Ausfahrt Flüh Richtung Bättwil

  • Mal eine Frage. Das Ausfahrsignal, das auch als Deckungssignal für den Bahnübergang dient, kann den FB 6 (Warnung) zeigen. Das Blocksignal steht dann noch auf Rot, bis der Gegenzug eingefahren ist und die Blockstrecke freigegeben hat.


    Jetzt kann man beobachten, dass nur vereinzelte Wagenführer bis zum Blocksignal vorrücken. Fast alle warten aber auf Grün, obwohl sie das nicht müssten. Bis sie vorne sind, geht auch das Blocksignal auf Fahrt und sie können ohne Verzögerung weitefahren.


    Warum wird nicht vorgefahren? So liessen sich doch Verspätungen vermeiden helfen?

  • Das Vorrücken zum Ausfahrsignal alleine bringt nicht viel, das stimmt.


    Wenn man nun aber warten würde, bis der Gegenzug in die Haltestelle eingefahren ist, würden die Barrieren wieder hochfahren, und man müsste sie erneut ansteuern. Die Barrieren brauchen ca. 25 Sekunden zum schliessen (inkl. Vorblinkzeit). Wenn man dann noch die eingebaute Verzögerung zwischen einem Schliess- und Öffnungsvorgang berücksichtigt, würde man gut und gerne eine Minute verlieren.


    Deshalb bringt es etwas, wenn man die Anlage bereits dann ansteuert, wenn der Gegenkurs noch nicht eingefahren ist, und man somit am ersten Signal Fahrbegriff 6 (Doppelgelb) erhält. Die Barrieren bleiben dann nach dem Abkreuzen geschlossen, und man kann abfahren, sobald die Kreuzung vollzogen ist und das Blocksignal (und notabene das Deckungssignal ebenfalls) grün zeigt.


    Alles (un)klar?

  • Alles klar würd ich sagen! Das leuchtet glaube ich allen mit Fahrbegriff 1 ein :D


    Übrigens: in Pratteln benötigt die Schranken-Anlage auch ca. 30 Sekunden für das komplette Programm. Manchmal echt mühsam, wenn du mit 5 Minuten Verspätung in Pratteln eintriffst und nach dem Wenden eigentlich schon seit 3 Minuten abgefahren sein solltest. Dann kommen dir 30 Sekunden wie eine Ewigkeit vor...

  • Dass es schneller geht, wenn die Schranken unten bleiben, ist schon klar. Nur war das nicht meine Frage, hat aber eine neue aufgeworfen.


    Die Wagenführer KÖNNEN bei "Doppelgelb" vorrücken. Meine Frage ging dahin, warum TUN sie es dann NICHT (immer vorausgesetzt, es gibt nicht noch rennende Fahrgäste oder offene Türen)?


    Stattdessen greift man zum "Spielchen", indem man die Schranken bis zur Einfahrt des Gegenzugs unten hält und erst dann losfährt. Neben der eigenen (vielleicht minimalen) Verzögerung bewirkt es noch, dass auch alle anderen Verkehrsteilnehmer warten müssen.


    Ins gleiche Kapitel geht auch, wenn dem Gegenzug (oft in der Stadt zu beobachten) die Trasse freigehalten wird, auf Kosten der anderen, inkl. Trams.


    So, jetzt sollte auch meine Frage Sinn machen, oder nicht?

  • Zur Frage 1: In der Regel tut man es nicht, weil ja noch Fahrgäste zusteigen könnten, und es ja nichts bringt, wenn man am geschlossenen Ausfahrsignal steht und doch nicht abfahren kann. Das hast du richtig erkannt.


    Zur Frage/Anmerkung 2: Man steuert die ja Anlage erst an, wenn der Gegenkurs dieselbe schon (automatisch) angesteuert hat (siehe oben). Dadurch entstehen den übrigen Verkehrsteilnehmern keine zusätzlichen Wartezeiten, da die Barrieren ja sowieso schliessen.


    Sämtliche Klarheiten beseitigt?


    PS: schreib die Umlaute bitte mit "ae", "oe" und "ue", dann kann man sie auch lesen...

  • Das freihalten eines Strassenübergangs für den Gegenzug ist reiner Selbstschutz! Zwar nicht gesetzlich oder reglementarisch vorgeschrieben, wird es aber trotzdem relativ häufig und vor allem an "heiklen" Stellen praktiziert.


    Nehmen wir das Beispiel Neubad. Würde der Zug, welcher aus der Haltestelle in Richtung Laupenring ausfährt, den Strassenübergang (Kreisel) nicht "sperren", so würden alle lieben Automobilisten und Fussgänger umgehend nach der Abfahrt des Zuges auf den Schienen "umherhühnern". Wenn ich dann in der Gegenrichtung angefahren komme (erlaubt sind, wenn ich mich nicht täusche, V max. 40 km/h) gibt das je nachdem ziemlich wüste Ergebnisse - ausser ich bremse auf eine relativ niedrige Geschwindigkeit ab.


    Aber jetzt "sperrt" mein Gegenzug den Übergang und somit muss ich erst viel später bremsen. Ausserdem ist das Risiko quasi null, dass mir ein Auto "vor d'Schnuure" fährt. Somit sind mindestens zwei Leben gerettet worden - meines und das des Automobilisten.


    Alles klar?

  • Ist übrigens auch ein grosser Vorteil für die Autos etc., weil der Übergang in Rekordschnelle von Trams "geräumt" ist - im anderen Fall würden sie 30 sec. mehr oder noch länger warten, bis auch ein zweiter 43- oder 45-Meter-Tramzug heruntergebremst und wieder beschleunigt ist.


    Gleiches würde übrigens auch für die mit Lichtsignal (LSA) geregelten Übergänge gelten - leider sieht dies die Verkehrsabteilung (trotz gesetzlichem Auftrag) nicht so und verschlechtert diese LSA ständig (siehe Kreuzung Laupenring/Linie 8 oder Joggeli).

  • Bei der Laupenring-LSA muss ich dir Recht geben, allerdings bei der Joggeli-LSA dünkt es mich, dass ich nach dem drücken der S-Taste, jetzt schneller die Fahrtfreigabe erhalte.

  • Erstaunlich.


    Vor ziemlich genau 1 Jahr wurde sie gemäss der neuen Philosophie der VA-SD auf "doppeltes Abflussgrün" umgestellt. D.h. in Stosszeiten wird bei Tramanmeldung zunächst noch dem Rechtsabbieger Brüglingerstrasse > St. Jakob-Strasse ein Grün für 3 - 4 Autos gegeben (Begründung: "damit es bei der Parkingausfahrt nicht zu Staus kommt") und anschliessend z.T. noch dem Linksabbieger vom Schänzli her in die Brüglingerstrasse.


    Daraus ergeben sich Wartezeiten von 18 - über 30 sec., was sich mit meinen eigenen Beobachtungen deckt.


    In Zürich schalten die LSA teilweise die Kreuzung für Autos schon dann von Grün auf Rot, wenn du im Tram den Türverriegelungshebel auf "zu" stellst - absolut logisch: Bis dann alle Fahrgäste eingestiegen und die Türen zu sind, ist die Kreuzung frei, und alle gewinnen Zeit.


    Eine Win-win-Situation, die wir auch in Basel (z.B. Schützenmattstrasse) gut gebrauchen könnten, wenn die VA-SD ihre ideologischen Scheuklappen ablegen könnte.

  • Kann man die "S"-Taste nicht auch drücken, bevor alle Türen zu sind etc? Ich stelle fest, dass z.B. der 16er beim Zwinglihaus meist ohne Wartezeit nach dem Verschliessen der Türen wegfährt und vermute, dass der Wagenführer den Taster in weiser Voraussicht etwas früher betätigt.


    Im übrigen erscheint mir diese "Abfluss"-Theorie ziemlich an den Haaren herbeigezogen, denn die Grünphase des Trams ist ja meist viel kürzer als die übrigen Phasen (sie muss ja an den meisten Orten auch nur für einen Tramzug ausreichen). Also bringt es niemandem etwas, diese Phase künstlich zu verzögern. Schnelleres Grün für das Tram führt auch nicht zu einer erhöhten Belastung der Kreuzung, denn es kommen deshalb nicht mehr Trams (was man vom MIV ja nicht behaupten kann...).

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  • Die Theorie vom vorzeitigen Drücken der "S"-Taste kennt viele Versionen. Ich glaube, jeder Wagenführer entwickelt da so sein eigenes Rezept.


    Aber auch hier kann es vorkommen, dass obwohl ich die "S"-Taste rechtzeitig im voraus gedrückt habe, ich trotzdem noch ein Weilchen vor dem Signal warten muss...


    Oder auch genau das Gegenteil ist möglich: "S"-Taste im voraus gedrückt mit der Absicht, dass bis alle Türen zu sind die Fahrtfreigabe erscheint. Aber: hoppla, die Fahrtfreigabe kommt unverhofft sofort...

  • 1. Jeder kann etwas beitragen. In Flueh k”nnten die Wagenfuehrer (wenn es die Fahrgaeste zulassen) bis zum Blocksignal vorruecken.


    2. Bei den LSA gebe ich den Vorrednern recht. Die Polizisten sind halt Autofahrer...


    3. Was mich aergert, ist die LSA bei der Heuwaage Richtung Zoo. Dort sind die Wartezeiten manchmal einfach zu lang - kein Wunder, wenn noch alle Destinationen Grn erhalten. Dies ist eine absolute Schweinerei.

  • Noch eine kleine "Düpflischisser" Anmerkung: Wenn man den Fahrbegriff 6 als Warnung bezeichnet ist dies falsch. Die Richtige Bezeichnung ist Kurzefahrt! Das dazugehörende Haltzeigende Signal steht in einem stark verkürztem Abstand und wird nicht mit normaler Warnung eines Vorsignals oder Kombinierten Signal gezeigt.


    Interessant ist da der Bahnhof von Liestal, Fahrtrichtung Basel. Im letzten drittel des Perron steht ein Abschnittsignal und kurz darauf kommt das Ausfahrtsignal.
    Man sieht regelmässig, dass die S-Bahn vor der Warnung des Abschnittsignals anhält, nach Beendigung des Fahrgastwechsels bis zum Haltzeigenden Signal vorzieht. Der Zug steht mit unter dann am Perron mit geschlossenen Türen und wartet die Kreuzung mit einem Schnellzug ab. Dies um so schnell wie möglich den Kreuzungsbereich freizugeben.