg) bis zum Lörracher Norden nutzen. Dann wären auch andere Teile Lörrachs erschlossen. Angesichts des Neubaus der Klinik wäre eine anschliessende Querung der DB-Strecke, Führung durch Brombach bis zum Klinikum natürlich ein Traum.

  • Sehe ich ebenso. Eine Tramlinie nach / durch Lörrach würde den Stadtverkehr in Lörrach selbst klar aufwerten und stärken, im Verkehr mit Riehen bzw. Basel aber eher eine untergeordnete Rolle spielen. Das grössere Potenzial sehe ich im Norden Richtung Tumringen und/oder Brombach, wo das Tram durch Gebiete führe, die durch die Wiesentalbahn nur teilweise erschlossen sind oder wo längere Fusswege in Kauf genommen werden müssen.


    Das Potenzial sehe ich aber in jedem Fall vorhanden.

  • Für eine Kleinstadt, in der nur eine einzige Linie Sinn machen würde, lohnt sich eine Tramstrecke nicht, Wegen Rollmatrialreserve und Personal. Wenn man sich aber an eine grössere Nachbarstadt anschliessen kann, die Personal und vor allem Rollmaterial zur Verfügung stellten kann, dann rechnet es sich vielleicht. Auch wenn das Lörrachertram (es ist zwar dann auch eine "sie") nur überwiegend lokal benutzt würde, könnte es sich lohnen. Ein Knackpunkt wären die Personalkosten, die mit schweizer Personal deutlich höher sind. In den letzten Betriebsjahren der Lörracher Linie wurd diese mit deutschem Personal betrieben. So war diese Strecke sogar rentabel. Ich weiss zwar auch nicht wie hoch die Miete für die Fahrzeuge war.

    Ob mit dem Tram neue Einkaufstouristen von Weil sabgezogen derden können ist eine andere Frage.

    Ich bin gespannt wie die Studie ausfällt.

  • Ein Knackpunkt wären die Personalkosten, die mit schweizer Personal deutlich höher sind. In den letzten Betriebsjahren der Lörracher Linie wurd diese mit deutschem Personal betrieben. So war diese Strecke sogar rentabel.

    Wenn man nur Deutschland/Schweiz (und nicht Gemeinden und Betriebe) betrachtet, könnte man das ja ausgleichen, indem einfach auf dem 38er mehr deutsche Busse/Chauffeure eingesetzt werden, so dass die gesamthafte regionale Verteilung entsprechend den Fahrkilometern stimmt.


    Oder halt wie in Genf beim Leman Express, an der Grenze wird der Wagenführer gewechselt.

  • Der Gemeinderat hat sich nochmal neu entschieden und festgelegt, dass die Tramstudie vor dem Mobilitätskonzept kommen soll, der Hintergrund ist wohl ein lokalpolitischer: "Die wesentlichen Punkte des Mobilitätskonzepts müssten feststehen, bevor es beauftragt werden kann und Büros Angebote dafür unterbreiten können. Darüber sei im Gemeinderat jedoch noch gar nicht geredet worden, sondern nur über die Fahrradestrategie."

    Zum Tram heisst es "Der Oberbürgermeister wies bezüglich der Tramstudie auch darauf hin, dass man über die Verlängerung einer Schweizer Tram rede."

    Quelle: https://www.badische-zeitung.d…zept-fuer-loerrach-kommen

  • Naja sicher eine gute Sache wenn die Stadt Lörach eine Strassenbahn will. Und sicher auch nicht schlecht wenn Sie den Auftrag für dem Betrieb dieser Strassenbahn an die BVB vergiebt. Alles andere, inklusive Finanzierung ist, so denk ich jedenfalls, sache der Stadt Lörach, und es wohl nicht Aufgabe des Kantons Stadt Basel ist ÖV Projekte in einer anderen Stadt zu finanzieren, weder beim Bau noch beim Betrieb.

  • Ich denke auch, dass die Finanzierung keinesfalls von Schweizer Seite erfolgen sollte. Das wäre eindeutig Sache des Landkreises Lörrach und der Stadt Lörrach. Eventuell auch des Landes Baden-Württemberg.

    Deutsches Rollmaterial einzusetzen, ist auch nicht abwegig, nur dürfte das Zulassungsverfahren, falls auch Schweizer Hoheitsgebiet befahren würde, durch das BAV ein bisschen länger dauern!

    Als Streckenführung auf Schweizer Hoheitsgebiet sähe ich eine Paralelle zum 6er ab Riehen-Stetten bis Messeplatz, dann via Riehenstrasse zum Wettsteinplatz und durch den neugebauten Claragraben zum Claraplatz und zurück nach Riehen, bezw. Lörrach. Das würde den 6er ziemlich entlasten.

    Der 2er könnte dann ab Wetsteinplatz-Claraplatz als Entlastung des 8ers nach Kleinhüningen geleitet werden.

  • Flexity & Combino sind ja eigentlich schon in Deutschland zugelassen.

    Zur vorgeschlagenen Linienführung:

    Die Verbindung Wettsteinpl. - Clarapl.

    steht auch noch nicht, also

    via Clastr.- Claraplatz-Weil.

    L 17 nur bis Schifflände.

    Die einfachste Lösung ( wie L 3 & L 8)

    die L 6 verlängern.

    Aber es werden wohl unzählige Kreationen unserer User entstehen.

  • Was man bezüglich Fahrgastpotential auch in Betracht ziehen muss wäre das Herzstück:


    Wenn man z.B. von irgendwo in Lörrach-Stetten an die Schifflände will hat man dort zwar eine Bahnstation in der Nähe (das kleine Lörrach hat ja mehr Bahnhalte als das grosse Basel), aber wenn die Bahn nur alle 30 Minuten fährt und man am Bad. Bahnhof auf das Tram umsteigen muss, dann fänden wohl viele die direkte Tramverbindung komfortabler, selbst wenn die Gesamtreisezeit (ohne Berücksichtung der Wartezeit bei geringerem Takt) wenige Minuten länger dauert. Und wenn es bis Basel SBB geht werden alle Zeitvorteile der Bahn durch den langen Aufenthalt im Bad. Bf zunichte gemacht.


    Wenn es mit dem Herzstück aber mal direkte Verbindungen in die Innerstadt gäbe sähe es wohl wieder anders aus. Von dem her wäre es sicher sinnvoll, die Strecke so zu planen, dass sie auch damit noch Sinn gäbe (nahe an der Wiese statt an der bestehenden Bahnlinie).

  • Wenn man nur Deutschland/Schweiz (und nicht Gemeinden und Betriebe) betrachtet, könnte man das ja ausgleichen, indem einfach auf dem 38er mehr deutsche Busse/Chauffeure eingesetzt werden, so dass die gesamthafte regionale Verteilung entsprechend den Fahrkilometern stimmt.


    Oder halt wie in Genf beim Leman Express, an der Grenze wird der Wagenführer gewechselt.

    Im letzten Fall gäbe es dann an der Grenze eine neue Ansage, wenn der Gegenkurs verspätet ist: "Sehr geehrte Fahrgäste. Leider können wir im Moment nicht weiterfahren, da das Fahrpersonal noch nicht eingetroffen ist. Wir bitten Sie um etwas Geduld." ;)


    Der Ansatz mit der Buslinie 38 (oder 35, falls sie mal regelmässig nach Inzlingen fahren sollte) wäre somit sicher eleganter. Man muss das Rad für das Tram nach Lörrach nicht neu erfinden: Beim Tram 8 nach Weil hatte die SWEG im Gegenzug auch die Buslinie 55 vollständig übernommen.

    Wegen dem Abschnitt in Lörrach wird die Nachfrage kaum so durch die Decke gehen, dass es eine neue Tramlinie braucht, die tagein tagaus parallel zur Linie 6 fährt. Somit wäre die einzige sinnvolle Lösung die Verlängerung der Linie 6. Auf dem Schweizer Abschnitt könnte man das Angebot immer noch bedarfsweise mit der Linie 2 verdichten.