S9: Zukunft "Läufelfingerli"

  • LR-Komission: Nein zum Läufelfingerli


    Die Bau- und Planungskommission des Baselbieter Landrats stellt sich hinter die Umstellung des «Läufelfingerli» auf Busbetrieb. Sie ergänzt die Regierungsvorlage um einen zusätzlichen Buskurs nach Mitternacht. Der Umstellung der Bahnstrecke Sissach-Läufelfingen-Olten auf Busbetrieb stimmte die Kommission knapp mit 6 zu 5 Stimmen bei zwei Enthaltungen zu. Dies geht aus einem heute veröffentlichten Bericht hervor.


    Quelle: basilisk.ch


    Wer den vollständigen Bericht der Bau- und Planungskommission des Baselbieter Landrats nachlesen wird, findet diesen unter folgendem Link.

  • Liestal. SDA/baz. Das «Läufelfingerli» soll weiter fahren: Der Baselbieter Landrat hat am Donnerstag nach rund zweieinhalbstündiger Debatte die Umstellung des Regionalzugsverkehrs Sissach-Läufelfingen-Olten auf Busbetrieb abgelehnt.


    Mit der Umstellung der nicht ausreichend ausgelasteten Zuglinie auf Busse wollte die Regierung jährlich rund 800 000 Franken sparen. Mit ihrer Vorlage wollte sie einem Sparauftrag des Landrats im Rahmen der Generellen Aufgabenüberprüfung (GAP) im Kanton nachkommen. Der Landrat lehnte das Vorhaben nun aber mit 54 zu 26 Stimmen ab.


    Quelle: baz.ch

  • Wunderbar! Eine weitere Etappe gegen die blinden Weg-Sparer ist gewonnen.


    Die Meinung hat sich durchsetzen können, dass das Billigste doch nicht immer das Beste ist, und dass das Volk - in aller Bereitschaft zum guten Haushalten - auch auf ein paar andere wichtige Faktoren schaut als nur auf den Staatshaushalt. Es ist ja schliesslich das Volk, das bezahlt und nicht die teuren Experten! Im Vergleich zum Strassenbau und anderen Staatsaufgaben kostet das Läufelfingerli ja wirklich einen Klacks...

  • Einen blöderen Kommentar zu diesem Thema als jener eines gewissen David Thommen in der BaZ vom 17. November 2006 habe ich noch selten gelesen:


    Kommentar


    Vernebelte Sinne


    David Thommen


    Geld oder Liebe? Das hat die baz am Montag gefragt. «Liebe» hat der Landrat gestern deutlich geantwortet. Das «Läufelfingerli» darf weiterfahren.
    Wo so viel Liebe die Sinne vernebelt, ist die Vernunft bekanntlich häufig weit weg. Dem Parlament, das die Interessen des ganzen Kantons im Auge haben sollte, hat es tatsächlich an Vernunft gemangelt: Auf einfachste Weise hätten jährlich 800000 Steuerfranken gespart werden können - ohne dass das ÖV-Angebot im Oberbaselbiet gross gelitten hätte. Leisere unter den meist sehr lauten Stimmen im Tal hatten sogar behauptet, dass der ÖV mit dem Bus besser würde.
    Wundern darf man sich vor allem über die Spar-Sonntagsprediger der SVP, die am Donnerstag in ihrer neuenRolle als Heimatschützer an Glaubwürdigkeit verloren haben. Sie haben mitgeholfen, eine höchst unrentable Bahn zu erhalten, die das Baselbiet noch teuer zu stehen kommen wird. Will der Landrat nun konsequent handeln, müssen zusätzlich zwei Millionen Franken in die Erneuerung der Strecke gesteckt werden. Wenn sich die Vernunft in ein paar Jahren zurückmeldet, und die Linie im x-ten Anlauf geschlossen wird, werden wir erkennen, wozu die Politik zuweilen fähig ist: zum liebevollen Geldverlochen.


    Geht es um Strassenbauten, können die Millionen offensichtlich ohne Hemmungen verlocht werden (Beispiele: H2, Umfahrung Sissach etc.).

  • Der Regierungsrat hat an seiner heutigen Sitzung beschlossen, die Infrastruktur der Bahnstrecke der S-9 (Läufelfingerli) auszubauen. Die entsprechende Vorlage hat die Regierung heute an den Landrat überwiesen.


    Diese Landratsvorlage stützt sich weitgehend auf die Vorlage 2004/238 "Beitrag des Kantons Basel-Landschaft an den Ausbau der Regio-S-Bahn Basel 2005". Die Infrastrukturausbauten betreffen im Wesentlichen die Erhöhung der Perrons auf 55 cm über Schienenoberkante auf einer Länge von jeweils 75 Metern. Parallel zu den von Kanton und SBB gemeinsam finanzierten Ausbauten gemäss Projekt "Regio-S-Bahn Basel 2005" wird die SBB gleichzeitig ihr eigenes Projekt RV05 "Facelifting der Stationen" umsetzen.


    Am 16. November 2006 hatte der Landrat entschieden, dass der Betrieb der S9 weitergeführt wird und eine neue Vorlage für die Modernisierung der Haltestelleninfrastruktur vorzulegen ist.


    Die Gesamtkosten (Anteil BL) belaufen sich gemäss den überprüften Vorprojekten auf 3'530'600 Franken nach SIA-Phase Vorprojekt. Kosten steigernd wirken sich vor allem der Bau unter Betrieb, die Verlängerung der Perrons sowie die Preissteigerung zwischen den Jahren 2003 und 2007 aus.


    Gemäss Angaben der SBB können die angepassten Haltestelleninfrastrukturen ca. 23 Monate ab der Auslösung der weiteren Planung in Betrieb genommen werden.


    Quelle: bl.ch

  • Autor/in: Jürg Degen, SP
    Mitunterzeichnet von: --
    Eingereicht am: 16. Oktober 2008
    Nr.: 2008-263


    So titelte die "Volksstimme" am vergangenen Donnerstag. Und tatsächlich erstaunen die geschilderten
    Tatsachen. In den Diskussionen um den Leistungsauftrag (Vorlage 2005/196) und den Ausbau
    der Haltepunkte der S9 (007/216) wurde immer wieder die tiefe Auslastung der Bahnlinie im Homburgertal
    kritisiert. Allgemein wurde die Erwartung geäussert, dass nun dank diesen hohen Investitionen
    die Bereitschaft der Bevölkerung zunimmt, auf die S9 umzusteigen. Man erwartete
    damals eine markante Steigerung der Passagierzahlen.


    Nun werden ein weiteres Mal alle Bemühungen zur Steigerung der Benutzerzahlen durch ein
    schlechtes Fahrplanangebot zunichte gemacht. Die Bevölkerung im Homburgertal glaubt langsam
    nicht mehr daran, dass es der Baselbieter Regierung und den SBB wirklich daran gelegen ist, diese
    Bahnlinie wirklich attraktiv zu gestalten. Angesichts des schlechten Fahrplanangebots ab nächsten
    Dezember stellt sich die Frage, ob die geplanten Investitionen tatsächlich auch den entsprechenden
    Nutzen bringen.


    Im Zusammenhang mit dem geplanten Qualitätsabbau beim Angebot der S9 stelle ich der Regierung
    folgende Fragen und bitte um schriftliche Beantwortung:


    1. Ist die Regierung gewillt, den Bahnbetrieb auf der S9 tatsächlich langfristig zu garantieren?


    2. Wenn Ja, wie sieht aus ihrer Sicht ein gutes Fahrplankonzept für diese Linie aus?


    3. Glaubt die Regierung, dass sich die vom Landrat beschlossenen Investitionen in die
    Infrastruktur der S9 tatsächlich durch einen Abbau beim Angebot längerfristig als
    sinnvoll erweisen?


    4. Wie erklärt sich die Regierung die Diskrepanz zwischen ihrer Erwartung nach besserer
    Auslastung und der Verschlechterung des Fahrplanangebots?


    5. Ist sich die Regierung bewusst, dass die fast jährlich stattfindenden Diskussionen um die
    Zukunft der S9 für die Gemeinden, die lokalen KMU und für die Bevölkerung eine grosse
    Planungsunsicherheit für wirtschaftliche Entwicklung des Homburgertales bedeutet?
    Wenn Ja, was bietet sie den verschiedenen Akteuren als Sicherheit ihrer wirtschaftlich
    gesicherten Zukunft an?


  • «Läufelfingerli» erhält modernisierte Bahnhöfe – News Basel: Land – bazonline.ch


    Na also, da scheint sich das Blatt doch zu wenden. Bei einer möglichen Umstellung auf Bus würde man kaum solche Investitionen tätigen. So kann die Linie doch auf der Grafik zum Herzstück eingezeichnet werden. Hoffen wir es zumindest.

  • Zitat

    Original von kriminalTANGO
    Na also, da scheint sich das Blatt doch zu wenden. Bei einer möglichen Umstellung auf Bus würde man kaum solche Investitionen tätigen. So kann die Linie doch auf der Grafik zum Herzstück eingezeichnet werden. Hoffen wir es zumindest.


    Hoffen wirs. Ich weiss aber noch, wie der Bahnhof von Soyhières praktisch neu gebaut wurde, nur damit 1-2 Jahre später entschieden wurde, dass die Dörfer zwischen Laufen und Delsberg künftig nur noch per Bus bedient werden...

  • Wenn ich mich nicht verguckt habe, war heute (Freitag) Morgen eine Spezialkomposition mit zwei RBe 4/4 ohne Zwischenwagen auf der S9 unterwegs. Offenbar hat die SBB ein Mangel an Steuerwagen. War sicher ein sportliches Gespann. 8)

  • Läufelfingerli wird zum Fahrplanopfer


    kurt tschan / BaZ vom 6.10.10


    Kapazitätsengpässe im Bahnhof Olten sind daran schuld, dass im Fahrplan 2011 das Oberbaselbiet Abstriche im Zugverkehr hinnehmen muss.


    Letztlich war es eine Güterabwägung. Mit der Inbetriebnahme des dritten Gleises zwischen Lenzburg und dem Freiamt werden zwar die Verbindungen zwischen dem Aargau und Zürich besser. Die Anschlüsse vom Fernverkehr in Olten an die S9auf der Linie 503, Läufelfingen–Sissach–Olten, verschlechtern sich aber. «Die Taktlage verändert sich zum Nachteil des Baselbiets», bestätigt Ludwig Dünbier, Abteilungsleiter öffentlicher Verkehr im Solothurner Bau- und Justizdepartement. Der Entscheid sei zwar bedauerlich, aber selbst im Fahrplanverfahren nicht mehr zu vermeiden gewesen. Ganz offensichtlich gewichteten die SBB die Verbesserungen im Raum Lenzburg höher als den Verkehr ins Oberbaselbiet. Vor allem bei den Anschlüssen vom Fernverkehr an die S9ergeben sich im neuen Fahrplan schlechtere Verbindungen.


    problematisch für schüler. Bis dato erreichten die Züge Olten jeweils zur halben Stunde. Jetzt verschieben sich die Anschlüsse auf die volle Stunde. Als Folge des Kapazitätsausbaus Richtung Freiamt erhalten auch die Fernzüge neue Ankunfts- und Abfahrtszeiten im Bahnhof Olten. Das Zusammenspiel mit den Zubringern kommt deshalb gehörig durcheinander. In letzter Konsequenz werden die Anschlüsse aus Bern, Zürich und Luzern an die an der S9gelegenen Gemeinden im Baselbiet zum Bauernopfer. In der Vernehmlassung gab es entsprechend kritische Voten. «Mit der geplanten Verschiebung der Fahrplanzeiten auf der S9entfallen in Olten beispielsweise alle aktuellen schnellen Verbindungen von und nach Zürich, Luzern und Bern», wurde vorgebracht. Das betreffe auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler. Das neue Konzept bedeute nicht nur für das Oberbaselbiet, sondern auch für den Kanton Solothurn eine massive Verschlechterung, bemerkt ein anderer Zugbenutzer.


    «Hätte das neue Konzept einen Halbstundentakt wenigstens für den Berufs- und Schülerverkehr am Morgen und am Abend gebracht, könnte man sogar Verständnis für Taktlücken tagsüber aufbringen», wurde in der Vernehmlassung weiter kritisch angemerkt. So aber müsse man von einer unbefriedigenden Situation sprechen. Für alle aktuell schnellen Verbindungen von und nach Zürich, Luzern und Bern sowie für den Schulbesuch in Olten sei die S9in Zukunft nicht mehr zu gebrauchen.


    längere fahrzeit. Dünbier hat für die kritischen Voten Verständnis. Die Intervention der Kantone habe aber leider nichts genützt, sagt er. Wie er betont, verlängere sich die Fahrzeit von Bern und Zürich nach Trimbach und ins Homburgertal um etwa 20 Minuten. In der Gegenrichtung bleiben die Reisezeiten etwa gleich wie heute. Von und nach Luzern verlängert sich die Reisezeit mit der S9in beiden Richtungen um zirka 20 Minuten.


    Wenigstens in einem Punkt ist Dünbier mit dem neuen Fahrplan zufrieden. Auf der Buslinie 72 werden die Abfahrten so verschoben, dass sich mit der Linie 67 ein Halbstundentakt Büren–Liestal ergibt. Dadurch ergeben sich bessere Anschlüsse in der Baselbieter Kantonsmetropole.


    ****


    und sich dann wundern, warum niemand die S9 benutzt...

  • Die Frage ist, ob dafür der Anschluss Richtung Basel in Sissach besser wird. Aber so wie ich die SBB kenne, wird die S9 eine Minute nach Abfahrt des IR nach Basel in Sissach eintreffen. Zumindest war dies bis jetzt immer so.

  • Soweit ich den Fahrplanentwurf in Erinnerung habe, werden die Anschlüsse auch auf Baselbieter Seite asymmetrisch. In eine Richtung ist nun wieder der Schnellzugsanschluss gewährleistet, in die andere nur mit der S3. (fragt mich jetzt aber nicht, welcher Anschluss in welche Richtung gewährt wird)

  • Der Regierungsrat hat die Stellungnahme zum Anhörungsverfahren „Trassenpreisrevision 2017:
    Änderung der Eisenbahn-Netzzugangsverordnung (NZV)“ an das Bundesamt für Verkehr eingereicht.


    Der Kanton Basel-Landschaft hat sich zusammen mit den Nordwestschweizer Kantonen stark für die FABI-Vorlage engagiert. Dementsprechend unterstützt der Regierungsrat den Bahninfrastrukturfonds (BIF) und die dafür vorgeschlagene verstärkte Nutzerfinanzierung. Ein Instrument der Nutzerfinanzierung ist die schrittweise Erhöhung der Trassenpreise. Nach dem ersten Schritt im Jahr 2013 mit den erwarteten zusätzlichen jährlichen Einnahmen von 200 Mio. Franken soll die für das Jahr 2017 vorgesehene zweite Trassenpreisrevision jährlich weitere 100 Mio. Franken Einnahmen generieren. Dies erachtet der Regierungsrat als gerechtfertigt. Unter Berücksichtigung des zweijährigen Bestellverfahrens im regionalen Personenverkehr (RPV) beantragt der Regierungsrat, diese Neuregelung jedoch erst per 1. Januar 2018 in Kraft zu setzen.


    Abweichend vom Vorschlag des Bundes beantragt der Regierungsrat hingegen für die Strecke 503 Sissach–Läufelfingen–Olten eine Befreiung von Trassengebühren. Begründet wird dies mit dem Umstand, dass diese Strecke in erster Linie dem Personen- und Güter-Fernverkehr als Ausweichroute bei Störungen auf der Stammlinie zwischen Sissach–Tecknau–Olten via Hauensteintunnel dient (Primärfunktion). Ihre Funktion als Regionalverkehrsstrecke ist untergeordnet. Dementsprechend erachtet der Regierungsrat eine Trassengebühr für den Regionalverkehr auf dieser Strecke als nicht gerechtfertigt. Denn würde kein Regionalverkehr verkehren, müsste die Strecke aufgrund ihrer Primärfunktion trotzdem vollwertig in Betrieb gehalten werden, ohne dass im Regelfall auch nur ein Zug durchfährt. Zudem verweist der Regierungsrat auf den Umstand, dass die gängige Praxis der SBB im Störfall ohnehin den Regionalverkehr Sissach–Läufelfingen–Olten aussetzt und auf Busersatzdienste verlagert.


    > Vernehmlassung


    Quelle: bl.ch