BLT-10er/17er Doppelspurausbau Spiesshöfli Binningen

  • Dass da aus Sicherheitsaspekten etwas getan werden muss, ist wahrscheinlich jedem klar, der da öfters durchfährt.


    Also Autofahrer ist es nicht kritisch, man muss einfach Geduld haben, wenn vorne dran ein Velo/MoFa fährt.

    Also Velo- / MoFafahrer muss man sehr gut aufpassen, wenn einem die anderen Verkehrsteilnehmer auf engem Platz überholen möchten.

    Auf der einten Strassenseite hat man die Abtrennung zum Tramtrassee, auf der anderen Seite hat man die Bordsteinkante. Beides sehr gefährlich und unangenehm.


    Richtig mühsam wird es aber für LKWs und Busse, speziell dann, wenn man sich in diesem Bereich begegnet. Zumal zumindest. die Busse in letzter Zeit auch noch breiter wurden.


    Dann die Übergänge, welche ja auch öfters zu doofen Situationen führen.


    Rein sicherheitsmässig betrachtet, hat schon alles einen Sinn.

    Gerne erinnern wir uns an die Zeit, als der grosse FC Grenzach die Bundesliga dominierte und in der Champions League die Massen überraschte...


    Abkürzungen

  • Lieber Limbo, hast du dir die Situationspläne schon mal angeschaut, bevor du deinen Beitrag geschrieben hast? Dort sieht man, dass weder für die Parkierung noch für die Strassenkorrektur Gebäude geopfert werden. Vielmehr nutzt man den Auslöser (Sanierung Bahnübergänge), um auch die anderen Defizite (Einspurabschnitt Tram, schmaler Strassenquerschnitt) zu beheben und die Situation somit für alle Verkehrsteilnehmer zu verbessern.


    Die Situationspläne sowie eine sehr aufschlussreiche Präsentation von der Bevölkerungsinformation letzter Woche findet man auf der Website des Kantons.

    Ja lieber Kupplungssurfer. Leider bin auch ich oft nicht so gut informiert und gehe dann von falschen Tatsachen aus.


    Darum danke dir für den Link, da muss ich nicht mal suchen, die Argumente werden damit doch grad frei Haus geliefert. Denn grad in diesem Projektbeschrieb kann man auf den Seiten 32 und 35 gut sehen, dass die Parkplätze um ca. 1 m verbreitert werden sollen. Dass damit die Praxis die Autos mindestens teilweise auf dem Trottoir zu parkieren (und noch dazu auf einer so dicht befahren Durchgangsstrasse) noch sanktioniert indem man die Parkflächen von 4 auf 5 m verbreitert zeigt doch klar um was es hier geht.


    Wenn man die beiden Geleise in den Mitte der Strasse verschieben und die Parkfelder in Längsrichtung zur Strasse anordnen würde, wäre mit fast 20 Meter ausreichend Platz für Trottoir, Velo-Spur, Fahrbahn und evt. sogar noch einem Grünstreifen. Das Tram würde dort mit angemessenen 35 km/h durchfahren. Damit wäre auch die Unfallgefahr ganz erheblich reduziert und die Anwohner könnten entspannt zirkulieren. Die direkten und vor allem indirekten Kosten (Abbruch der Häuserzeile und der Bau von Neuwohnungen.) wären auch weit geringer. Aber die 35 % Agglomerationsprogramm - 8 Mio. CHF vom Bund wären hat auch etwas geringer.


    Aber ich denke wirklich langsam jeder weitere Kommentar hat sich da erübrigt.

  • Limbo, du hast behauptet, dass für den Erhalt bzw. die Verbreiterung der Parkierung Wohnhäuser abgerissen werden müssen. Wie du dem Situationsplan Süd entnehmen kannst, sind lediglich auf einem sehr kurzen Abschnitt des Projekts überhaupt Parkplätze vorhanden. Selbst mit der kompletten Aufhebung dieser Parkplätze würde kein einziges Gebäude vom Rückbau verschont bleiben.


    Du schlägst nun vor, das Tram im Mischverkehr auf der Fahrbahn zu führen. Damit reden wir von etwas ganz anderem. Wie du der Vorlage an den Landrat vom 19.08.2014 (Seite 6, Punkt 3.3) entnehmen kannst, wurde für den Einspurabschnitt Spiesshöfli in einer ersten Phase ein breiter Variantenfächer erstellt (z.B. Tieflage Tram oder Strasse, Hochlage Tram, Verlegung Tram, Tram auf Strasse etc.). Die Variante Tram auf Strasse (also Mischverkehr) ist dabei offenbar spätestens bei der Machbarkeitsüberprüfung ausgeschieden. Die Gründe dafür sind mir nicht bekannt, ich kann höchstens eigene Einschätzungen anstellen:

    • Beeinträchtigung Verkehrsablauf Strasse: Das kurz aufeinanderfolgende Ein- und Ausfädeln des Trams auf die Kantonsstrasse führt insbesondere in den Spitzenstunden (dichter Takt, grosse Verkehrsmengen) zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Verkehrsablaufs auf der Strasse inkl. der angrenzenden Knoten und Stau im Wohngebiet.
    • Eigenbehinderungen Tram: Das Einfädeln eines stadteinwärtsfahrenden Trams ist nur bedingt möglich, wenn gleichzeitig ein Tram stadtauswärts ausfädelt (Konflikt mit mitfahrendem MIV).
    • Fremdbehinderungen Tram: Durch Parkierungsvorgänge, Anlieferung und wartende, abbiegende Fahrzeuge.
    • Verkehrssicherheit: Durch das Ein- und Ausfädeln entstehen zusätzliche Konfliktpunkte zwischen Tram und MIV, Velos (spitze Gleisquerung) sowie Fussgängern.
    • Städtebau: Auf der gesamten Binninger Ortsdurchfahrt sind Strasse und Tram getrennt. Für ein paar 100m auf einen völlig anderen Querschnittstyp zu wechseln, erscheint an dieser Stelle nicht nachvollziehbar.

    Schlussendlich finde ich es sehr gewagt, nun ein schönes Bild mit Mischverkehr zu zeichnen und zu behaupten, dass dies problemlos und viel günstiger umzusetzen wäre. Man erinnere sich an die angebliche, aber nicht umsetzbare "Lösung" mit dem Heuwaage-Bogen, welche gegen den Margarethenstich ins Feld geführt wurde. Vielleicht täte der Kanton diesmal gut daran aufzuzeigen, weshalb andere Varianten verworfen wurden?

  • Ausgabenbewilligung Doppelspurausbau Spiesshöfli und Instandsetzung Bottmingerstrasse

    19.06.2019

    Binningen

    Der Regierungsrat beantragt dem Landrat eine Ausgabenbewilligung über 36,63 Mio. Franken für die anstehende Realisierung des Doppelspurausbaus Spiesshöfli (BLT-Linien 10/17) und die Instandsetzung der Bottmingerstrasse. Nach Abzug der möglichen Kostenbeteiligung des Bundes im Rahmen des Agglomerationsprogramms und der Kostenübernahme der Gemeinde Binningen belaufen sich die Nettokosten für den Kanton Basel-Landschaft auf rund 28,5 Mio. Franken.


    Die BLT-Linien 10/17 sind für die Erschliessung des gesamten Leimentals von zentraler Bedeutung, da in diesem Bereich weder eine S-Bahn noch eine Hochleistungsstrasse existiert. Auf den Linien 10/17 verkehren jährlich zirka 21 Mio. Fahrgäste, wobei alleine in den Jahren 2010 bis 2015 eine Zunahme von zehn Prozent zu verzeichnen war. Seit der dadurch notwendigen Taktverdichtung im Jahr 2011 stellt der etwa 350 Meter lange Einspurabschnitt Spiesshöfli in Binningen einen betrieblichen Engpass dar, welcher mit dem Doppelspurausbau beseitigt werden soll. Das Projekt dient ausserdem der Verkehrssicherheit und dem Nachvollzug von Bundesrecht. Gemäss der Eisenbahnverordnung müssen alle Bahnübergänge abgesichert oder aufgehoben werden. Im Projektperimeter bestehen derzeit noch fünf ungesicherte, gefährliche und nicht gesetzeskonforme Bahnübergänge.


    Gleichzeitig mit dem Doppelspurausbau soll die Bottmingerstrasse, eine Hauptverkehrsstrasse mit täglich zirka 13'000 Motorfahrzeugen, instandgesetzt und die Fahrbahn und das Trottoir auf die notwendigen Breiten ausgebaut werden. Dadurch wird auch die Sicherheit für Fussgängerinnen und Fussgänger verbessert.

    Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 37,48 Mio. Franken inklusive Mehrwertsteuer. Mit dem Landratsbeschluss vom 27. November 2014 (LRB Nr. 2381) wurde ein Projektierungskredit von 850‘000 Franken inklusive Mehrwertsteuer bewilligt. Nun wird dem Landrat eine Ausgabenbewilligung für die anstehende Realisierung in Höhe von 36,63 Mio. Franken beantragt. Nach Abzug der möglichen Kostenbeteiligung des Bundes im Rahmen des Agglomerationsprogramms von rund 8 Mio. Franken und der Kostenübernahme der Gemeinde Binningen über 225‘000 Franken betragen die Nettokosten für den Kanton Basel-Landschaft 28,405 Mio. Franken (alle Zahlen inklusive Mehrwertsteuer).


    Die Plangenehmigung erfolgt nach Eisenbahnrecht im Rahmen eines ordentlichen Plangenehmigungsverfahrens (PGV). Die Planauflage ist erfolgt; mit heutigem Stand laufen die Einigungsverhandlungen. Der Baubeginn ist auf Anfang 2022 terminiert, die Inbetriebnahme des Doppelspurabschnitts ist für den Fahrplanwechsel im Dezember 2024 vorgesehen.


    > Landratsvorlage 


    Quelle: bl.ch

  • Eine Frage an unseren BLT-Experten:


    Der Spiesshöfli-Engpass (3 Hauseigentümer streiten sich noch immer um die Höhe der Entschädigung für ihre Grundstücke!!) soll ja dazu dienen, den Fahrplan zu stabilisieren, ..., so zumindest eines der Argumente für den geplanten Millionenausbau.


    Aktuell gibt es ja seit Wochen einen zusätzlichen Einspurabschnitt zwischen Dorenbach und Binningen Oberdorf. Hinzu kommt noch eine Langsamfahrstelle zwischen Känelmatt und Ettingen, aufgrund von Bauarbeiten (Leitungsunterquerung). Wie wirken sich diese Störquellen auf den laufenden Betrieb aus? Böse Zungen behaupten, der Doppelspurausbau "Spiesshöfli" sei gar nicht notwendig, da es ja sogar mit einem zusätzlichen Einspurabschnitt bestens rollt!

  • Aktuell gibt es ja seit Wochen einen zusätzlichen Einspurabschnitt zwischen Dorenbach und Binningen Oberdorf. Hinzu kommt noch eine Langsamfahrstelle zwischen Känelmatt und Ettingen, aufgrund von Bauarbeiten (Leitungsunterquerung). Wie wirken sich diese Störquellen auf den laufenden Betrieb aus? Böse Zungen behaupten, der Doppelspurausbau "Spiesshöfli" sei gar nicht notwendig, da es ja sogar mit einem zusätzlichen Einspurabschnitt bestens rollt!

    Zumindest auf der Linie 17 verkehrt momentan seit dem Einspurabschnitt am Dorenbach ein zusätzlicher Kurs damit der Fahrplan stabil eingehalten werden kann... Dieser Kurs fährt meines Wissens auf Kosten der BLT.

    17 Millionen verkaufte Tickets, davon kann Lady Gaga nur träumen.

  • Also, da gibt es mehrere Punkte zu klären:

    Wie du schon richtig angemerkt hast, ist es nur eines von mehreren, guten Argumente, diesen Flaschenhals für den Verkehr zu eliminieren. Die Betonung liegt hier auf VERKEHR, den von diesem Projekt profitieren ALLE. Vom Tram über den MIV, Velofahrer bis zum Fussgänger, einfach für alle wird es teils massive Verbesserung geben.


    Dabei sehe ich den Tramverkehr nicht mal als grösster Profiteur, obwohl das mit Sicherheit eine spürbare Entlastung geben wird.

    Damit kommen wir schon zu deiner eigentlichen Frage:


    Diese "bösen Zungen" haben gelinde gesagt keine Ahnung von der Problematik. Es ist Fact, das zur Zeit fast alle Kurse mehr oder weniger Verspätung haben. Der Zustand mit der Dorenbach Baustelle ist eigentlich schon "to mutch", also Zuviel des Guten. Und wenn diese Leute davon sprechen, das es bestens rollt, haben sie nur insofern recht, das wenn es rollt, gut rollt. Und werden diese Beobachtungen nur am Spiesshöfli gemacht, hat man eben nicht das gesamte Bild. Am Dorenbach stauen sich jeden Tag die Fahrzeuge, und wenn man die Fahrplanlage sich ansieht, sieht es alles andere als rosig aus.

    Jeden Tag ist es ein Kampf, die Verspätungen so gut es geht "auszubügeln". Das solche Leute meinen es funktioniert gut, ist alleine der Leitstelle und dem Fahrdienstpersonal zu danken.

    Der grösste Teil der Verspätung wird durch den Wegfall der Endaufenthalte "kompensiert", geht also Zulasten des Fahrdienstpersonals. Das kann auf die Dauer so nicht funktionieren.

    Kommt der oben von Be 4/6 105 bereits erwähnte Punkt mit dem zusätzlichen Kurs dazu. Der hilft enorm, obwohl ein zusätzlicher 10er Kurs besser gewesen wäre, aber eben auch viel teurer. Ja der geht auf Kosten der BLT...

    Sogar ein Specht hat Erfolg, weil er seinen Kopf benutzt! 8|