Trambeschaffung Zürich (Diskussionen ab 2011, Entscheid für Flexity gefallen am 17.05.2016, Ablieferung ab November 2019)

  • Das mit den LED-Streifen um die Türen (wenn ich das richtig verstanden habe) finde ich auch nicht schlecht. So lassen sich Anforderungen bezüglich optischem Design und Erkennbarkeit der Türen gemäss Behindertenrichtlinien gut vereinbaren. Ich glaube, bei den Flexities wurde das mal kritisiert.

  • Ob einem das Design der Front nun gefällt oder nicht, aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Wagenführer mit dieser fast komplett verglasten Fahrerkabine, eine grandiose Rundumsicht haben wird. Auch gefällt mir die Idee mit der grossen Liniennummer-Anzeige an der Front sehr gut.

    Sehe ich auch so. Allerdings könnten auch die Fahrgäste hinten in der ,,Panorama-Sitzecke‘‘ durchaus von dieser guten Sicht profitieren (wobei die Sicht beim Cobra Tram hinten wie vorne auch nicht gerade schlecht ist). Also eigentlich eine gute Sache...

  • Darf ich hier den "Advocatus Diaboli" spielen?


    Frage: Was haltet ihr davon, wenn euch bei der Arbeit die ganze Zeit jemand Fremdes von hinten zuschaut und beobachtet?


    So toll ich persönlich die verglasten Führerstände auch finde, frage ich mich schon, ob das kein Thema beim Fahrpersonal ist?


    Ach ja ... ich beantworte meine Frage oben gleich selber: Ich fände das nicht wirklich toll, wenn mir am Arbeitsplatz ständig jemand von hinten über die Schulter zuschauen würde ... :/

  • 4106

    Die Piloten waren gemäss Interview nur per se wegen dem Flexity fmda, sondern um für die Tram WM das Fahren mit Befehlsgeber zu üben.



    Zu Deiner Frage:

    Keine Ahnung ob ich das toll finden würde, da ich nie in so einer Situation war.

    Aber in der heuten Smartphonezeit, wo jeder 2. Das Gefühl hat Sheriff spielen zu müssen und Leute bei einem Fehler zu fotografieren, stehe ich dieser Variante etwas kritisch gegenüber.

    Gerne erinnern wir uns an die Zeit, als der grosse FC Grenzach die Bundesliga dominierte und in der Champions League die Massen überraschte...


    Abkürzungen

  • Frage: Was haltet ihr davon, wenn euch bei der Arbeit die ganze Zeit jemand Fremdes von hinten zuschaut und beobachtet?

    Wenn man den ganzen Tag unter Dauerbeobachtung steht und immer die scharfen Blicke der Fahrgäste im Rücken spürt, ist dies sicher ein unangenehmes Gefühl. Aber der Trend hin zu diesen Führerstand-Rückwand-Verglasungen scheint ungebrochen, man will wohl den Fahrgästen ein aussergewöhnliches Erlebnis bereiten. Ich denke da zum Beispiel an den RhB Allegra oder den ICE4.

    Wenn du nicht mit Wissen überzeugen kannst, verwirre mit Schwachsinn.

  • Das mit den LED-Streifen um die Türen (wenn ich das richtig verstanden habe) finde ich auch nicht schlecht. So lassen sich Anforderungen bezüglich optischem Design und Erkennbarkeit der Türen gemäss Behindertenrichtlinien gut vereinbaren. Ich glaube, bei den Flexities wurde das mal kritisiert.

    Würde ja zu den Lichtlein bei der Haltestelle Bhf Hardbrücke gut passen. Gäbe eine gute Show, werde das ggf. dann mal filmen. Sofern die neuen überhaupt auf dem 8er zum Einsatz kommen, natürlich.

  • Die Rundumsicht scheint echt super zu sein.

    Aber ich vermisse das für Zürich so typische Handrädli.

    Bombardier dürfte schon ein Handrädli verbauen, wenn der Besteller das will und bezahlt. Die Frage ist, ob die VBZ das beibehalten und daraus folgend den Aufopreis dafür bezahlen will.

    Frage: Was haltet ihr davon, wenn euch bei der Arbeit die ganze Zeit jemand Fremdes von hinten zuschaut und beobachtet?

    So toll ich persönlich die verglasten Führerstände auch finde, frage ich mich schon, ob das kein Thema beim Fahrpersonal ist?

    Wie auf Bild 2 der Fotos vom fremden Zürcher zu sehen ist, ist die Rückwand in getöntem Glas und damit hat der Fahrgast etwa die gleiche Sicht, wie bei einer Cobra auf den Fahrer.


    Zum Tram generell: Für mich bringt es die abgewandelte Redewendung "innen hui, aussen pfui" schön auf den Punkt:

    Der Innenraum ist mit dem geräumigen Fahrgastabteil, den breiten Durchgängen, den zumindest bequem aussehenden Sitzen, der tollen Sicht für den Tramführer toll gemacht, auf der technischen Seite gefallen der Kollisionswarn- und Bremsassistent sowie die leuchtenden Türen, aber von Aussen ist das Tram fürs Auge für mich einfach nur hässlich.

  • Wenn man den ganzen Tag unter Dauerbeobachtung steht und immer die scharfen Blicke der Fahrgäste im Rücken spürt, ist dies sicher ein unangenehmes Gefühl. Aber der Trend hin zu diesen Führerstand-Rückwand-Verglasungen scheint ungebrochen, man will wohl den Fahrgästen ein aussergewöhnliches Erlebnis bereiten. Ich denke da zum Beispiel an den RhB Allegra oder den ICE4.

    Zumindest beim ICE 3 besteht ja die Möglichkeit, die Glasscheibe technisch zu einer "Milchglasscheibe" zu wandeln, so kann dem "Triebfahrzegführer" (zum Leidwesen der Fahrgäste in der "Lounge") seine Privatspähre zugestanden werden. b das der ICE 4 auch kennt, weiss ich nicht, da ich noch nie mit einem mitgefahren bin.

  • Das mit der Milchglasscheibe und dem ICE3 hat noch den Hindergrund das es bei einer Zwangs- Not oder Schnellbremsung immer zur Milchglasbildung kommt.

    Man will damit verhindern, das Fahrgäste mitansehen müssen, wenn eine Person überfährt wird.

    Ob das heute noch so ist und auch beim ICE 4 so ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

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    BLS Bruuneli bringt die Reste von 5034 nach Wien =O

  • Also ich persönlich finde die runde Front gar nicht so schlecht, ist mal etwas anderes, neues. Ich bin überzeugt, daran wird man sich sehr rasch gewöhnen, denn wer auf das Tram wartet, ist froh, wenn es endlich kommt, egal mit welcher Front.


    Hingegen kann ich mir gut vorstellen, dass wenn ein Lastwagen oder Sattelschlepper den Flexitiy an der Front erwischt, gibt es einen Scherbenregen und der Wagenführer wird erheblich, wenn nicht sogar deswegen schwer verletzt. Es ist doch einiges mehr an Glas vorhanden und sogenannte Säulen sehe ich da keine. Nur zwei dünne Stäbchen.

  • Nun, gestern ist es mir wider Erwarten doch noch gelungen einen eigenen Einblick zu verschaffen. Zwar dachte ich sei die Maquette nicht öffentlich zugänglich, jedoch konnte ich mich am Abend dann einer ''rein-zufällig'' am gleichen Tag stattfindenden ''Führung Hinter Die Kulissen'' (ich glaube anlässlich des Rücktritts von Stadtrat Andres Türler) anschliessen. Dadurch war es mir möglich sowohl das Modell / Maquette zu besichtigen, als auch einige Worte mit VBZ Direktor Guido Schoch und Projektleiter Andreas Hotz zu wechseln.


    Meine Eindrücke bezüglich Design würde ich wie oberländer auch als ''innen hui, aussen pfui'' beschreiben. Mit dem Aussendesign kann ich mich noch nicht ganz anfreunden (wobei es mir auf den Visualisierungen etwas besser gefällt). Der Innenraum wirkt hingegen in vielerlei Hinsicht wie eine verbesserte Version des Flexity Basels. Er macht gesamthaft einen schlichten und modernen Eindruck. Besonders die flache Trennscheibe zum Führerstand (was zu deutlich mehr Platz im vorderen Türbereich führt) erachte ich als grossen Fortschritt. Es zeigt sich aber auch wie viel 10cm bezüglich der räumlichen Wahrnehmung ausmachen können. Die Displays sind gross und von überall gut erkennbar und auch die Deckenbeleuchtung (eine indirekt angestrahlte ''Rieseldecke''; angelehnt an diejenige des Cobra Trams bzw. Flexity Wien) wirkt deutlich angenehmer als die des Flexity Basel. Dass die Radkastenverkleidungen innen nicht wie im Flexity Basel an die Sitzhöhe angepasst wurden, sondern die Sitze sozusagen etwas in die Luft ragen, sorgt auch für ein Gefühl von mehr Platz. Trotz kleinen Anpassungen und ''fine-tuning'' unterscheidet sich der Innenraum aber nicht gross vom Flexity 2 Standard. So können z.B. die Türen von innen wie bei Basel leider nur mit den Halte- / Türknöpfen an den Haltestangen geöffnet werden, die Türtaster auf der Tür selbst entfallen (innen).


    Durch das Gespräch mit Guido Schoch wurde mir zudem klar, dass man auch insgesamt nur wenige Spezialfeatures einbauen, sprich den Flexity auch in anderer Hinsicht weitestgehend ab Stange übernehmen möchte. So setzt man (anders als ich aufgrund der ursprünglichen Visualisierungen vermutet hatte) auch hier nun auf Aussenkameras und nicht auf Spiegel. Ausserdem wechselt man bei der Steuerung (wie vorhin schon diskutiert) auf Joystick. Dies betrifft auch den Führerstand als Ganzes, der eher nach Flexity 2 Standard aussieht, als nach Cobra Tram. Aber auch die Rollband-Anzeigen (bei den Cobra-Trams nur noch für die Liniennummer vorhanden) gibt man auf, die gesamte Anzeige mitsamt Liniennummer wird zum Display. Auch wenn Herr Schoch beteuerte, dass die Anzeigen der Maquette der Originalgrösse entsprechen würden und er sich von dem Displaykonzept hatte überzeugen lassen, bleibe ich nach wie vor in beiderlei Hinsicht skeptisch. Auf den neuesten Bombardier Visualisierungen sehen die Anzeigen nämlich kleiner aus (wobei diese laut Herrn Schock doch von einer externen Firma stammen) und von Displays, welche nebst Ziel auch farbige Liniennummern anzeigen war ich bis jetzt meist eher enttäuscht. Jedenfalls kamen diese Displays nie an die gute Erkennbarkeit / Lesbarkeit der Rollband-Anzeigen heran. Mal schauen...


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  • Wenn man den ganzen Tag unter Dauerbeobachtung steht und immer die scharfen Blicke der Fahrgäste im Rücken spürt, ist dies sicher ein unangenehmes Gefühl. Aber der Trend hin zu diesen Führerstand-Rückwand-Verglasungen scheint ungebrochen, man will wohl den Fahrgästen ein aussergewöhnliches Erlebnis bereiten. Ich denke da zum Beispiel an den RhB Allegra oder den ICE4.

    Nur beim Allegra geht es langsam wieder weg vom Durchschauen des Fensters. Über Ostern waren bei diversen Allegra die Rollläden bereits wieder geschlossen. Gemäss einem Lokführer ist es jedem frei, die Rollläden oben oder unten zu lassen.

  • Ich würde diesbezüglich auch gerne anmerken, dass die Sicht in den Führerstand im Vergleich zum Cobra aufgrund der getönten Scheibe nicht erleichtert ist. Das heisst, es ändert sich beim Flexity hier nichts. Aber das ist schon bei den Tram 2000 nicht gross anders. Auch dort kann man dem Fahrer zusehen, wenn nicht im Sitzen, dann im Stehen (bei der Tür).

  • Bei der heutigen Technik könnte man ja theoretisch auch Bildschirme installieren, die den Fahrgästen die Führerstandsicht auf Strecke zeigen, ohne dass der Fahrer selbst sichtbar wäre. Lohnt sich vielleicht nicht beim Tram, aber bei speziell touristischen Zügen.

  • Bei der heutigen Technik könnte man ja theoretisch auch Bildschirme installieren, die den Fahrgästen die Führerstandsicht auf Strecke zeigen, ohne dass der Fahrer selbst sichtbar wäre. Lohnt sich vielleicht nicht beim Tram, aber bei speziell touristischen Zügen.

    So etwas habe ich letzthin bei der RhB läuten hören im Zusammenhang mit dem Universal-Steuerwagen.