Tram Lörrach: Verlängerung 6er

  • Zitat

    Original von Pantograph
    Sind nächstens Wahlen? Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass dieser FDP-Vorstoss Hand und Fuss hat.


    Dieser FDP-Vorstoss ist nicht neu.
    Er sieht leider nicht die Einbindung in den restlichen OeV vor sondern lediglich die Anbindung der Lörracher Innerstadt an Basel vor. Ziel ist die komfortable Zuführung der Basler Kundschaft an die Ladengeschäfte der Lörracher FDP-Mitglieder. An der Idee fehlt eindeutig der Gedankenansatz, wie die neue Strecke in ein anzupassendes Busnetz, an die S5 und S6 eingebunden werden kann und welche Vorteile sich daraus ergeben. Solange die FDP nur ihr ziemlich egoistisches und nebenbei auch der sehr eindimensionales Ziel "Basler Kundschaft" im Auge hat, wird das eh nichts.
    Nebenbei ist ja eh fraglich, wie lange diese Partei noch existiert, nachdem sie in Berlin nun zahlenmässig besser in der Summe der sonstigen Partei integriert worden wäre.

    3 Mal editiert, zuletzt von Renntrabi ()

  • Zitat

    Original von kriminalTANGO
    Stimmt, hatten wir schon: Tram in Lörrach als Wahlkampfthema


    Wenn man die Tramverlängerung einigermassen ins Netz integrieren könnte, wäre es vermutlich nichts schlechtes, aber ob es bei so vielen S-Bahn-Stationen überhaupt Potential gibt?


    Es gibt meiner Meinung nach drei Varianten, die näher zu betrachten wären:


    1) Verlängerung bis Stetten Bahnhof. Vorteile: sehr kostengünstig zu realisieren und förderungsfähig (Basler Strasse ist so breit, dass alles auf Eigentrassee zu liegen käme) und gleichzeitig sehr fahrgastwirksam (hohes Umsteigepotenzial, bisher ein grosses Manko, da Riehen Grenze als Endstation sehr ungüstig liegt) Nachteile: wer aus Riehen in die Lörracher Innerstadt möchte, wird 500 Meter vorm Ziel auf die Strasse gesetzt


    2) FDP-Variante: Nachteile: grosse Teile nicht förderfähig, da der übrige Teil nicht auf Eigentrasse zu liegen käme, Häuserschlaufe nötig, sehr ineffektiv
    Vorteil: grosse Teile Riehens angebunden


    3) grosse Lösung: weiter quer durch die Innerstadt (komplette Basler Strasse, weiter durch die Freiburger Strasse nach Tumringen, Haagen, Hauingen. Nachteile: nicht finanzierbar Vorteile: diese Lösung hat ein grosses Fahrgastpotenzial, da sie beinahe ausschliesslich Bereiche ohne S-Bahn-Anschluss bedient, daneben die Vorteile aus V1 und V2


    Bei Variante 1 ergäbe sich ein angepasstes, sehr èbersichtliches Busnetz mit 3 Linien (Hauingen Ost - Brombach Bf - Homburg Siedlung - Busbahnhof - Stetten Bf - Salzert alle 30`; Brombach Bühl - Brombach Bf - Hauingen - Haagen - Tumringen - Busbahnhof (ab hier überlagert zu 15`-Intervall mit der anderen Linie) - Stetten Bf - Salzert alle 30`; Weil Bf - Tüllingen - Busbahnhof - Bergstrasse - Kreuzstrasse - Stetten Süd - Unterführung Stetten Süd - Dammstrasse alle 30`) Die heutige Linie 3 wäre über den Haufen zu werfen und das Geld in die BVB Linie 35 nach Inzlingen zu stecken. Wäre auch heute schon besser investiert als in diese unmögliche "Ring"-Linie die nur in einer Richtung kreuz- und quer durch die Botanik fährt aber mit ihrem Fahrplan jeden potenziellen Nutzer für Ewigkeiten verschreckt.

    Einmal editiert, zuletzt von Renntrabi ()

  • Dann gäbe es ja noch die "historische" Variante bis Lörrach (Bus-) Bahnhof.
    Vorteile: Eigentrassee auf Basler Straße und MIV-frei im Zentrum, hohes Umsteigepotenzial, Zentrum angebunden, spätere Verlängerung via Gretherstraße nach Tumringen, Haagen, Hauingen, Brombach möglich.
    Nachteile: Fahrt durch die Fussgängerzone, ziemlich schmal, bei alternativer Führung via Bahnhofstraße keine Eigentrassierung, mögliche Kannibalisierung der S-Bahn bei zu geringer Nachfrage.

  • Thema Eigentrassee Basler Strasse: Stimmt so nicht: ca. 2/3 der Basler Strasse sind zu schmal für ein Eigentrassee. Nur das erste Drittel von der Landesgrenze bis zum Bahnhof Stetten weisst eine genügende Breite auf.

  • Zitat

    Original von Renntrabi
    Thema Eigentrassee Basler Strasse: Stimmt so nicht: ca. 2/3 der Basler Strasse sind zu schmal für ein Eigentrassee. Nur das erste Drittel von der Landesgrenze bis zum Bahnhof Stetten weisst eine genügende Breite auf.


    Im Generalverkehrsplan von 1963 scheint in der Basler Strasse ein eigener Bahnkörper bis etwa Aichelepark/ Baumgartnerstrasse geplant gewesen zu sein. Dafür hätten dann vermutlich die Parkplätze entlang der Baslerstraße und die Vorgärten weichen müssen, was den Gemeinderat wohl anno 1967 auch mit dazu veranlasste, für den Ersatz des Trämlis durch Busse zu votieren.


    1978, als Günter Kunze gegen den Ausbau der erst 1963 neu verlegten Gleise zwischen Grenze und Gasthaus "Schäfle" und die Wiedereinrichtung der Tramlinie 6 in Lörrach Unterschriften sammelte, kam mir die Idee, das Tram um das als zu eng empfundene Centrum via Bahnhofstrasse nach Norden und via die erst neu geschaffene Weinbrennerstrasse nach Süden (jeweils einspurig) zu führen. Statt eine Endschleife in der Friedrichanlage beim Bahnhof anzulegen, hätte ich das Tram über die Gretherstrasse am Schwimmbad vorbei wieder in die Stadt fahren lassen.


    Heute wäre eine Alternativführung unterhalb des "Hochgestades" denkbar, in der Weise wie sie im Frühling des Jahres 2011 von Hannes Fischer grob skizziert wurde; diesen Entwurf muss man im Detail an vielen Stellen ändern. Gegenüber der Anfang 20. Jhdt. gebauten "alten" Trasse sollte man bei einem Neubeginn der Stadtentwicklung Rechnung tragen und neue Wege gehen.


    Ausserhalb des von der Stadtspitze so hochgelobten und "preigekrönten", aber für eine Stadt mit 46000 Einwohnern viel zu kleinen Centrums ist Lörrach eine potthässliche Kleinstadt (nicht mal denkmalwürdig), die dringend neuer Impulse bedarf.


    Auch muss der starke innerstädtische Autoverkehr reduziert werden, dabei könnte ein Lörracher Trämli, Version 2.0 helfen.


    In der angehängten Datei die Meinung einer "Dissidentin" (engagierte Kritikerin der Verkehrspolitik der Lörracher Stadtverwaltung), abgedruckt im "Wochenblatt", der mich sehr gefreut hat.

    Dateien

    • Lörrach-002.pdf

      (140,73 kB, 24 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
  • Zitat

    mögliche Kannibalisierung der S-Bahn bei zu geringer Nachfrage.


    Aktuell ist die S-Bahn auf dieser eingleisigen Verbindung überlastet (Siehe Thread "Wiesental- und Gartenbahn" in diesem Forum). In Zeiten schwacher Auslastung fährt sie gar nicht (Sonn- und Feiertags und spätabends nur im Stundentakt), so dass man als Stettener froh ist, dass man das Tram bis Zur Grenze als Alternative hat.


    Man muss auch sehen: Eine S-Bahn soll ermöglichen, schnell grössere Entfernungen zu bewältigen. Die in Lörrach eingerichteten Haltestellen mit geringem Abstand sind dazu aber kontraproduktiv. Darüberhinaus erhofft(e) man sich einen Wegfall der den innerstädtischen Verkehr behindernden Schranken, wenn man die S-Bahn nach BOStrab betreiben könnte. Das würde die Fahrgeschwindigkeit vermutlich noch weiter absenken, vor allem wenn es dann alle 200 m Querungen für Fussgänger geben soll...


    Eine befürchtete "Kannibalisierung" war schon vor über hundert Jahren der Grund für den anfänglichen Widerstand der Badischen Staatsbahn gegen die Tramverbindung Basel - Lörrach, wie man im Tram-Bulletin #9 des Tramclub Basel auf Seite 34 nachlesen kann. Das damals verantwortliche grossherzogliche Staatsministerium in Karlsruhe antwortete am 7.6.1906: " dass die Einrichtung einer Straßenbahn den Wegfall einer Zahl von Reisenden für die Staatsbahn zur Folge hätte. Andererseits wurde anerkannt, daß für die Reisenden ab Lörrach die Bequemlichkeit überwiege, da die Straßenbahn den nicht zu unterschätzenden Vorteil besitze, sie ohne Umsteigen und nur mit einer Taxzahlung an ihr Ziel im Herzen von Basel bringen würde. Ausserdem würde eine Straßenbahn natürlich eine häufigere Wagenfolge als die Eisenbahn bieten können". Es wurde daher seitens der Staatsbahn davon abgesehen, eine ablehnende Stellungnahme abzugeben ... "


    Die Zeiten haben sich zwar geändert, bis jedoch die S6 die Vorteile der Tramverbindung bietet, muss noch einiges passieren:
    - Die Strecke zwischen Stetten und Badischer Bahnhof muss durch weitere Doppelspurinseln für einen 15 Minuten-Takt ertüchtigt werden
    - Das Herzstück in Basel muss gebaut sein
    - Der Kreis Lörrach muss sich bereit erklären, das entstehende Defizit für einen 15-Minuten-Takt - am besten noch bis Zell(!) - von früh bis spät zu übernehmen.


    Inwiefern der derart getätigte S-Bahn-Ausbau in Lörrach wirklich "eine gute Idee" war - um einen früheren Werbeslogan der Stadt Lörrach aufzugreifen - mag jeder selber entscheiden. Die S-Bahn an sich will ich nicht in Frage stellen, das Tram zusätzlich statt der vielen, in einigen Fällen schwer zugänglichen Haltestellen an der S-Bahn böte eben auch Vorteile ... Es kommt darauf an, welches politische Ziel man verfolgt

  • Langsam wird die S-Bahn in Lörrach ohnehin zu einen Tram, wenn man rein nach den Haltestellenabständen geht ... Dann doch lieber ein echtes Tram und dafür die Bahn so lassen, dass sie auch für Leute, die von weiter hinten im Wiesental kommen, noch brauchbar ist.


    Wenn der Herr Ueberwasser findet, ÖV muss in erster Linie dazu dienen zu steuern, wo die Leute einkaufen, dann frage ich mich, warum er dasselbe nicht auch beim IV fordert (also z.B. Grenzübergänge schliessen, damit man nicht so einfach mit dem Auto woanders einkaufen kann). Aber da misst man halt mit verschiedenen Ellen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Baragge ()

  • Noch dazu bietet Stetten mit den paar Billig- und Discountlädelchen nicht grade das Einkaufsparadies par excellence. Den Sibirien-Intermarkt besuche ich aber immer wieder gerne... :D


    Ich hielte eine 6er-Verlängerung bis zum Bahnhof Stetten für eine bestechende Idee. Es wird zwar nicht allzuviel Siedlungsgebiet neu erschlossen, aber die integrale Netzwirkung wäre nicht zu verachten.

  • Quelle: Die Oberbadische, 08.05.2017

  • Tramstudie wird in Konzept integriert

    Lörrach - Die von der Stadt geplante Tramstudie soll im Rahmen des Integrierten Stadt- und Verkehrsentwicklungskonzeptes innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre erfolgen. Das erklärte Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic am Donnerstag im Gemeinderat auf Nachfrage von Mathias Koesler (FDP).

    Da die von den Befürwortern einer Tramverlängerung bevorzugte Route in einer Art „große Sichel“ (Neuhöfer-Avdic) entlang des Gewerbekanals führen soll und damit das KBC-Areal und das Gebiet beim Kreiskrankenhaus tangiert werden, die auf absehbare Zeit vor einer Umnutzung stehen, sei das sinnvoll. Vielleicht komme auch die Tieferlegung der S-Bahn noch einmal zur Sprache, so Neuhöfer-Avdic. Sie will alle diese Aspekte „in das Projekt einbringen und dann dezidiert anschauen“.


    Quelle: http://www.verlagshaus-jaumann.de

  • https://www.badische-zeitung.d…amstudie-in-auftrag-geben


    "Der Lörracher Gemeinderat vergibt Aufträge für das Mobilitäts- und Verkehrskonzept sowie für die Tramstudie. Es geht um die Frage, ob die Tram sinnvoll für die weitere Stadtentwicklung ist. [...]

    Die Tramstudie solle demnach die Fragen beantworten, ob das Verkehrsmittel Straßenbahn in Lörrach in einem Gesamtzusammenhang sinnvoll für die weitere Stadtentwicklung ist und in welchem Kosten-Nutzen-Verhältnis Investition und Betrieb stehen. In der Machbarkeitsstudie sollen technisch und baulich machbare Trassenvarianten erarbeitet sowie grobe Einschätzungen zu deren Kosten, dem technischen Aufwand und deren Auswirkungen auf einen verkehrlichen Gesamtzusammenhang vorgenommen werden, lauten die Vorgaben in der Vorlage."